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Luckenwalde Raser tappen in die Laser-Falle
Lokales Teltow-Fläming Luckenwalde Raser tappen in die Laser-Falle
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00:52 21.04.2018
Die Polizisten Mike Feuerhak (l.) und Frank Lehmann messen mit ihrer Laserpistole die Geschwindigkeit auf der Straße Zum Freibad.
Die Polizisten Mike Feuerhak (l.) und Frank Lehmann messen mit ihrer Laserpistole die Geschwindigkeit auf der Straße Zum Freibad. Quelle: Hartmut F. Reck
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Luckenwalde

Dem Fußball war Schuld daran, dass am Mittwoch auf den Straßen von Luckenwalde und Jüterbog nicht so viele Laserpistolen stationiert waren, wie sonst an den Blitzmarathon-Tagen der Polizei. Weil am Abend Energie Cottbus gegen den FSV Luckenwalde 63 im Werner-Seelenbinder-Stadion spielte und für diesen personalintensiven Einsatz viele Polizeibeamte abgestellt waren, konnten während des Tages nicht so viele Geschwindigkeitskontrollen durchgeführt werden.

Laserpistole an „fieser Stelle“ in Luckenwalde

An einer Stelle in Luckenwalde „blitzte“ es am Vormittag aber dann doch. Polizeihauptkommissar Mike Feuerhak und Polizeihauptmeister Frank Lehmann hatten ihre Laserpistole an der Kreuzung Meisterweg/Zum Freibad aufgestellt. Eine aus Rasersicht „fiese Stelle“, weil wenn man von der Jüterboger beziehungsweise Zinnaer Straße kommend dort einbiegt, gilt zunächst eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 30 Stundenkilometern wegen des Kindergartens, dann darf man zwischendurch wieder 50 km/h fahren, muss bald aber wieder auf 30 km/h abbremsen, weil das Altenheim kommt. An der besagten Kreuzung darf man aber wieder auf 50 km/h beschleunigen, aber erst dann, auch wenn das Verkehrsschild schon von weitem zu sehen ist.

Blitzer-Standorte nicht bekannt gemacht

Also rast man als Autofahrer dort gern in die Laserfalle. Das wussten die beiden Polizisten aus Erfahrung. Sie konnten sich bei dem diesjährigen europaweiten Blitzmarathon, der auch in Brandenburg flächendeckend durchgeführt wurde, selbst die Kontrollstelle aussuchen. Im Gegensatz zu den Vorjahren wurden diese vorher nicht bekanntgegeben.

Dass die Aktion aber an diesem Tag stattfinden sollte, war bekannt. „Viele von denen, die wir erwischt haben“, sagt Frank Lehmann schmunzelnd, „hatten kurz vorher noch darüber mit ihrem Beifahrer gesprochen.“ Trotzdem wog der Bleifuß schwerer als die Vorsicht vor dem Erahnten.

Am Vormittag zwölf Verkehrssünder erwischt

In der Zeit von 6.50 bis 11.15 Uhr wurden zwölf Verkehrssünder dabei erwischt, wie sie deutlich zu schnell im 30-km/h-Bereich fuhren. „Ab 43 Stundenkilometern wird herausgewunken“, sagte Mike Feuerhak. Wer so schnell fährt, der sieht auf seinem Tacho normalerweise einen noch höheren Wert.

Der schnellste von den zwölf Verkehrssündern am Mittwochvormittag wurde mit 72 Stundenkilometern gemessen. Das sind 42 km/h mehr als erlaubt. „Das gibt eine Ordnungswidrigkeitsanzeige“, erklärte Lehmann, „einen Monat Fahrverbot, 160 Euro Strafe und zwei Punkte in Flensburg.“

Die Verkehrssünder zeigten sich stets einsichtig. Quelle: Hartmut F. Reck

Die herausgewunkenen Autofahrer zeigten sich allesamt reumütig und nahmen nach der Kontrolle ihrer Führerscheine und Fahrzeugpapiere die Zahlscheine ab 15 Euro entgegen, womit sie ihre Geldstrafe überweisen können. Gleich bar zu bezahlen geht nicht mehr. Dafür verfügen einige Polizeiautos bereits über EC-Karten-Lesegeräte, das Fahrzeug, mit dem die Polizisten Feuerhak und Lehmann unterwegs waren, aber noch nicht.

Beide waren zufrieden mit ihrem Ergebnis. Positive Reaktionen erhielten sie vor allem von den Nachbarn. Am frühen Nachmittag wurden sie von Kollegen abgelöst, die bis 20 Uhr weitermachten. Ob an derselben Stelle, wussten sie noch nicht.

Der sogenannte Blitzer-Marathon ist nicht unumstritten. Es gibt Kritik an Sinn und Aufwand der Aktion.

Von Hartmut F. Reck

20.04.2018