Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Luckenwalde Stadt erhöht Standgebühren für Wochenmarkt
Lokales Teltow-Fläming Luckenwalde Stadt erhöht Standgebühren für Wochenmarkt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:05 22.11.2019
Der Wochenmarkt in Luckenwalde ist beliebt, aber von den Händlerzahlen her rückläufig. Quelle: Elinor Wenke
Luckenwalde

Der Luckenwalder Wochenmarkt steckt in einem Dilemma. Er ist zwar beliebt, aber die Zahl der Händler und damit auch die Entgelte, die die Stadt einnimmt, gehen zurück. Der Aufwand für die Stadt, zum Beispiel für Sauberhaltung, Senkelektranten und Personal, verringert sich jedoch nicht. Die aufgelaufenen Defizite konnten nicht mehr kompensiert werden.

Boten im Jahr 2008 noch mehr als 1600 Händler übers Jahr ihre Waren an, so waren es 2018 noch knapp die Hälfte. An Entgelten nahm die Stadt vor zwei Jahren 50.400 Euro ein, im vorigen Jahr noch 36.000 Euro. Der Aufwand für die Stadt lag im vorigen Jahr bei 52.300 Euro. Für 2020 wird er auf 63.700 Euro geschätzt.

Gemüsestand auf dem Luckenwalder Wochenmarkt im November. Quelle: Elinor Wenke

Da ein Markt laut Kommunalverfassung aber kostendeckend arbeiten muss, will die Stadt ab Januar 2020 die Standgebühren für die Händler erhöhen – von 1,40 Euro auf 2,30 Euro pro Quadratmeter Standfläche. Das löste im Ausschuss für öffentliche Ordnung eine kontroverse Debatte aus.

Kompromissvorschlag der Verwaltung

Dabei hat die Stadt einen Kompromissvorschlag vorgelegt. Laut Kämmerin Angela Malter müsste die Gebühr für eine kostendeckende Variante sogar auf 2,70 Euro erhöht werden. Mit dem Vorschlag der Verwaltung wird ein Defizit von 6800 Euro ausgeglichen; das Rest-Minus von 10.000 Euro geht zu Lasten des städtischen Haushalts.

Anja Jürgen (Grüne) sieht die Erhöhung kritisch. „Wenn wir jetzt die Gebühren erhöhen, was soll da an Markt noch übrig bleiben? Gibt es keine anderen Ideen, um nicht alles auf den Schultern der Händler abzuladen?“, fragte sie.

Zwickmühle

Manfred Thier (Linke) sieht sich in einer Zwickmühle. Einerseits sieht er eine Gebührenerhöhung kritisch. „Andererseits muss ein Wochenmarkt kostendeckend sein und wir dürfen nicht einfach gegen Kommunalsysteme verstoßen und den Markt automatisch zu einem Zuschussgeschäft machen“, sagte er.

Bert Lindner (SPD) sieht die Situation sehr nüchtern: „Die Innenstadt-Händler müssen auch ihre Mieten bezahlen und zusehen, wie sie klar kommen. Da fragt keiner und die Stadt zahlt auch keinen Zuschuss“, sagte er.

Abstimmung mit dem Fuß

Christian Block (AfD) liegt der Wochenmarkt zwar am Herzen, „aber dass Händler abwandern, ist eine Abstimmung der Käufer mit dem Fuß“, sagte er. Würden die Händler genug Umsatz machen, würden sie auch bleiben, so Block. „Die Stadt hat darauf keinen Einfluss.“

Laut Ricarda Voigt, sachkundige Einwohnerin, müsse die Stadt sich bekennen. „Wollen wir uns diesen Markt leisten, dann muss man ihn auch finanzieren.“

Ordnungsamtsleiterin Anette Wolters teilte auf Anfrage mit, dass man mit den Händlern gesprochen habe und auf keinen großen Widerstand gestoßen sei.

Widerspruch der Händler

Dem widersprach Fischhändler Georg Suhr. „Wir stehen auf vielen Märkten, aber in Luckenwalde liegen die Gebühren im oberen Drittel“, sagte er. Man wirtschafte am Existenzminimum. „Wenn Sie die Gebühren erhöhen, geht der Schuss nach hinten los“, prophezeite Suhr, „dann werden Sie künftig noch weniger einnehmen.“ Bei zwei Enthaltungen stimmte der Ausschuss dem Vorhaben der Stadt zu.

Von Elinor Wenke

Auch in diesem Jahr stammen die Weihnachtsbäume im Stadtzentrum von Luckenwalde aus privaten Gärten. Spätestens am ersten Advent sollen die Kerzen daran leuchten und die Tannen geschmückt sein.

22.11.2019

Auf der neuen Urnengemeinschaftsanlage am Luckenwalder Waldfriedhof können ab 2020 auch die Namen und Daten der Verstorbenen auf einem aufgearbeiteten Grabstein eingraviert werden.

22.11.2019

Die Politiker im Kreistag äußern Kritik und haben Änderungswünsche am 300-Millionen-Euro-Paket für 2020. Es geht ums Personal. Aber auch darum, was mit Rücklagen von 2014 passieren soll: Sparen oder investieren – eine Grundsatzfrage.

22.11.2019