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Luckenwalde Gesundheitsschule: Leiterin geht in den Ruhestand
Lokales Teltow-Fläming Luckenwalde Gesundheitsschule: Leiterin geht in den Ruhestand
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11:34 29.11.2019
Klaus Schenke, ärztliche Direktor im Luckenwalder KMG-Klinikum verabschiedet sich von Gabriele Peisker. Quelle: Margrit Hahn
Luckenwalde

Gabriele Peisker, Leiterin der Schule für Gesundheitsberufe, hatte am Donnerstag ihren letzten Arbeitstag. Jetzt nimmt die 63-Jährige ihren restlichen Urlaub. Ab 1. Januar geht sie in ihren wohlverdiente Ruhestand.

Ärzte, Schwestern, Schüler und Vertreter von Hauskrankenpflege und Seniorenheimen verabschiedeten sich von ihr, und so war in der Kantine der Luckenwalder KMG Klinik Schlangestehen angesagt.

Die ehemalige Oberin Marianne Richter (r.) hält die Laudatio. Quelle: Margrit Hahn

Marianne Richter, die ehemalige Oberin, kennt Gabriele Peisker seit dem ersten Tag, als sie ihren Dienst im Luckenwalder Krankenhaus antrat. Deshalb wurde Richter gebeten, ein paar Worte zu sprechen und die vergangenen Jahre noch einmal Revue passieren zu lassen.

„Die Veranstaltung ist laut Einladung auf eine Stunde begrenzt. Dass heißt, entweder eine kurze Rede oder schnell reden“, sagte Marianne Richter. Da wenige Worten nicht ausreichten, holte sie etwas ausführlicher aus.

Der Rede von Marianne Richter wird aufmerksam gelauscht. Quelle: Margrit Hahn

Gabriele Peisker begann ihre Ausbildung als Schwester Gaby am 1. September 1972 im Luckenwalder Krankenhaus. Marianne Richter war ihre Praxisanleiterin und bestand darauf, dass alle Schüler der Klasse eine Haube tragen. Im Gegensatz zu ihr haben die Schüler die Hauben gehasst und jedes Mal, wenn Marianne Richter nicht in Sichtweite war, blieben die Hauben im Schrank.

Chefarzt Ulrich Fleck lässt es sich nicht nehmen, bei der Abschiedsveranstaltung dabei zu sein. Quelle: Margrit Hahn

Nach erfolgreicher zweieinhalbjähriger Ausbildung wurde Schwester Gaby auf der S-Station eingesetzt. „Das Arbeitsleben zu dieser Zeit ist mit dem heutigen nicht mehr zu vergleichen. Die Dokumentation bestand aus einer Kurve auf Din A4“, erinnert sich Marianne Richter.

Luckenwaldes Bürgermeisterin Elisabeth Herzig von der Heide (r.) mit Gabriele Peisker. Quelle: Margrit Hahn

Medizinisch-pflegerische Arbeit sei damals im Vergleich zu heute geradezu abenteuerlich gewesen. Spritzen und Kanülen waren Mehrwegmaterial. Nach der Benutzung wurden sie ausgebürstet, gespült und sterilisiert, ebenso Pinzetten und Scheren. „In einem sterilisierten Glasbehälter lag der Vorrat einer Woche“, so Marianne Richter. Oftmals hatten die Schwestern rote Hände von den aggressiven Desinfektionsmitteln.

Viele Erinnerungen an früher

Frühstück und Abendessen haben die Schwestern selbst zubereitet. Es wurden Eier gekocht, Kaffee gebrüht und Flure und Treppenhäuser geschrubbt. Bei der Schlussdesinfektion wurden die Matratzen auf dem Balkon ausgeklopft und die Zimmer nach der Besuchszeit ausgefegt.

„Als Erinnerung soll das reichen. Den jungen Kollegen soll es deutlich machen, welche Entwicklung die Medizin gemacht hat“, so Richter. Sie bedauerte allerdings, dass das Personal heute nicht mehr so viel Zeit für die Patienten hat.

Veronika Zimmermann (l.) übernimmt die Nachfolge. Quelle: Margrit Hahn

Als im September 1981 eine Stelle als Praxislehrerin frei wurde, nutzte Gabriele Peisker die Chance. Drei Monate später wurden alle Praxislehrerinnen von der Medizinischen Fachschule übernommen, und so wurde Gabriele Peisker Fachschullehrerin.

Sie setzte sich noch einmal auf die Schulbank und absolvierte von 1983 bis 1986 ein Hochschulstudium. Mit der Wende wurde die Medizinische Fachschule aufgelöst. Die Leitung des Krankenhauses bemühte sich mit Erfolg um eine eigene Krankenpflegeschule. Dafür wurde eine Schulleiterin gesucht. Gabriele Peisker konnte mit ihrem Konzept überzeugen.

1113 Schüler ans Ziel gebracht

Seitdem haben sie und ihr Team 36 Krankenpflege- und 17 Altenpflegeklassen ausgebildet. Das waren 1113 Schüler. „Gabriele Peisker dass ist nicht nur ein Name, sondern eine Institution“, sagte ihre Nachfolgerin Veronika Zimmermann, die ab 1.  Januar die Schule für Gesundheitsberufe leiten wird.

Von allen Stationen der Luckenwalde Klinik kamen Vertreter zur Verabschiedung. Quelle: Margrit Hahn

Die 40-jährige Diplom-Medizinpädagogin kann sich das Schulleben ohne Peisker schwer vorstellen. „Es macht mich stolz, dass Sie mir ihre Funktion anvertrauen und auch zutrauen“, so Zimmermann. Sie weiß, dass die nächsten Jahren mit der neuen Pflegeausbildung spannend werden. Trotzdem freut sie sich darauf, denn sie hat ein tolles Team und hofft, dass es gelingt den Pflegeberuf weiterhin positiv zu prägen.

Fit in den Ruhestand

Dominik Küster ist Schüler im dritten Ausbildungsjahr. Er berichtete, dass seine Klasse bei Gabriele Peisker nicht nur in Sachen Recht, sondern auch in Sport unterrichtet wurde. „Die Rückenübungen meisterte sie besser als 90 Prozent der Schüler“, so Küster. Er wünschte der Schulleiterin jede Menge Tatendrang und dass sie endlich Zeit hat, mit ihrem Mann ausgiebig zu frühstücken und ihre Tochter in Australien zu besuchen.

Gabriele Peisker wünschte sich, dass die neue Schule in spätestens zwei bis drei Jahren bezugsfertig ist, denn die jetzige Schule für Gesundheitsberufe platzt aus allen Nähten.

Von Margrit Hahn

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