Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Luckenwalde Krankenhaus Luckenwalde soll erhalten bleiben
Lokales Teltow-Fläming Luckenwalde Krankenhaus Luckenwalde soll erhalten bleiben
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
01:15 21.12.2018
Michael Zaske, Elisabeth Herzog-von der Heide, Kornelia Wehlan, Erik Stohn und Kirsten Gurske am Luckenwalder Krankenhaus. (v.l.)
Michael Zaske, Elisabeth Herzog-von der Heide, Kornelia Wehlan, Erik Stohn und Kirsten Gurske am Luckenwalder Krankenhaus. (v.l.) Quelle: Elinor Wenke
Anzeige
Luckenwalde

„Das Land hält am Versorgungsstandort Luckenwalde mit dem Krankenhaus der Regelversorgung fest, da gibt es keine Diskussion“, sagte Brandenburgs Gesundheitsstaatssekretär Andreas Büttner am Dienstag gegenüber der MAZ. Eigentlich wollte er diese Botschaft persönlich im Krankenhaus verkünden, doch wegen Erkrankung von Gesundheitsministerin Susanna Karawanskij (Linke) musste er sie bei der Kabinettssitzung vertreten.

Stattdessen nahm am Nachmittag sein Referatsleiter für Krankenhäuser, Michael Zaske, am Krisentreffen von Politikern, Krankenhausleitung und Sachwalter teil, ebenso wie Landrätin Kornelia Wehlan und ihre Beigeordnete Kirsten Gurske (beide Linke), Bürgermeisterin Elisabeth Herzog-von der Heide (SPD) und SPD-Generalsekretär Erik Stohn. Für das Krankenhaus in DRK-Trägerschaft war vorige Woche Insolvenz angemeldet worden.

Lukrativer Standort

„Wir wollen außerdem, dass niemand entlassen wird, denn wir sind nicht nur das Gesundheits-, sondern auch das Arbeitsministerium“, sagte Büttner, „und wir haben kein Interesse daran, dass uns in Luckenwalde die Pflegekräfte weglaufen.“ Die jetzige Trägerstruktur, eine Krankenhausgesellschaft mit drei Kliniken in Thüringen und der in Luckenwalde, hält Büttner für nicht tragfähig und zukunftsweisend. Er versichert: „Der Standort ist so lukrativ, dass schon genügend renommierte Träger ihr Interesse signalisiert haben.“ Das Land sei an Trägergesprächen zwar nicht beteiligt, werde aber Hinweise geben und den Prozess begleiten. „Wir sind die Krankenhaus-Planungsbehörde und legen die Versorgungsaufträge fest“, erklärte Michael Zaske, „an Luckenwalde gibt es keine Abstriche.“

25 Prozent mehr Geld für Investitionen

Optimismus versuchte auch Erik Stohn zu vermitteln. Das Land halte hundertprozentig an der Krankenhausplanung fest und habe die Finanzausstattung aufgestockt, erklärte er. „Jedes Krankenhaus hat 25 Prozent mehr für Investitionen zur Verfügung.“

„Der Versorgungsstandort Luckenwalde mit seinem Regelkrankenhaus wird erhalten bleiben“, versicherte auch Kornelia Wehlan. „Diese Botschaft muss auch an die Belegschaft gelangen, denn wir brauchen weiterhin dieses fachkompetente medizinische Personal.“ Die Klinikleitung habe erkannt, dass eine transparente Kommunikation notwendig sei.

Das Krankenhaus Luckenwalde. Quelle: Margrit Hahn

Für Elisabeth Herzog-von der Heide entstand der Eindruck, „dass hier ernsthaft und mit Sachverstand eine Lösung angestrebt wird“. Die Kanzleien, die das Insolvenzverfahren begleiten, hätten ein anderes Referenzobjekt innerhalb von sieben Monaten zukunftsfähig gemacht. Wichtig sei, dass an der Lohnzahlung keine Abstriche gemacht würden, um das Personal zu motivieren. „Zu diesem frühen Zeitpunkt des Insolvenzverfahrens habe ich durchaus ein gutes Gefühl“, so die Bürgermeisterin.

Für Freitag ist in Berlin ein weiteres Gespräch zwischen Staatsekretär Büttner und dem Sachwalter der Krankenhausgesellschaft geplant.

Von Elinor Wenke