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Luckenwalde Schornsteinfegermeister Wolfgang Bischoff geht in den Ruhestand
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17:20 29.11.2019
Schornsteinfegermeister Wolfgang Bischoff (M.) wird von seinen Berufskollegen zum Abschied auf Händen getragen. Quelle: Margrit Hahn
Luckenwalde

Schornsteinfegermeister Wolfgang Bischoff hängt seinen Kehrbesen an den Nagel. Am Freitag feierte er im Luckenwalder Parkcafe seinen Abschied vom Berufsleben. „Ich bin aber noch bis zum 31. Dezember um Mitternacht im Dienst“, sagt der 65-Jährige und lacht. Eingeladen hatte er Berufskollegen sowie Handwerker, mit denen er jahrelang gut zusammen gearbeitet hatte. Die Schornsteinfeger kamen überwiegend in ihrer Berufskluft. So viele Glücksbringer auf einmal sieht man selten.

Zum Abschied trafen sich die Glücksbringer in Kluft. Quelle: Margrit Hahn

Wolfgang Bischoff ist noch bis Ende des Jahres für den Kehrbezirk TF 131 zuständig, der bis in den Nachbarkreis Potsdam-Mittelmark reicht. Angefangen hatte Bischoffs berufliches Schaffen in Mahlow. Dort war auch sein Vater als Schornsteinfeger tätig. Schon in der 1. Klasse wusste Wolfgang Bischoff, dass er diesen Beruf auch erlernen will. Die Ausbildung absolvierte er bei seinem Vater. 1977 machte er seinen Meister, und mit 29 Jahren war er selbstständig.

In gemütlicher Runde wurde der Abschied gefeiert. Quelle: Margrit Hahn

Dass er ausgerechnet an einem 1. April sein Geschäft eröffnete, hatte der damalige Rat des Kreises Potsdam so bestimmt. Wolfgang Bischoff erinnert sich genau, wie schwierig es war, einen eigenen Kehrbezirk zu bekommen. Nur wenn jemand in Rente ging oder verstorben war, rückte man auf der Warteliste auf. Und so musste der Mahlower zuerst nach Wittstock/Dosse. Als er dann in Luckenwalde die Chance bekam, überlegte er nicht lange. Im Jahr 1984 zog er mit seiner Familie um. Mehr als 40 Jahre ist er den Leuten auf Dach gestiegen.

Küsse und Umarmungen

Oft wurde Wolfgang Bischoss als Glücksbringer angesprochen. Wenn er in Kluft über den Luckenwalder Boulevard spazierte, kam es manchmal vor, dass er umarmt oder geküsst wurde. Hin und wieder drehte jemand am Knopf seiner Kluft. Er war zu etlichen Hochzeiten eingeladen und freute sich immer, wenn er als Dankeschön ein Foto bekam. Bei einem Leinwandfoto sieht man die Hände mit den Ringen des frisch vermählten Paares und die rußigen Finger des Schornsteinfegermeisters. „Das gehörte dazu“, sagt Wolfgang Bischoff. Wobei er glaubt, dass er den Ruß magisch angezogen hat.

Der Abschied wurde im Luckenwalder Parkcafé gefeiert. Quelle: Margrit Hahn

Etliche Jahre hatten es sich er, und einige Berufskollegen zur Tradition gemacht, den Besuchern in der Fläming-Therme ein gutes neues Jahr zu wünschen. Dabei haben die Badelustigen auch mal versucht, den Glücksbringer ins Wasser zu ziehen. „Aber das ist ihnen nicht gelungen. Wir Schornsteinfeger sind standfest“, sagt Wolfgang Bischoff.

Wenn ihm jemand am Knopf drehte und der dann nur noch am seidenen Faden hing oder abgerissen war, musste er ihn selbst annähen. „Mir hat es schon gereicht, wenn ich die Wäsche waschen musste”, sagt Ehefrau Cordula. Sie war seit 1992 im Unternehmen ihres Mannes tätig.

Dass Wolfgang Bischoff mit Eintritt der Rente in ein schwarzes Loch fallen könnte, ist eher unwahrscheinlich. Erstmal ist noch jede Menge Büroarbeit zu erledigen. Dann freut er sich auf die Zeit mit der Familien. Reisen gehörte schon immer zu seinen Hobbys, besonders Kurzreisen.

Schornsteinfegermeister Wolfgang Bischoff (r.) mit seinem Nachfolger Jens Reifenstahl. Quelle: Margrit Hahn

Sein Nachfolger als Schornsteinfeger ist bereits gefunden. Jens Reifenstahl, der ursprünglich aus Ludwigsfelde stammt und jetzt im Kehrbezirk Gera tätig ist, hat die deutschlandweite Ausschreibung für sich entscheiden können. Er wird ab 1. Januar 2020 den Kehrbezirk TF 131 übernehmen. Wolfgang Bischoff wünscht sich, dass sich junge Menschen auch in Zukunft für den Beruf des Schornsteinfegers entscheiden werden.

Von Margrit Hahn

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