Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Luckenwalde Pfarrerin Stephanie Hennings verlässt Luckenwalde
Lokales Teltow-Fläming Luckenwalde Pfarrerin Stephanie Hennings verlässt Luckenwalde
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:00 30.05.2019
Pfarrerin Stephanie Hennings verlässt nach fünfeinhalb Jahren Luckenwalde. Quelle: Margrit Hahn
Luckenwalde

Stephanie Hennings verlässt Luckenwalde. Die Pfarrerin kehrt der Kreisstadt Ende Juni den Rücken. Sie wird in Berlin Spandau als Seelsorgerin in einem Krankenhaus arbeiten. Fünfeinhalb Jahre, seit 2013, kümmerte sie sich um die evangelischen Kirchengemeinde in Luckenwalde. „Ich weiß, dass mein Weggang für viele überraschend kommt. Nur ungern mache ich andere Menschen traurig. Doch wie ich in den vergangenen Wochen feststellte, habe mit mit der Ankündigung von meinem Wegzug so manche betrübt“, sagt Hennings.

Zeit voller Glaubenskraft

Die Zeit in Luckenwalde war für sie eine Zeit voller Vielfalt, Gemeinschaft und Glaubenskraft. Die 46-Jährige hat viele gute Erfahrungen gemacht – in den Gottesdiensten, in seelsorgerischen Gesprächen bei Besuchen und auch bei Planungen sowie gemeinsamen Feiern. „Wie ein Geschenk Gottes werde ich alle diese Erfahrungen und Begegnungen sorgfältig einpacken und in der Erinnerung bewahren“, sagt die Pfarrerin.

Schöne Erinnerungen

Besonders gern denkt sie an die Friedensandacht im März 2015 zurück. Während die Johanniskirche bis auf den letzten Platz besetzt war, versuchte nur ein paar Meter weiter der Pegida-Ableger Bramm eine Demo auf dem Marktplatz zu veranstalten „Unvergessen, wie die bunte Schar in der Kirche ein Zeichen gegen Intoleranz und Rassismus setzte. Unvergessen erst recht, wie das Glockengeläut lauter schallte als die Lautsprecher der Bramm“, sagt Hennings. Auch der Himmelsfahrtstag 2016 wird ihr im Gedächtnis bleiben, als sich Christen aus Luckenwalde bei Heavenskate auf Rollen und Rädern in Bewegung setzten und gemeinsam mit anderen Gemeinden feierten. Das Tauffest im Juli 2017 am Gottower See, der musikalische Gottesdienst zum Sound City Festival im Juli 2017 und die Bustouren zum Reformationsjubiläum werden sie an ihre Pfarrtätigkeit in Luckenwalde erinnern.

Weitere Bestattungsformen

Sie ist froh, dass es mit Engagement von Haupt- und Ehrenamtlichen gelungen ist, den Friedhof „Vor dem Baruther Tor“ zu erhalten und weitere Bestattungsformen anzubieten. „Heute können wir selbstbewusst und zuversichtlich sagen, dass es gut ist, einen kirchlichen Friedhof in Luckenwalde zu haben, wo alle Verstorbenen namentlich erwähnt werden und ihre Würde über ihren Tod hinaus geachtet wird“, sagt Hennings. Gern hätte sie Kirchenkreise für Christen mittleren Alter organisiert. Das ist ihr in dieser Zeit aber nicht gelungen.

Mutig Neues wagen

Für sie bedeutet der Abschied aus Luckenwalde aber gleichzeitig Neuanfang. In einem Liedtext von Wolf Biermann heißt es „Nur wer sich ändert, bleibt sich treu“. Stephanie Hennings fühlt sich von diesem Spruch angesprochen: „Ich lese daraus, dass man Mut zur Veränderungen haben soll. Treue zu sich selbst bedeutet auch, mutig Neues zu wagen, Veränderungen anzunehmen, wenn man spürt, dass sie wichtig sind, um sich selbst weiterzuentwickeln.“

Tochter feiert Konfirmation

Bevor sie und ihre Familie Luckenwalde verlassen, wird Konfirmation gefeiert. Ihre Tochter wird Pfingstsonntag in der Jakobikirche konfirmiert. Der Gottesdienst wird von ihrer Amtskollegin Julia Daser gehalten.

Pfarrerin Stephanie Hennings (l.) neben Superintendentin Katharina Furian im Einführungsgottesdienst im Januar 2014. Quelle: Hartmut F. Reck

Stephanie Hennings hinterlässt hier nicht nur christliche Spuren, sondern auch materielle Dinge. Der evangelischen Kita hat sie das Puppenhaus und ein Puppenbett ihrer Kinder geschenkt und dem Hospiz überlässt sie eine Palme. „So bleibt etwas von uns hier“, sagt sie.

Abschied in der Johanniskirche in Luckenwalde

Am Sonntag, dem 30. Juni, wird sie sich um 14 Uhr mit einem Abschiedsgottesdienst in der Luckenwalder Johanniskirche in Luckenwalder verabschieden. Die Wiedereinweihung der alten Turley- Orgel am 30. Oktober wird sie sich allerdings nicht entgehen lassen und nach Frankenfelde kommen.

Wer auf Stephanie Hennings in Luckenwalde, ist noch offen.

Von Margrit Hahn

Während sie nur kurz den Fangkorb leeren wollte, ist einer Dobbrikowerin am Mittwochabend der Rasenmäher gestohlen worden. Sie sah noch einen weißen Transporter davonfahren.

30.05.2019

Ein Luckenwalder Familienvater musste in den vergangenen Wochen einige Einschränkungen durch die Bauarbeiten auf dem Boulevard hinnehmen. Deswegen hatte er auf freien Eintritt zum Turmfest gehofft – den bekommt er aber nicht.

29.05.2019

Der Regen konnte die Schrift der Klimademonstranten in Luckenwalde bisher nicht wegspülen. „Ist das nicht Sachbeschädigung?“, fragen sich viele Einwohner nun. Die MAZ hat nachgefragt.

29.05.2019