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Luckenwalde Langjährige Bauruine soll Wohnhaus werden – doch der Alteigentümer blockiert Geschäfte
Lokales Teltow-Fläming Luckenwalde Langjährige Bauruine soll Wohnhaus werden – doch der Alteigentümer blockiert Geschäfte
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01:16 24.05.2019
In dieser Fabrik-Ruine im Haag/Ecke Grabenstraße wurden früher Formdrehteile gefertigt. Jetzt soll es ein Wohnhaus werden. Quelle: Margrit Hahn
Luckenwalde

Ein ewiges Ärgernis in Luckenwalde könnte nun doch bald ein Happy End haben. Nach jahrelangem Tauziehen um die unansehnliche Fabrik-Ruine im Haag 12/Ecke Grabenstraße gibt es nun einen neuen potenziellen Eigentümer, der das denkmalgeschützte Gebäude sanieren und mit neuem Leben füllen will.

Die „Haag XII Entwicklungs-GmbH“ in Berlin hat das rund 2250 Quadratmeter große Grundstück gekauft. Mit der „Bungs Patzschke Projektentwicklungs GmbH“ und der „Patzschke und Schwebel Planungsgesellschaft“ will sie dort 40 bis 50 Einheiten für betreutes Wohnen schaffen.

Alteigentümer blockiert die Geschäfte

Doch noch steht ein Fragezeichen hinter dem Vorhaben. „Wir sind im Grundbuch vorgemerkt, aber der bisherige Eigentümer ist zurzeit bei der endgültigen Abwicklung der Geschäfte sehr hinderlich“, sagt Geschäftsführer Till-Jonathan Patzschke. Inzwischen liegt das Verfahren komplett in den Händen der Anwälte. „Wir hoffen, dass wir bis in drei Wochen zu einem erfolgreichen Ende kommen“, sagt Patzschke.

Aus einigen Fenstern der Ruine wachsen bereits Bäume heraus. Quelle: Margrit Hahn

Dass der Noch-Eigentümer das Verfahren verzögern will, wundert Stadtplanungsamtsleiter Peter Mann nicht. „Wir haben seit Jahren erfolglos unzählige Versuche gestartet, den Eigentümer zum Handeln zu bewegen“, erklärt Mann. So sei der Eigentümer mehrmals verpflichtet worden, das verfallene Gebäude zu sichern, um Gefahren abzuwenden. Der Landkreis hatte Ersatzvornahmen zur Sicherung des Gebäudes vorgenommen und die Absperrung mit Bauzäunen in Auftrag gegeben. Auf den Kosten blieb er lange sitzen.

Zwangsversteigerung anberaumt

Die Stadt hatte Forderungen aus säumigen Zahlungen an den Eigentümer, etwa aus schuldigen Grundsteuerzahlungen oder Straßenreinigungsgebühren. „Immer wieder gab es Eigentümerwechsel mit einem Zwischenverkauf und anschließender Rückabwicklung“, beklagt Mann. Die Stadt hatte schließlich erfolgreich einen Antrag auf Zwangsversteigerung gestellt. Diese war für April 2018 anberaumt. „Doch zwei Tage vorher gab es erneut einen Verkauf; der neue Eigentümer hat die Forderungen beglichen“, berichtet der Amtsleiter.

Investition von zwölf bis 15 Millionen Euro

Nun also will die „Haag XII Entwicklungsgesellschaft“ das Fabrik-Denkmal, in dem einst Formdrehteile hergestellt wurden, neu entwickeln – wohl wissend, dass sie sich damit einer großen finanziellen Herausforderung stellt. Zwölf bis 15 Millionen Euro sollen laut Patzschke investiert werden. „Die Fassade zur Straßenseite bleibt stehen, dahinter wollen wir einen Neubau integrieren“, sagt Till-Jonathan Patzschke. Auch die Fensterraster der historischen Bausubstanz sollen erhalten bleiben.

Der Reiz für den Investor

Neben der günstigen Lage im Zentrum der Stadt reizt den Investor der industrielle Charakter des Gebäudes. „Es ist toll zu sehen, welche handwerklichen Fähigkeiten die Bauleute damals an den Tag gelegt haben“, sagt Patzschke.

Die Ruine im Haag/Ecke Grabenstraße. Quelle: Margrit Hahn

Doch bis die ersten Mieter einziehen können, wird Zeit vergehen. „Wir haben zwar einen positiven Bauvorbescheid, aber noch keine Baugenehmigung beantragt und brauchen danach sicher einen langen Atem“, sagt Patzschke. Er rechnet frühestens für Herbst 2021 mit dem Baubeginn. Anderthalb Jahre später könnte dann die Fertigstellung gefeiert werden.

Die Stadt hofft auf eine erfolgreiche Übernahme und Sanierung. Andernfalls könnte erneut eine Zwangsversteigerung drohen.

Von Elinor Wenke

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