Luckenwalde: Preisgekrönte Zucht-Gänse von Steffen Pempe
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Luckenwalde Meistertitel für Luckenwalder Zucht-Gänse
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08:46 28.01.2020
Steffen Pempe aus Luckenwalde mit seinen Toulouser Zuchtgänsen. Mit ihnen holte er erneut einen Meistertitel.
Steffen Pempe aus Luckenwalde mit seinen Toulouser Zuchtgänsen. Mit ihnen holte er erneut einen Meistertitel. Quelle: Elinor Wenke
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Luckenwalde

Auf dem Grundstück von Steffen Pempe schnattert und schmatzt es den lieben langen Tag. Der Luckenwalder züchtet die seltenen Toulouser Gänse und kann sich ein Leben ohne das preisgekrönte Federvieh nicht mehr vorstellen.

Sein Hobby ist inzwischen zur Erfolgsgeschichte geworden. Nachdem er im Jahr 2018 in Dänemark zwei Europa-Champion-Titel holte, wurde er vor kurzem mit seinen Gänsen in Leipzig Deutscher Meister.

Massiver Körperbau

Die Toulouser Gänse stammen ursprünglich aus Frankreich. Sie gehören zu den größten Gänserassen überhaupt. „Mir gefällt der massive Körperbau und ihre stolze Erscheinung“, schwärmt der 53-Jährige.

Die gefiederten Zweibeiner schauen zunächst etwas skeptisch auf fremde Besucher, kommen dann aber zutraulich und friedfertig angewatschelt. „Sie haben ein relativ ruhiges Temperament“, erklärt Pempe. Die schwergewichtigen Vögel bringen im Schnitt neun Kilo auf die Waage, einige der Luckenwalder Exemplare aber bis zu zwölf.

Fressen ist ihre Leidenschaft – die Toulouser Zuchtgänse von Steffen Pempe. Quelle: Elinor Wenke

Seine Tiere kann Steffen Pempe mühelos unterscheiden. „Auffällig hier ist die Kehlwamme und die doppelte Bauchwammung“, erklärt er, „und diese hier hat schöne große orange-geränderte Augen und auch eine schöne Federsäumung.“ Einen Namen von den insgesamt drei Gantern und fünf Gänsen hat nur einer: Hans. „Das ist der Vater des Europa-Champions“, sagt der Tierliebhaber.

Nach Leipzig hatte der Züchter sieben Tiere mitgenommen, von denen die vier besten in die Wertung kamen. Mit seinem Vorzeige-Ganter erreichte er 97 Punkte und damit die Note „Vorzüglich“. Zwei seiner Schützlinge erhielten 95 Punkte und einer 94 Punkte (jeweils „Sehr gut“). Mit der Gesamtpunktzahl von 381 hatten seine Gänse schließlich den Schnabel vorn. „Die sind alle Zuchttiere und damit heilig gesprochen“, sagt Pempe schmunzelnd, was so viel heißt, dass ihnen die Pfanne erspart bleibt.

Der Brutautomat – hier allerdings mit Hühnereiern. Quelle: Elinor Wenke

Trotzdem gibt der Luckenwalder Züchter hin und wieder begehrte Tiere ab und schafft sich neue an, um frisches Blut in die Zucht zu holen. Außerdem zieht er im Brutkasten den Nachwuchs aus den Gänse-Eiern. Weil die Eltern-Vögel so schwer sind, würden sie beim Ausbrüten manches Ei zerdrücken. Nach 29 bis 30 Tagen schlüpfen die kleinen Gössel. Ein Ei wiegt um die 200 Gramm und wird entgegen landläufiger Meinung auch gern mal von der Familie verspeist.

Steffen Pempe mit einem stattlichen Gänse-Ei. Quelle: Elinor Wenke

Eigentlich herrscht um diese Zeit Paarungsruhe bei den gefiederten Genossen. „Weil es den ganzen Winter über aber so mild war, kriegen sie jetzt schon ihre Frühlingsgefühle“, sagt Pempe und lacht. Der gelernte Forstfacharbeiter und Mechanisator ist jetzt in der Immobilienbranche tätig. Wenn er verhindert ist, kümmert sich seine Frau Silke, die sich mit seinem Hobby arrangiert hat, um die Tiere.

Wimpel und Auszeichnungen. Quelle: Elinor Wenke

Außer Gänsen hat der Familienvater und zweifache Opa noch Hühner, eine Katze, einen Hund, zehn Kois und Mandarin-Enten. Als Vize-Vorsitzender engagiert sich Steffen Pempe im Rassegeflügelzüchterverein Luckenwalde. Dieser hat ein eine lange Tradition, „aber es wird schwerer, den Nachwuchs dafür zu begeistern“, sagt er. Früher fanden regelmäßig Geflügelausstellungen im „Eckbusch“ statt, das ist jetzt nicht mehr möglich. Deshalb sucht der Verein ein neues Vereinsheim und Ausstellungsdomizil.

Eine muss in die Pfanne

Pempe erinnert sich: Durch einen ehemaligen Klassenkameraden wurde er vor vielen Jahren zum Gänsehalter. Angefangen hatte er mit 30 weißen Gänsen, seit sechs Jahren züchtet er die Toulouser. Eine Grenze hat seine Tierliebe aber doch: Mindestens einmal im Jahr zum Neujahrs-Gänseessen mit den Nachbarn muss eine seiner Gänse den Kopf hinhalten.

 

Von Elinor Wenke

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