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Luckenwalde Rettungsdienst erhöht Gebühren und investiert weiter
Lokales Teltow-Fläming Luckenwalde Rettungsdienst erhöht Gebühren und investiert weiter
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20:08 27.11.2019
Statt 777 Euro werden für den Einsatz eines Rettungswagens in TF bald 962 Euro fällig. Quelle: Rettungsdienst TF
Luckenwalde

Zu mehr als 20.000 Notfällen rückte der Rettungsdienst 2018 in Teltow-Fläming aus. Nicht nur hier ist die Tendenz steigend. Ab 1. Januar 2020 werden auch die Gebühren erhöht, die für Einsätze von Notärzten, Krankentransport- und Rettungswagen anfallen. Das berichtete der Werkleiter des Rettungsdienstes in TF, Denny Mieles, in dieser Woche im Kreisausschuss.

„Mehr Kosten verteilen sich auf weniger Einsatzzahlen

Ursachen dafür gibt es gleich mehrere. Mieles fasst sie grob zusammen: „Höhere Kosten verteilen sich auf weniger Einsatzzahlen“, sagt er.

Denny Mieles ist der Chef des Rettungsdienstes in Teltow-Fläming. Quelle: Hartmut F. Reck

Einer der Hauptgründe sind Verluste aus den Vorjahren. In dieser Woche wurde der Jahresabschluss von 2018 vorgetragen. Ein Minus von 650.000 Euro steht unterm Strich, denn es musste ein Defizit aus 2016 verrechnet werden. „Rein formell“, erklärt Mieles, „das hat keine praktische Bedeutung für den Betrieb.“ Denn die Kosten des Rettungsdienstes werden durch die Krankenkassen refinanziert.

Mehr Einsätze, aber weniger gebührenrelevante

Die zweite Komponente sind die Fallzahlen. „Tatsächlich steigen unsere Einsatzzahlen im Landkreis“, berichtet der Werkleiter. Doch für die vergangenen Jahre wurde mit zu hohen Zahlen gerechnet, weil auch nicht-gebührenrelevante Einsätze eingeflossen waren.

„Das können zum Beispiel Fehlfahrten sein“, erläutert Mieles, „oder Einsätze, bei denen kein Patient angetroffen wurde oder er zu Hause verblieben ist.“

Die bereinigten Einsatzzahlen sind also niedriger als bisher angenommen. Statt 19.000 bedeutet das für die Rettungswagen in TF nur noch 16.500 gebührenrelevante Fahrten; bei den Krankentransporten sind es statt 1000 nur 800.

Zahlen und Fakten

Die Gebühren steigen wie folgt: Der Einsatz eines Rettungswagens kostet bald 962,90 Euro statt bisher 777,10 Euro.

Beim Krankentransport werden statt 468,10 Euro künftig 618,30 Euro fällig.

Kommt der Notarzt zum Einsatz, kostet das demnächst nicht mehr 271,10 Euro sondern 322,30 Euro.

Auch die Kilometerpauschale für die zurückgelegte Fahrstrecke wird erhöht: von 43 Cent auf 65 Cent.

Gebühren werden in drei Fällen fällig: grundsätzlich beim Transport einer Person durch den Rettungsdienst, bei einer Behandlung durch den Notarzt – auch wenn der Patient stirbt – und beim Missbrauch, also dann wenn der Rettungsdienst wider besseren Wissens gerufen wurde.

Die Krankenkasse übernimmt in der Mehrheit der Fälle die Gebühren.

Die Kosten bleiben dennoch gleich. Immerhin wollen über 200 Beschäftigte bezahlt und alle Fahrzeuge gewartet werden. 1,7 Millionen Euro investierte der Rettungsdienst beispielsweise 2018 allein in die Rettungswagen. Auch einige der zwölf Standorte wurden und werden erneuert.

„Von der Infrastruktur her sind wir vor allem im Norden des Landkreises jetzt gut aufgestellt“, erklärt Denny Mieles. Erst vor wenigen Wochen wurde die neue Wache in Ludwigsfelde eingeweiht. 2020 soll der Um- und Neubau in Dahlewitz in Betrieb gehen.

Notfallsanitäter Ingo Sommer (li.) Denny Mieles vor der im Oktober eingeweihten, neuen Rettungswache in Ludwigsfelde. Quelle: Marlene Schmidt

Mieles sieht den Rettungsdienst TF auch dann noch gut aufgestellt, wenn der BER eröffnet und mehr Einsätze mit sich bringt. „Im berlinnahen Norden ist es für uns möglich, sowohl bestehende Rettungswachen zu erweitern, als auch das nötige Personal zu finden“, sagt er.

Investitionsbedarf gibt es hingegen noch im Süden. „Hier sind wir derzeit dabei, aufzustocken“, erklärt Mieles. Die Planungen für Um- und Neubauprojekte der Wachen in Heinsdorf und Dahme laufen bereits.

Neuer Standort in Niedergörsdorf

Südlich von Jüterbog soll 2020 außerdem ein weiterer Rettungswagen stationiert werden. Wo genau, konnte Mieles in dieser Woche noch nicht sagen. Als möglicher Standort kommt die Gemeinde Niedergörsdorf in Frage. Der Rettungsdienst sucht noch nach einem geeigneten Gebäude.

Denn vor allem in dieser Region kann der Rettungsdienst die geforderte Hilfsfrist von 15 Minuten noch zu oft nicht einhalten. Eine neue landesweite Verordnung könnte das Problem in naher Zukunft noch verschärfen. Derzeit hält der Rettungsdienst die Frist in knapp 94 Prozent aller Notfälle. Gefordert sind mindestens 95 Prozent.

Von Victoria Barnack

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