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Luckenwalde Der schönste Ganter Europas kommt aus Luckenwalde
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11:43 24.11.2018
Geflügelzüchter Steffen Pempe aus Luckenwalde mit seinem Europa-Champion.
Geflügelzüchter Steffen Pempe aus Luckenwalde mit seinem Europa-Champion. Quelle: Margrit Hahn
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Luckenwalde

Seine Toulouser Gänse haben Steffen Pempe gleich zwei Europameister-Titel eingebracht. Zum einen den Championstitel für einen Ganter und zum anderen für eine Kollektion. Der Luckenwalder Züchter hatte mit seinen Tieren an der 29. Europaschau in Dänemark teilgenommen. „Ich bin selbst nach Herning gefahren, habe die Tiere dort abgegeben und die Tage während der Schau in Dänemark zum Angeln genutzt“, sagt Steffen Pempe.

Die Gänse auf dem Hof von Steffen Pempe. Quelle: Margrit Hahn

Mit insgesamt acht Tiere war er angereist. Gleich am ersten Tag, als er die Wertung der Preisrichter gesehen hatte, wusste er, dass er gute Chancen hat. Seine Gänse waren bei der Schau die meistfotografierten Tiere.

Zehn Kilogramm auf der Waage

Toulouser Gänse fallen vor allem durch ihre massigen Körper auf. Sie gehören zu den schwersten Gänserassen überhaupt. Ein Tier bringt um die zehn Kilogramm auf die Waage. „Im Moment wiegen sie weniger. Durch den Stress haben sie etwas abgespeckt“, berichtet er. Doch das haben sie ganz schnell wieder drauf, denn fressen ist ihre große Leidenschaft. Auf zwei Wiesen haben sie bei Steffen Pempe viel Auslauf und finden immer Grünzeug. Außerdem bekommen sie selbst gemischtes Futter. Obwohl die Rasse schwer zu züchten ist, hat sich der gebürtige Luckenwalder für sie entschieden. „Sie sehen außergewöhnlich aus und haben schöne Rassemerkmale wie beispielsweise die gut entwickelte Kehlwamme“, schwärmt der 52-Jährige. Zudem seien sie von ruhigem Wesen und äußerst zutraulich. Um sie zu züchten, hat er einiges auf sich genommen: Bis Bielefeld und Hannover war er unterwegs, um sie sich bei anderen Züchtern anzuschauen und zu kaufen.

Nachwuchssorgen

Nach der Schau in Dänemark waren die Gänse noch bei einer Ausstellung in Paaren (Glien). Dort bekam Steffen Pempe allerdings weder Urkunden noch Pokale, denn dort trat er nicht mehr mit dem kompletten Federvieh an. Vier Tiere hatte Steffen Pempe gleich in Dänemark verkauft. „Wenn Interesse an hochwertigen Zuchttieren besteht, dann gibt man sie auch ab“, erklärt er. Dass er in Paaren dieses Mal nicht so erfolgreich war, ärgert ihn nicht.

„Zum einen bin ich in Paaren (Glien) im vergangenen Jahr Landesmeister geworden und zum anderen habe ich ja in Dänemark abgeräumt“, freut sich der Familienvater und zweifache Opa. Mit dem Erfolg in Dänemark hatte er nicht gerechnet, denn in diesem Jahr fehlte ihm die Hälfte des sonst üblichen Nachwuchses. „Ich hatte zwar von der Anzahl weniger, dafür aber sehr gute Tiere“, fügt Pempe hinzu.

97 Punkte für den Champion

Der Ganter-Champion, der als V-Tier (wie vorzüglich) mit 97 Punkte bewertet wurde, hat keinen Namen. Dafür aber seine Eltern. Die heißen Hans und Gertrud. Hans ist dreieinhalb Jahre alt, zehn können Gänse werden.

Ein Leben ohne Tiere kann sich Steffen Pempe nicht vorstellen, sie sind sein Hobby. Der gelernte Forstwirt hat noch einen Hund, eine Katze, Hühner und Fische.

Von Margrit Hahn