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Luckenwalde Schlange im Fundbüro
Lokales Teltow-Fläming Luckenwalde Schlange im Fundbüro
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16:28 27.12.2018
Stadtmitarbeiterin Heike Döring im Luckenwalder Fundbüro: Ein wenig Respekt hat sie vor der echt aussehenden Fund-Schlange aus Kunststoff. Quelle: Elinor Wenke (2)
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Luckenwalde

Wer Schlüssel, Brieftasche, Brille oder Handy verloren hat, steuert oftmals zuerst das Fundbüro an. In der Stadt Luckenwalde ist Heike Döring aus dem Ordnungsamt in der Theaterstraße 16d die Hüterin über alle Fundsachen. Ein Gang dorthin kann sich durchaus lohnen, obwohl Heike Döring das Jahr 2018 im Hinblick auf die Fundsachen eher als „unspektakulär“ einschätzt.

„Es waren keine auffälligen oder völlig originellen Dinge dabei“, sagt die Stadtmitarbeiterin. In den Vorjahren landeten beispielsweise schon eine Flug-Drohne, ein Rollstuhl oder auch mal ein Gebiss in den Gemächern der Stadt.

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Ein Schlüsselkasten voller Fundschlüssel. Quelle: Elinor Wenke

Im Verlauf dieses Jahres wurden insgesamt 178 Fundsachen abgegeben, darunter 58 Fahrräder und 25 Schlüssel. Außerdem fanden Brillen, Schirme, Portemonnaies, Brieftaschen, Schmuck aller Art, verlorene Smartphones, Spielsachen und liegengelassene Textilien den Weg zum Fundbüro. Unmengen an Handtüchern, Badesachen oder Badelatschen werden regelmäßig in der Fläming-Therme vergessen und erstaunlicherweise in den seltensten Fällen abgeholt.

Schlüssel des letzten Halbjahres türmen sich in einem Schlüsselschränkchen, außerdem Schals, Mützen, Handschuhe, Rucksäcke, Sporttaschen und ein E-Book liegen im Regal. Vermissen dürfte der rechtmäßige Besitzer eine wertvolle Kamera samt Fototasche, die ihr Dasein jetzt im Fundbüro fristet. „Selbst eine herrenlose Aluminium-Leiter wurde in der Stadt abgegeben und bislang nicht abgeholt“, erzählt Heike Döring.

Schabernack mit Kettenreaktion

Das außergewöhnlichste Fundstück aber ist eine Schlangen-Attrappe. „Die täuschend echte Nachbildung aus Kunststoff war im August in einem Luckenwalder Garten entdeckt worden“, berichtet Heike Döring. Irgendein Witzbold hatte das Tier dort vor einem Kaninchenstall postiert. Weil die Gartenbesitzer das zusammengerollte Wesen für eine echte Schlange hielten, gab es zunächst einen großen Schreck und dann eine Kettenreaktion an behördlichen Maßnahmen: Alarmiert wurde die Polizei, die ihrerseits die Feuerwehr, den amtstierärztlichen Bereitschaftsdienst und einen Schlangen-Experten auf den Plan rief. Erst, als die Feuerwehrleute mit einem Kescher versuchten, das Tier zum Bewegen zu animieren, stellte sich der Irrtum heraus. Die Polizei stellte das Fundtier sicher. Seitdem erschreckt der Dummy im Fundbüro so manchen Betrachter.

Ein Regal mit Fundsachen. Etliche Dinge gehen in die Versteigerung. Quelle: Elinor Wenke

40 Fundsachen wurden in diesem Jahr wieder abgeholt. Die Schlange aber nicht, denn ihr Besitzer müsste sich vermutlich als Initiator des Schabernacks outen. Die restlichen Dinge kommen bei öffentlichen Versteigerungen unter den Hammer, werden nach einem halben Jahr dem Finder angeboten, für soziale Zwecke zur Verfügung gestellt oder entsorgt.

Auch 33 Vierbeiner und gefiederte Ausreißer wurden im Fundbüro gemeldet oder abgegeben. Das sind 20 Hunde, zehn Katzen, ein Kaninchen, ein Nymphensittich und ein Wellensittich. Sie landen zunächst im Tierheim.

Von Elinor Wenke