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Luckenwalde Verzögerungen bei der Sanierung des Luckenwalder Rathauses
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Luckenwalde: Sanierung des Rathauses soll trotz Verzögerungen im Zeitplan bleiben

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07:04 18.11.2021
Das Luckenwalder Rathaus wird seit Mai aufwendig saniert. Ende 2023 soll alles fertig sein.
Das Luckenwalder Rathaus wird seit Mai aufwendig saniert. Ende 2023 soll alles fertig sein. Quelle: Elinor Wenke
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Luckenwalde

Das Luckenwalder Rathaus ist seit Mai eine Baustelle. In drei Bauabschnitten wird das mehrteilige denkmalgeschützte Gebäude für geplante 4,7 Millionen Euro aufwendig saniert. Ohne Verzögerungen geht es aber auch bei diesem Projekt nicht.

Der erste Bauabschnitt ist bis August 2022 vorgesehen, der zweite Abschnitt bis Juli 2023 und Ende 2023 soll der Umbau fertig sein. Zahlreiche Bereiche der Stadtverwaltung sind in Ausweichquartiere umgezogen oder wurden innerhalb des Rathauses umquartiert.

Luckenwalde: Schon zu Beginn Verzögerungen beim Sanierungsvorhaben

Trotz sorgfältiger Planungen ist es schon zu Beginn zu Bauverzögerungen gekommen, berichtete Architekt und Bauleiter Torsten Pelz im Stadtentwicklungsausschuss. „So konnte das Abbruchunternehmen die Baustelle nicht durchgängig besetzen und die zugesagte Personalstärke einsetzen“, erklärte Pelz.

Die Fertigstellung war für August geplant, tatsächlich wird sie jetzt für Ende November erwartet. „Da hatte man bei der Vergabe kein glückliches Händchen“, räumte er ein. Das Unternehmen sei abgemahnt worden. „Von einer Kündigung haben wir abgesehen, weil eine Neuvergabe sehr zeitaufwendig wäre“, sagte Pelz.

Auf der Baustelle des Luckenwalder Rathauses mehr Asbest als vermutet

Verzögerungen gab es aber auch durch nicht vorhersehbare Beschaffenheiten in der Bausubstanz. So wurde unter anderem beim Abbruch des Personal-WCs im Obergeschoss mehr Asbest als vermutet gefunden und auch im ehemaligen Besprechungsraum im Erdgeschoss und der Poststelle gab es eine kontaminierte Schüttung im Bodenaufbau.

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Eine Spanplattenkonstruktion am Serverraum war mit Formaldehyd belastet. Erdarbeiten wurden laut Pelz erschwert, weil diverse Medien gefunden wurden, die in den Medienplänen nicht verzeichnet sind.

Vorübergehender Baustopp am Luckenwalder Rathaus

Im Zuge von archäologischen Erkundungen war im Juli ein vorübergehender Baustopp verhängt worden, von dem auch der Abbruch der alten Aufzugsunterfahrt betroffen war. Im Bereich des Anbaus wurde Boden mit teils unzureichender Tragfähigkeit gefunden, sodass Boden ausgetauscht werden musste. Dennoch will man laut Pelz am Termin zur Fertigstellung des ersten Bauabschnittes im Sommer 2022 festhalten.

Das Rathaus Luckenwalde wird saniert. Quelle: Elinor Wenke

Von 32 zu vergebenden Baulosen wurden 21 Aufträge mit einem Volumen von rund 2,8 Millionen Euro vergeben, das entspricht 82 Prozent der Kosten. Für zwei Lose musste die Ausschreibung aufgehoben und wiederholt werden (Volumen von 157.000 Euro). Sieben Vergaben über 185.000 Euro waren zum Zeitpunkt der Ausschusssitzung noch offen.

Kosten bei Rathaussanierung könnten noch steigen

„Die weitere Kostenentwicklung birgt Risiken“, erklärte Pelz. So können sich sowohl bei den 18 Prozent der noch ausstehenden Aufträge als auch bei den bereits vergebenen Leistungen die Kosten gegenüber der Planung erhöhen.

„Die Lieferengpässe und steigenden Materialkosten machen auch um uns keinen Bogen“, sagte Pelz, „so gibt es enorme Kostensprünge bei Holz und Kabeln.“ Nach jetzigem Stand sei die Haustechnik erheblich teurer geworden und auch für Miete und Möblierung müsse man mit weiteren Kosten rechnen.

Kritik am Infopoint des Luckenwalder Rathauses

Kritik übte Matthias Nerlich (FDP) am zwischenzeitlichen Infopoint an der Rückseite des Rathauses. Vorübergehend dienten diese mobilen Container aufgrund des gesperrten Rathaus-Foyers als Bürgerservice. „Es war eine Katastrophe und für die Bürger nicht zumutbar, quasi direkt an der Baustelle zum Bürgerservice zu gelangen“, sagte er.

Der Infopunkt befindet sich jetzt im benachbarten Heimatmuseum. Quelle: Elinor Wenke

Inzwischen sind die Container offiziell wegen einer „Havarie“ geschlossen. Die Bürgerinformation befindet sich nun besucherfreundlich im Bereich des Museums (Zugang vom Markt aus). Dort erhält man neben Auskünften zu Ämtern der Verwaltung auch Formulare wie Wohngeldanträge.

Von Elinor Wenke