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Luckenwalde Für den Klimaschutz: Schaeffler stellt Mitarbeitern und Gästen E-Ladesäule zur Verfügung
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09:44 05.02.2020
Jens Krähe (r.) und Werkleiter René Windszus haben gut lachen. Auf dem Firmengelände können E-Autos jetzt kostenlos geladen werden. Quelle: Elinor Wenke
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Luckenwalde

Während Jens Krähe als Werkzeugmacher im Luckenwalder Schaeffler-Werk seiner Arbeit nachgeht, kann er in aller Ruhe auf dem Firmengelände sein Elektroauto laden. Ende 2019 wurde auf dem Besucherparkplatz eine Elektro-Tankstelle errichtet, die allen knapp 400 Beschäftigten und Besuchern bis zum Jahresende kostenlos zur Verfügung steht. Nach Abschluss aller logistischen Vorbereitungen konnte Jens Krähe am Montag als Erster sein Fahrzeug auf dem Firmengrundstück anschließen.

Knapp 400 Beschäftigte arbeiten im Unternehmen Schaeffler in Luckenwalde. Quelle: Elinor Wenke

Der Betrieb gilt als Zulieferer für die Automobilindustrie. Die Überlegungen zur Förderung der E-Mobilität gibt es in der weltweit agierenden Schaeffler-Gruppe schon länger. Nun steht das Ziel, in diesem Jahr alle Standorte sukzessive mit Strom-Tankstellen auszustatten. „Im weitesten Sinne wollen wir damit einen Beitrag für den Klimaschutz leisten“, sagt Werkleiter René Windszus. „Es wird einen Wandel in der Automobilindustrie und der Energiepolitik geben“, ist er überzeugt. „In 15 Jahren wird sich unsere Produktion komplett umgestellt haben.“

Ladesäule als Testballon

Bange ist ihm vor dieser Entwicklung nicht. „Man muss schnell, agil und innovativ bleiben, das hat sich mit unserer Mannschaft hier vor Ort bewährt“, sagt der Chef. Mit dem ersten Bauteil für Elektro-Fahrzeuge eines deutschen Automobilisten ist Schaeffler bereits im vergangenen Jahr an den Start gegangen.

Die neue E-Tankstelle bei Schaeffler in Luckenwalde. Quelle: Elinor Wenke

Die neue Elektro-Tankstelle ist für den Betrieb zunächst ein Testballon. „Wir werden sehen, wie hoch der Bedarf bei den Mitarbeitern ist“, sagt Windszus. Theoretisch könnten alle Beschäftigen ihre Schlüsselkarte zum Stromtanken beantragen. Bislang ist Jens Krähe der Einzige. „Aber eine Handvoll Elektroautos gibt es schon auf unserem Parkplatz, das Interesse wird sicher steigen“, sagt der 54-Jährige.

Er nutzt den Elektroantrieb seines Plug-in-Hybrid-SUV vor allem zwischen seinem Wohnort Jüterbog und dem Betrieb. „Ich hatte schon immer mal nach einer E-Tankstelle gefragt und freue mich jetzt natürlich über das Angebot“, sagt der Jüterboger. Wenn er sein Auto rund ums Jahr ausschließlich mit Strom aus Schaefflers Steckdose betanken kann, spart er etwa 500 Euro. „Über eine App werde ich auf dem Handy benachrichtigt, wann vollgeladen ist“, erklärt er.

Ladeleistung von elf Kilowatt

Die doppelte Strom-Säule hat eine Leistung von zweimal elf Kilowatt; Jens Krähe zieht mit seinem Hybrid 3,7 Kilowatt und braucht zum Laden etwa zwei Stunden. Würden rund um die Uhr Autos Strom abzapfen, würde Schaeffler das 160 Euro pro Tag kosten. „Das ist natürlich nur eine hypothetische Rechnung“, räumt Windszus ein, dennoch hält sich die Nachfrage in Grenzen.

Keine öffentliche E-Tankstelle in der Stadt

„Aber in fünf Jahren wird das anders aussehen“, ist Energieberater Jörg Schulze überzeugt. 13.000 Euro hat die Ladesäule gekostet. Das bringt Schaeffler zunächst keine Kostenersparnis. „Aber wir setzen das richtige Signal für Klimaschutz und Nachhaltigkeit“, sagt Schulze. Wie es kostentechnisch nach dem Jahreswechsel weitergeht, wird später entschieden. Dass Luckenwalde bislang über keine öffentliche E-Tankstelle verfügt, ist für Jens Krähe ein „Armutszeugnis“. Jörg Schulze kommentiert das mit Humor: „Die Stadt wird uns zum Vorbild nehmen und nachziehen.“

Der Werkleiter selbst konnte sich bisher nicht zu einem Elektro-Auto durchringen. „Für eine Familie mit drei Kindern gab es noch nicht das richtige Angebot“, sagt er, „aber das wird sich ändern.“

Von Elinor Wenke

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