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Luckenwalde Treffen des Afrikanischen Netzwerks Deutschlands
Lokales Teltow-Fläming Luckenwalde Treffen des Afrikanischen Netzwerks Deutschlands
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18:17 31.03.2019
Einsatz für das Netzwerk: Hervé Tcheumeleu, Christiane Witt, Sylvie Nantcha, Clement Nkamanyi, Percia Capapinha und Kenfack Leonel (v.l.). Quelle: Engel
Luckenwalde

 „Es geht nicht nur um Integration, sondern um Teilhabe und darum, unseren Kindern eine Zukunft zu schaffen“, beendet Hervé Tcheumeleu, der Landesvorsitzende von Tang – The African Network of Germany – , seine Rede. „Dieses Treffen soll zeigen, wie wichtig unsere Rolle in der Gesellschaft ist“, so Tcheumeleu beim Netzwerktreffen von Tang Berlin und Brandenburg in der „Goldenen 33“.

Als eines der größten afrikanischen Netzwerke in Deutschland verbindet Tang mehr als 600 Vereine und Mitglieder, informiert, berät und unterstützt diese in ihren Projekten und arbeitet auch international. Dazu gehört auch die Kooperation mit dem Auswärtigen Amt im Rahmen des Projektes „Lost dreams – verlorene Träume“, eine Kampagne, die in zehn Ländern der Aufklärung und Fluchtprävention dient.

„Viele Menschen haben Falschinformationen, wenn sie nach Europa wollen“, sagt Sylvie Nantcha, Tang-Bundesvorsitzende. Sie möchte die Vorstellungen über die Dauer, die Route, die Kosten der Reise und das Leben in der EU realistisch halten. Die erwartete Reise von zwei Monaten erstrecke sich meist auf acht Monate, wenn nicht sogar auf mehrere Jahre. Wöchentlich fordere diese Tortur etwa 500 Tote, und auf die Ankunft in Europa folge oft die Ablehnung des Asylantrags.

Sprachkurse und Partnerschaftsprojekte

Eine weitere Herzensangelegenheit sind Sprachkurse und Partnerschaftsprojekte. Dabei wird großen Wert darauf gelegt, dass die Betroffenen zusammenarbeiten und lernen, sich selbst zu organisieren. „Wir haben hier im Landkreis 9100 Ausländer – keiner von ihnen wird in Gremien vertreten“, sagt Teltow-Flämings Integrationsbeauftragte Christiane Witt. Sie wünsche sich, dass sie ihre Stimmen nutzen und sich für sich selbst stark machen können. „Wir brauchen uns gegenseitig“, stimmt Nantcha zu.

Der Austausch durch Tang soll ermutigen, die eigenen Forderungen laut zu formulieren, den vorbildsuchenden Jugendlichen Halt zu geben, gegen Vorurteile vorzugehen und den immer noch bestehenden Rassismus ins Gespräch zu bringen. Angesprochen werden explizit alle Interessierten. „Die beste Art, uns zu helfen, ist, unseren Ländern zu helfen“, so Nantcha. „Wir kennen das deutsche System, aber wir kennen auch unsere Länder. Das Geld, das Geflüchtete nach Hause schicken, ist mehr als das der Entwicklungshilfe, und unsere Arbeit kann hilfreicher sein, als Entwicklungshelfer zu schicken.“

Nantcha betont die Wichtigkeit von Nachhaltigkeit bei der Verwaltung des Geldes, denkt dabei insbesondere an die Schaffung von dauerhaften Arbeitsplätzen. Den Abschluss findet die Versammlung in Luckenwalde in der erfolgreichen Gründung neuer Arbeitsgruppen und zwei neuen Vertretern für Tang innerhalb des Brandenburger Raums: Percia Capapinha aus Angola und Kenfack Leonel aus Kamerun sind seit Samstag neue Ansprechpartner für alle Interessierten.

Von Antonia Engel

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