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Luckenwalde Der Tourismus im Fläming braucht mehr Geld
Lokales Teltow-Fläming Luckenwalde Der Tourismus im Fläming braucht mehr Geld
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00:23 12.04.2019
Daniel Sebastian Menzel leitet den Tourismusverband Fläming seit vier Jahren. Quelle: Tourismusverband Fläming
Luckenwalde

Der Tourismusverband Fläming (TVF) braucht mehr Geld. Denn die Aufgaben werden immer umfangreicher. „Die Zeit, in der sich Tourismusverbände ausschließlich um die Vermarktung ihres Gebietes gekümmert haben, ist vorbei“, erklärt Geschäftsführer Daniel Sebastian Menzel.

Deshalb soll der Kreistag in Teltow-Fläming nun höhere Zuwendungen beschließen. Anstatt 95 Cent soll der Landkreis künftig 1,25 Euro pro Einwohner zuschießen.

Der Tourismusverband bietet inzwischen zahlreiche Weiterbildungen zur Digitalisierung an. Quelle: Tourismusverband

Das Geld aus Teltow-Fläming macht derzeit etwa die Hälfte des gesamten Budgets des TVF aus. „Wir beschäftigen uns neben dem nach wie vor wichtigen Thema Bekanntmachung und Vermarkung ebenfalls intensiv mit dem Bereich Digitalisierung“, berichtet Menzel, „wir geben Impulse für professionelle Produktentwicklung im Tourismus, treiben die Vernetzung in unserer Reiseregion voran oder bieten Weiterbildungsmöglichkeiten für Betriebe und Verwaltungen.

Gesamtbudget soll von 375.000 Euro auf fast 500.000 Euro steigen

Bis 2022 soll das Gesamtbudget des TVF deshalb von derzeit 375.000 Euro auf über 490.000 Euro steigen und 3,5 neue Stellen geschaffen werden.

Der Tourismusverband handelt zwar mit einem wirtschaftlichen Interesse – allerdings nicht zum Selbstzweck. Von den Landkreisen Teltow-Fläming und Potsdam-Mittelmark ist er mit der „langfristigen und nachhaltigen Positionierung und Entwicklung der Region Fläming im Bereich des Tourismus“ betraut worden.

Bloggercamp im Fläming muss 2019 ausfallen

Schon immer gab es deshalb Geld von den Kommunen, allerdings noch nie so viel wie nun geplant. Fließen sollen die zusätzlichen Finanzmittel vor allem in neues Personal.

Die Finanznot ist quasi ein Symptom der Wachstumsschmerzen des Verbandes. Ein Beispiel: Seit 2017 veranstaltet der TVF ein dreitägiges Bloggercamp, das immer beliebter wird. In diesem Jahr muss es allerdings ausfallen.

Laura Schneider ist Bloggerin und macht als „Flämingbotschafterin“ Lust auf die Reiseregion. Quelle: Thomas Wachs

Denn: „Unser Marketingteam ist dieses Jahr anderweitig stark eingebunden“, erklärt der Geschäftsführer. „Dort hat die Arbeit für die neue Webseite, die in der zweiten Jahreshälfte online gehen soll, oberste Priorität.“

Mitarbeiter in Tourist-Infos werden geschult

Die Grundlage für die künftige Arbeit des Verbandes bildet das neue Strategiekonzept „Tourismusverband 2025“. Es basiert auf Erkenntnissen und Empfehlungen der landesweiten Tourismuskonzeption und behandelt erstmals wegweisende Fragestellungen konkret für den Fläming: Für welche Aufgaben ist der TVF künftig zuständig und wie viel Personal ist dafür nötig?

Ein Ziel der neuen Strategie: Mitarbeiter in Tourist-Informationen, wie hier in Treuenbrietzen, sollen geschult werden. Quelle: Thomas Wachs

Das Ergebnis macht deutlich, was der Geschäftsführer schon lange weiß: Mittelfristig fehlt Personal, um die neuen Aufgaben erfüllen zu können.

„Um beispielsweise die Mitarbeiter in den Tourist-Informationen nachhaltig zu qualifizieren, die Arbeit dieser Einrichtungen im Sinne der Reiseregion Fläming zu koordinieren und zu vernetzen, ist Verstärkung in unserem Team notwendig“, sagt Menzel.

Mitarbeiter müssen mehrere Aufgaben übernehmen

Zudem sind viele Mitarbeiter im Verband für mehrere Aufgaben zuständig. Das gilt unter anderen für die neuen Tourismuspotenzial-Workshops für die kommunalen Mitglieder. Die Veranstaltungen würden zwar sehr gut angenommen, berichtet Menzel, „doch die Workshops müssen gewissenhaft von uns vor- und nachbereitet werden.“

Weil dieselbe Mitarbeiterin beim Verband auch für die Zertifizierung von Ferienhäusern und Ferienwohnungen zuständig ist, bliebe oft einer der zwei Tätigkeitsbereiche auf der Strecke.

Daniel Sebastian Menzel ist Geschäftsführer beim Tourismusverband Fläming. Quelle: Stefan Specht

 

„Es ist toll, dass unsere Mitarbeiter abteilungsübergreifend arbeiten, aber auch bei uns sind die Ressourcen endlich“, erklärt der Geschäftsführer. Wenn Aufgaben langfristig liegen blieben oder Überstunden angehäuft werden, würde das sowohl dem Personal als auch dem Verband schaden.

„Preise sind Ausdruck erfolgreicher Arbeit“

Dass der eingeschlagene Weg mit der intensiven Arbeit vor Ort und im engen Kontakt mit den Akteuren in der Region der richtig ist, beweisen die Auszeichnungen der vergangenen drei Jahre, argumentiert der Verband fürs höhere Budget.

FlämingSchmiede gewinnt Deutschen Tourismuspreis – v.l.n.r.: Thomas Bareiß, Marcel Penquitt, Volker Link, Beate Rantzsch, Claudia Gilles, Gabriele Hiller, Daniel Sebastian Menzel, Wolfgang Blasig, Barbara Nitsche, Dr. Alexander Schuler, Armin Dellnitz © Tourismusverband Fläming e.V. Quelle: Reiseregion Fläming

„Der Tourismuspreis des Landes Brandenburg 2018 für das Projekt ,Flämingbotschafter’ und der dritte Platz beim Deutschen Tourismuspreis 2018 für das Projekt ,Fläming-Schmiede’ sind Ausdruck für die erfolgreiche touristische Arbeit der Reiseregion Fläming“, erklärt Geschäftsführer Daniel Sebastian Menzel.

Von Victoria Barnack

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