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Luckenwalde Abschied von der schrumpfenden Stadt
Lokales Teltow-Fläming Luckenwalde Abschied von der schrumpfenden Stadt
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11:25 16.05.2019
Heidemarie Migulla (Linke) wurde von Michael Wessel (CDU, l.) Thomas Herold (SPD, M.) und Erik Scheidler (Linke), mit einem Pflaumenbäumchen verabschiedet. Quelle: Elinor Wenke (2)
Luckenwalde

Über einige Zahlen waren manche Luckenwalder Stadtverordnete in ihrer letzten Sitzung selbst erstaunt: In den letzten fünf Jahren haben sie über 485 Beschlussvorlagen abgestimmt, davon 245 öffentliche und 240 nichtöffentliche. Diese Bilanz zog Bürgermeisterin Elisabeth Herzog-von der Heide (SPD). Außerdem gab es 69 Informationsvorlagen; 155 Anfragen von Stadtverordneten wurden schriftlich beantwortet. „Und Sie haben 42 Anträge zur Beschlussfassung oder zur Sache gestellt“, resümierte die Bürgermeisterin.

Die Kita „Sunshine“ soll bis Herbst 2020 einen Anbau für 3,2 Millionen Euro erhalten. Quelle: Elinor Wenke

Sie gab in der letzten Sitzung vor der Kommunalwahl einen Überblick und Ausblick zur Stadtentwicklung. „Sie haben einen Zeitenwandel erlebt“, erklärte Herzog-von der Heide. „25 Jahre schrumpfende Stadt haben eine Umkehr erfahren.“ Während frühere Prognosen für das Jahr 2030 in Luckenwalde 17 000 Einwohner voraussagten, gehen jetzige Schätzungen von 22 000 Einwohnern und mehr aus.

Zwischen 1992 und 2015 wurden in der Stadt 974 Gebäude auf 32 Hektar Fläche abgerissen und 2156 Gebäude auf 39 Hektar neu gebaut. „Neun Prozent des Wohnungsbestandes wurden abgerissen“, sagte Herzog-von der Heide, „aber für jeden Abriss-Euro wurden gleichzeitig fünf Euro für die Aufwertung ausgegeben.“

Die alte Postschule soll zum Mehrgenerationenhaus umgestaltet werden. Quelle: Elinor Wenke

Man habe Schulen und Kitas nach der Wende wegen Kindermangels schließen müssen. Heute sind Kitaplätze Mangelware. Ende 2018 gab es in Luckenwalde 942 Kinder zwischen einem und sechs Jahren; 753 haben einen Platz in einer Kita oder Tagespflege. 875 Betreuungsplätze stehen stadtweit zur Verfügung, können aber derzeit nicht alle belegt werden. „Auch bei Vollbelegung würden 70 Plätze fehlen“, stellt Herzog-von der Heide fest.

Zusätzliche Kitaplätze

Den notwendigen Zugewinn will die Stadt in mehreren Stufen erreichen. So wurden durch Kita-Container 80 Plätze gewonnen. 48 zusätzliche Plätze werden sukzessive in der neuen Evangelischen Kita belegt; der Anbau der Kita Rundbau mit 40 Plätzen ist nach einjähriger Bauzeit mit Kosten von fast einer Million Euro jetzt fertig geworden. Neben einem Anbau an der Kita „Sunshine“ soll der Neubau eines Hortes am Schulkomplex Jahnstraße mit 90 zusätzlichen Hortplätzen Entspannung bringen.

Aufwendigste Sanierung: der Boulevard

Herzog-von der Heide verwies auf Geschaffenes in der technischen und sozialen Infrastruktur: die neue Feuerwache, das Gemeindehaus Frankenfelde, das stationäre Hospiz. Die Sanierung des Boulevards, die dieses Jahr abgeschlossen werden soll, gilt als die wichtigste und aufwendigste Baumaßnahme.

Andere Vorhaben werden die neu gewählten Stadtverordneten in den nächsten Jahren beschäftigen. So soll die hüllensanierte alte Postschule zum Mehrgenerationenhaus mit Jugendclub umgebaut werden. Auf dem ehemaligen Gaswerksgelände am Bahnhof ist ein Areal mit Grünflächen und Parkplätzen geplant.

Evelin Kierschk (l.) wird von Heidemarie Migulla verabschiedet. Quelle: Elinor Wenke

Einen emotionalen Moment gab es, als die Stadtverordnetenvorsitzende Heidemarie Migulla (Linksfraktion) verabschiedet wurde. Sie tritt zur nächsten Kommunalwahl nicht mehr an. Ein Vierteljahrhundert war sie Stadtverordnete, 15 Jahre Vorsitzende des Gremiums. Die Fraktionen überraschten sie mit einem Pflaumenbäumchen.

Heidemarie Migulla verabschiedet Jens Bärmann. Quelle: Elinor Wenke

Heidemarie Migulla wiederum verabschiedete die Stadtverordneten Evelin Kierschk (SPD) und Jens Bärmann (CDU). Die altgedienten Volksvertreter kandidieren nicht mehr. Ein Dankeschön sprach Heidemarie Migulla auch der Stadtangestellten Britta Jähner aus. Sie hatte sich um die Stadtverordneten-Angelegenheiten gekümmert und die Protokolle der Sitzungen geschrieben.

Von Elinor Wenke

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