Teltow-Fläming steht kurz vor dem Start des Breitbandausbau
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Luckenwalde TF: Formalien für Breitbandausbau auf der Zielgeraden
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Teltow-Fläming steht kurz vor dem Start des Breitbandausbau

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15:40 25.08.2020
Bis der Breitbandausbau in TF startet, soll es nicht mehr lange dauern, sagt die Landrätin. Quelle: Matthias Anke
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Luckenwalde

Im Landkreis Teltow-Fläming steht man offenbar kurz vor dem Start für den flächendeckenden Breitbandausbau. Das berichtete Landrätin Kornelia Wehlan (Linke) am Montag im Gespräch mit der MAZ und Brandenburgs Ministerpräsidenten Dietmar Woidke (SPD). „Wir sind in der letzten Feinabstimmung mit dem Unternehmen“, sagte Wehlan. Sobald die Details geklärt sind, will der Kreis den endgültigen Fördermittelantrag abgeben. Wehlan geht davon aus, dass es im September soweit sein wird. „Dann rechnen wir in den nächsten Tagen mit der finalen Zusage“, erklärte sie.

Die Landrätin und der Ministerpräsident besuchten am Montag die MAZ-Lokalredaktion in Luckenwalde. Quelle: Frank Neßler

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Der mit Bundes- und Landesmitteln in Millionenhöhe geförderte Breitbandausbau ist in Teltow-Fläming seit Jahren ein Thema. Mehrere tausend Haushalte und zahlreiche Unternehmen in mehreren Gewerbegebieten im Landkreis sollen endlich schnelles Internet bekommen. Nach einer Novellierung der Förderrichtlinie wurden die Schulen in TF ebenfalls nachträglich mit in das Vorhaben aufgenommen. Die erweiterten Planungen waren aber nicht der einzige Grund für die Verzögerung des Breitbandausbaus, der eigentlich schon längst umgesetzt werden sollte.

Deshalb hat es so lange gedauert:

„Die letzte Unterschrift für die Kooperationsvereinbarung mit Zossen war ein echter Kraftakt“, sagte Wehlan. Die ehemalige Bürgermeisterin der Stadt, Michaela Schreiber (Plan B), hatte die Unterschrift jahrelang verweigert. Der Vertrag, in dem die Kommune die Aufgabe an den Kreis abgibt, war allerdings Voraussetzung für die siebenstelligen Fördermittel vom Land. „Ohne Zossen wäre der gesamte Auftrag für das durchführende Unternehmen nicht mehr wirtschaftlich gewesen“, erklärte Kornelia Wehlan. Die Landrätin sah im Frühjahr keinen anderen Ausweg mehr, als über den Kreistag einen Appell an die Zossener Stadtverordneten zu richten, die dem Vertrag schließlich zustimmten.

Woidke: „Das Geld steht bereit“

„Das Geld für den Breitbandausbau in Teltow-Fläming steht bei uns bereit“, versicherte Ministerpräsident Dietmar Woidke der Landrätin. Auch er gibt zu: Schnelles Internet in alle Ecken Brandenburgs zu bekommen, ist ein wahrer Kraftakt. Woidke erklärt, im Rückblick hätte er die Verantwortung dafür nicht allein den Landkreisen überlassen. „Ich hätte lieber eine Landesstrategie dafür gehabt“, sagte er. Inzwischen sind viele Landkreise aber kurz vor der Realisierung des Breitbandausbaus. In TFs Nachbarkreis Dahme-Spreewald wird bereits gebaut. Auch Potsdam-Mittelmark hat den finalen Fördermittelbescheid längst erhalten, auf den Teltow-Fläming noch wartet.

Ministerpräsident will Breitband für alle

Trotz Hindernissen steht für die Landrätin und den Ministerpräsidenten fest: Das schnelle Internet muss kommen. „Digitalisierung ist heute ein Teil der der Infrastruktur, die die Teilnahme am sozialen Leben in Deutschland erst möglich macht“, sagte Woidke. Er strebt an, dass in Brandenburg bis Ende 2024 mindestens 95 Prozent aller Haushalte einen schnellen Breitbandanschluss haben. Dass dieser einigen Häusern oder kleinen Ortschaften gänzlich vorbehalten bleibt, kritisiert der Ministerpräsident. „Bei der Elektrifizierung wäre das auch nicht vorstellbar gewesen“, sagte er. „Mit dem Breitbandausbau sollten wir es genauso halten.“

Von Victoria Barnack