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Luckenwalde Teltow-Fläming startet Klimapartnerschaft im globalen Süden
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01:15 23.05.2019
Beim neuen Klimapartner von Teltow-Fläming in Namibia gibt es bis heute kein kommunales Abfallmanagement. Der Müll landet in der Kleinstadt täglich auf der Straße. Quelle: Katima Mulilo
Luckenwalde

Wer in Katima Mulilo Müll hat, wirft ihn einfach weg. Nicht in Mülleimer und nicht auf Deponien, sondern an den Straßenrand, in Gräben oder einfach vor die Haustür. Müllkörbe oder -trennung gibt es in der 28.000-Einwohner-Stadt im äußersten Nordosten von Namibia nicht, auch keine Glas-Container oder Papiertonnen.

Im Fluss Sambesi, nördlich der Stadt, landet ein Großteil des Mülls. Quelle: Katima Mulilo

„Auch private Haushalte haben oft gar keinen Mülleimer, und wenn doch, schmeißen sie dort alle Reste unsortiert hinein“, berichtet Raphael Liswaniso, der in der Stadtverwaltung arbeitet. Zwar wird der Müll inzwischen von festen Sammelplätzen in der Stadt abgeholt.

Doch weil die Deponie nicht überdacht ist und sie den Müll auch nicht verwertet, weht der Wind den Unrat zurück in die City, auf die Felder der Landwirte oder in den 2500 Kilometer langen Sambesi-Fluss nördlich der Stadt.

Katima Mulino und Teltow-Fläming starten Klimapartnerschaft

Doch Bürgermeisterin Georgina Mwiya-Simataa will aktiv werden gegen die Umweltverschmutzung. Die Stadt Katima Mulilo hat sich deshalb für eine kommunale Klimapartnerschaft mit einem Land aus dem globalen Norden beworben.

„Wir sind glücklich darüber, Teltow-Fläming als Partner gewonnen zu haben“, sagte die Bürgermeisterin am Montag, „andere Kommunen in Namibia feiern in diesem Jahr bereits das siebenjährige Bestehen ihrer Partnerschaft mit Deutschland.“

Die namibische Delegation zu Besuch bei der Kreisverwaltung in Luckenwalde. Quelle: Victoria Barnack

Mindestens drei Mal wollen sich die Delegationen aus TF und Namibia in den kommenden zwei Jahren besuchen. Über das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung wird die Kennenlern-Phase finanziell zu 100 Prozent gefördert.

Unterschiedliche Kommunen haben auch Gemeinsamkeiten

Die Kommunen, die auf den ersten Blick unterschiedlicher nicht sein könnten, werden dabei wohl auch lernen, dass sie gar nicht so verschieden sind. „Auch bei uns wandern immer mehr Menschen aus den ländlichen Gegenden ab und ziehen in die Städte“, berichtete die Bürgermeisterin.

Gleichwohl der urbane Raum wächst, hat – wie in Teltow-Fläming – die Landwirtschaft eine große Bedeutung für die namibische Kommune. Doch wo Plastik auf den Feldern liegt, kann der Regen nicht in den Boden einziehen, um Pflanzen wachsen zu lassen.

Das ist die Klimaschutz-Partnerkommune

Offiziell hat Katima Mulilo 28.200 Einwohner. Weil die letzten aktuellen Daten aus dem Jahr 2011 stammen, ist die tatsächliche Einwohnerzahl inzwischen wohl um mehrere tausend gestiegen.

Die Stadt liegt im äußersten Nordosten von Namibia und ist 240 Kilometer von den berühmten Victoriafällen entfernt. Die Region gilt vor allem logistisch als wichtiger Passierpunkt zu den Nachbarländern ohne Zugang zum Meer.

Die Region ist vom Fluss Sambesi geprägt. Er ist der viertgrößte Fluss in Afrika und liefert die Basis für die lebendige Agrarwirtschaft von Katima Mulilo.

Durchschnittlich leben 4,5 Personen in einem Haushalt in Katima Mulino. 55 Prozent aller Einwohner sind zwischen 15 und 59 Jahren alt.

Infrastrukturell ist Katima Mulilo gut aufgestellt. In der Stadt gibt es zahlreiche Schulen, mehrere Krankenhäuser und 18 Kilometer entfernt einen Flugplatz.

Die Voraussetzungen dürften den Partnern südlich von Berlin also gar nicht so fremd vorkommen – wäre da nicht der massive Entwicklungsrückstand. Ein kommunales Abfallmanagement oder Umweltbildung für die Bürger gibt es in Katima Mulilo nicht.

Die Fokussierung für die kommunale Klimapartnerschaft war deshalb schnell gefunden, genauso wie die Haltepunkte für die Rundfahrt durch den Landkreis. „Am Samstag waren wir beim Südbrandenburgischen Abfallzweckverband, der bereits seine Unterstützung für das Projekt zugesagt hat“, berichtete Werina Neumann aus dem Umweltamt der Kreisverwaltung.

Erste Idee: Ein Abfallkalender für Katima Mulilo

Beim Arbeitstreffen im Kreishaus am Montag entwickelten die neuen Partner aus den Impressionen erste konkrete Ideen. Einen Abfallkalender für die Einwohner könne man sich beispielsweise auch in Namibia vorstellen, erklärte die Bürgermeisterin. Sie hat in den vergangenen Monaten schon eine Kampagne ins Leben gerufen, bei der die Bürger gegen einen Obolus Müll in ihrer Stadt einsammeln.

Was in Teltow-Fläming der SBAZV erledigt, müssen in Namibia die Bürger noch selbst in die Hand nehmen. Quelle: Jutta Abromeit

„Wir wollen nicht immer nur über Klima- und Umweltschutz reden“, sagte sie, „die Menschen sollen auch sehen, dass wir etwas tun.“ Ein Abfallkalender mit Bildern der erhaltenswerten Landschaft und Infos zur Mülltrennung könne dabei helfen.

Weil es auch in Teltow-Fläming noch oft am Engagement für den Umweltschutz hapert, erhoffen sich die deutschen Partner Ähnliches von der Zusammenarbeit. „Für uns ist das Projekt eine Chance, das Klimaschutzprogramm des Kreises inhaltlich voranzubringen und die Aufmerksamkeit der Einwohner für dieses Thema zu wecken“, erklärte Werina Neumann.

Von Victoria Barnack

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