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Luckenwalde Nur Note 3 für den Radverkehr in den Städten in TF
Lokales Teltow-Fläming Luckenwalde Nur Note 3 für den Radverkehr in den Städten in TF
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16:18 11.04.2019
Mit einem „Geisterradfahrer“-Video warb die Stadt Ludwigsfelde 2018 für mehr Rücksicht im Radverkehr. Quelle: Kevin Senft
Luckenwalde/Ludwigsfelde

Wäre die Fahrradfreundlichkeit ein Schulfach, hätten die Städte in Teltow-Fläming gerade so noch bestanden. Aller zwei Jahre ruft der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) die Bürger auf, zu bewerten, wie viel Spaß oder Stress ihnen das Radeln in ihrer Heimat bereitet.

Mehrere hundert Menschen aus Teltow-Fläming haben 2018 teilgenommen. Nun liegen die Ergebnisse vor: Für die Kreisstadt Luckenwalde gab es die Note 3,8. Ludwigsfelde hat eine 3,6 bekommen.

Das Thema Sicherheit im Radverkehr war einer von fünf Aspekten, die bei der Umfrage ausgewertet wurden. Quelle: Elinor Wenke

In den Rathäusern der beiden Städte ist man von den schlechten Ergebnissen nicht überrascht. „Dass wir in der Gesamtbewertung gegenüber 2016 schlechter geworden sind, ist für uns nachvollziehbar“, sagt Ekkehard Buß vom Luckenwalder Stadtplanungsamt.

Immerhin habe es in den vergangenen zwei Jahren vor Ort kaum bauliche Maßnahmen zugunsten des Radverkehrs gegeben. Aber: „Wir haben uns in dieser Zeit intensiv damit beschäftigt, Fördermittel zu akquirieren“, ergänzt Buß.

Radweg zwischen Luckenwalde und Berkenbrück wird gebaut

Was in den vergangenen Jahren quasi hinter verschlossenen Türen vorbereitet wurde, soll in naher Zukunft umgesetzt werden. Gelder gab es vor allem dank der nationalen Klimaschutz-Initiative und einem damit verbundenen Fördertopf.

Einen Radweg zwischen Berkenbrück und Luckenwalde fordern die Einwohner seit mehreren Jahren. Nun beginnt der Ausbau. Quelle: Margrit Hahn

Das größte Projekt der Stadt Luckenwalde ist nun der Ausbau des Radweges an der L 73 nach Berkenbrück und Hennickendorf. Jahrelang hatten Anwohner diese Verbindung gefordert. „Jetzt läuft die Ausschreibung für den Radweg“, berichtet Buß.

Weitere Maßnahmen für eine Verbesserung des Radverkehrs sollen folgen: Die Stadt plane beispielsweise eine Ladesäule für E-Bikes und 170 neue Bügel zum Abstellen der Fahrräder. „Die Kritik aus der Umfrage nehmen wir uns durchaus zu Herzen“, betont der Luckenwalder.

Peter Mann und Ekkehard Buß (r.) vom Luckenwalder Stadtplanungsamt planen Verbesserungen für Radfahrer in der Kreisstadt. Quelle: Margrit Hahn

Nicht nur in der Kreisstadt hatte man zuvor öffentlich dafür geworben, dass möglichst viele Bürger an der Umfrage teilnehmen. Auch in Ludwigsfelde hatte Klimaschutzmanager Stefan Seewald auf die ADFC-Aktion aufmerksam gemacht.In der Autobauerstadt hat sich die Zahl der Umfrage-Teilnehmer mehr als verdoppelt. „Wir freuen uns über das erhöhte Interesse am Fahrradfahren in Ludwigsfelde“, sagt Seewald.

Stefan Seewald ist Klimaschutzmanager in Ludwigsfelde. Quelle: Jutta Abromeit

Der Klimaschutzmanager sieht aber auch in seiner Kommune Verbesserungsbedarf. Denn die Bürger haben Ludwisgfelde schlechter bewertet als noch vor zwei Jahren. „Das bestärkt unsere Absichten, Ludwigsfelde fahrradfreundlicher zu machen“, kommentiert Seewald das Ergebnis.

Mehr Radwege, bessere Straßen, mehr Abstellflächen: Die größten Kritikpunkte habe die Stadt bereits auf dem Schirm, so Seewald. „Geplant ist beispielsweise der Ausbau der Radwege zwischen der Kernstadt und den Ortsteilen“, berichtet er.

Gutes Fahrradklima soll Probleme im Verkehr lösen

Für beide Kommunen ist klar: Der Radverkehr kann nicht losgelöst von anderen Mobilitätsthemen betrachtet werden. Auch deshalb ist man in Luckenwalde und Ludwigsfelde dankbar für die Kritik der Radfahrer.

„Die Stärkung des Radverkehrs ist nur ein Baustein um das Verkehrsproblem zu lösen“, sagt Stefan Seewald. Für die 10.000 Pendler, die täglich nach Ludwigsfelde fahren, seien vor allem Zug- und Busanbindungen von Bedeutung.

Die Ergebnisse im Detail

Mit der Note 3,8 liegt in der Kreisstadt Luckenwalde im Durchschnitt aller Städte mit ähnlicher Größe in Deutschland und landet auf Rang 139 von 311 bewerteten Städten.

Ludwigsfelde wurde ein wenig besser bewertet als die Kreisstadt und liegt bundesweit auf Platz 59 von 311.

Eine Stärke beider Städte sehen die Umfrageteilnehmer in der guten Erreichbarkeit der Stadtzentren. Außerdem loben sie die Infrastruktur: Radfahren sei hier zügig sowohl für junge als auch für ältere Menschen möglich.

Auch die Schwächen beider Städte sind ähnlich. Kritik gibt es am fehlenden Angebot öffentlicher Fahrräder und den Mitnahmemöglichkeiten der Räder im öffentlichen Verkehr.

Fünf Aspekte wurden bewertet: Das allgemeine Rad- und Verkehrsklima, der Stellenwert, die Sicherheit und der Komfort des Radfahrens sowie die Familienfreundlichkeit.

Um die Öffentlichen und das Rad zu einer echten Alternative zum Auto zu machen, müsse man deshalb an mehreren Rädchen gleichzeitig drehen. So wird in Ludwigsfelde auch über ein Fahrradparkhaus diskutiert.

„Wir prüfen zurzeit verschiedene Möglichkeiten, wie Fahrräder witterungsgeschützt und sicherer am Bahnhof abgestellt werden können“, sagt Seewald. Sammelschließanlagen, Fahrradboxen oder ein ganzes Parkhaus für die Drahtesel: Auch in Luckenwalde soll sich diesbezüglich bald etwas ändern, bestätigt Ekkehard Buß.

Von Victoria Barnack

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