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Luckenwalde Bahnstreik sorgt für Ärger bei Pendlern
Lokales Teltow-Fläming Luckenwalde Bahnstreik sorgt für Ärger bei Pendlern
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17:50 10.12.2018
Dieser Zug stand während des Streiks im Bahnhof von Luckenwalde und konnte nicht weiterfahren Quelle: Margrit Hahn
Luckenwalde

Wer am Montagmorgen mit der Bahn fahren wollte, musste sich gedulden. Auf dem Bahnsteig in Luckenwalde stand der Regionalzug in Richtung Berlin zwei Stunden still. Dementsprechend frustriert waren die Fahrgäste. „Ich muss nach Ludwigsfelde zum Oberstufenzentrum“, sagt David Scholz. Allerdings lohne es sich für ihn kaum noch zur Schule zu fahren. „Wenn ich jetzt losfahre, nutzt es mir nichts, weil am Nachmittag wieder Streiks angekündigt sind. Ich weiß nicht, wie ich dann nach Hause komme. Ich werde mich am Oberstufenzentrum Luckenwalde melden, damit ich den Tag nicht als unentschuldigt eingetragen bekomme. Dieser Streik regt mich auf“, so der Luckenwalder.

Bahn Streik Jüterbog Bahnhof am 10.12.2018 Zug Verspätung Quelle: E-Mail-MVD

Ähnlich sah es Leon Falkenberg aus Dahme. Er hatte seine Mutter angerufen, damit sie ihn vom Bahnhof abholen soll. Er wollte nicht warten, bis der Zug fährt. „Meine Mutter braucht von Dahme bis hierher eine dreiviertel Stunde. Ich weiß nicht, was sie mit meinen kleinen Geschwistern macht“, erzählte er. „Entweder sie bringt sie mit oder sie muss jemanden suchen, der auf sie aufpasst. Dieser Streik nervt mich“, stellt Leon Falkenberg fest.

Pendler genervt

Maxim Wutzke ist der Ansicht, dass der Streik unnötig ist: „Nicht nur die Bahnfahrer auch die Arbeitgeber werden bestraft, weil sie ihre Leute nicht zusammenbekommen“.

Dieser Zug konnte in Luckenwalde nicht weiterfahren Quelle: Margrit Hahn

Karin Gemende hat für die streikenden Mitarbeiter trotzdem Verständnis. „Aber persönlich finde ich den Streik bescheuert. Wir stehen jetzt seit zwei Stunden hier und es geht nicht weiter. Ich habe inzwischen meinen Arbeitgeber angerufen“, sagt sie. Allerdings fragt sie sich, ob es der richtige Zeitpunkt ist zum Streiken, grade zum Fahrplanwechsel und ausgerechnet am Montag. „Wobei es zu Weihnachten noch schlimmer wäre“, stellt sie fest. Sie hatte sich vorher erkundigt, ob der Zug fährt. In der App war dieser planmäßig angekündigt. Sonst hätte sie nach einer Alternativen gesucht. „Wenigstens funktioniert der Kaffeeautomat im Zug“, fügt sie hinzu.

Telefon im OSZ-Sekretariat stand nicht still

Im Sekretariat des Oberstufenzentrums Teltow-Fläming stand gestern das Telefon nicht still. Während die meisten Lehrer mit dem Auto zur Schule kommen, nutzen viele Schüler die Bahn und hatten Probleme, zu den beiden Standorten nach Luckenwalde und Ludwigsfelde zu kommen.

Bahn Streik Jüterbog Bahnhof am 10.12.2018 Zug Verspätung Quelle: Barnack

Auch in Jüterbog ging bis 9 Uhr nichts auf den Gleisen. Über den Streik hatten sich viele Pendler aber offenbar im Vorfeld informiert und sich Alternativen gesucht. Denn der Parkplatz am Jüterboger Bahnhof blieb ungewohnt leer. Für all jene, die auf die Bahn angewiesen waren, bedeutete der Streik aber vor allem eines: Frust. „Die gesamte Wartehalle war am frühen Morgen voller Menschen“, berichtet Timo Congöz, der in der Ticket-Agentur am Jüterboger Bahnhof arbeitet. „Natürlich waren einige Pendler verärgert“, sagt er. Auch ein Schaffner habe keine Auskunft geben können, wann die Züge wieder rollen. Mehrere Fahrten nach Berlin und in Richtung Süden fielen komplett aus. Erst nach 9.30 Uhr startete der wartende Zug in die Hauptstadt.

Auch gelassene Bahnreisende

„Ich habe keine Ahnung, wie ich jetzt an mein Ziel kommen soll“, sagte Rita Bakalova. Die Jüterbogerin saß auch nach der ersten Abfahrt noch am Bahnhof fest. Der erste Zug nach Wittenberg würde wohl erst in einer Stunde fahren. Doch die Jüterbogerin nahm den Streik gelassen. „Zum Glück habe ich heute keinen Termin, „sagt sie, „normalerweise hätte ich nach Teltow zur Arbeit fahren müssen, aber heute hatte ich Glück.“

Mehrere Züge standen in Trebbin

In Trebbin sollen gleich mehrere Züge in Reihe gestanden haben. „Auf Grund der Masse der Anfragen können wir nicht sagen, wie es in jedem Ort ausgesehen hat“, teilt eine Pressesprecherin der Deutsche Bahn mit. Aber sei durchaus möglich, dass mehrere Züge zur gleichen Zeit stillstanden, denn auch die Stellwerke waren betroffen. Sie verwies darauf, dass es am Montag nachmittag keine weiteren Streiks mehr gegeben habe. „Am Dienstagmorgen mit Betriebsbeginn sollte alles wieder normal verlaufen“ fügt sie hinzu.

Von Margrit Hahn und Victoria Barnack

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