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Luckenwalde Großes Interesse an archäologischen Funden
Lokales Teltow-Fläming Luckenwalde Großes Interesse an archäologischen Funden
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19:35 09.02.2020
Die Experten: Katharina Rothe, Anne Kellner, Stefan Pratsch, Ulrich Wiegmann und Michael Walter (v.l.). Quelle: Elinor Wenke
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Luckenwalde

Was sich vor langer Zeit zugetragen hat und unter der Erde verbirgt, scheint nach wie vor von großem Interesse. Denn auch zum diesjährigen Archäologentag Teltow-Fläming hatten sich am Sonntag wieder rund 150 Interessierte auf den Weg ins Luckenwalder Kreishaus gemacht, um eine spannende Zeitreise durch Jahrhunderte und Epochen zu erleben. Bereits zum 23. Mal richtete die Untere Denkmalschutzbehörde des Landkreises die Veranstaltung aus, um archäologische Funde des vergangenen Jahres vorzustellen und zu bewerten.

Voller Saal im Kreishaus – rund 150 Besucher waren gekommen. Quelle: Elinor Wenke

Kreisarchäologe Stefan Pratsch selbst hatte die Reihe einst ins Leben gerufen. Nach seiner Einschätzung ist der Wissensdurst noch immer groß, auch bei Laien. „Viele Ausgrabungen erfolgen ja bei öffentlichen Bauvorhaben, wie zum Beispiel beim Luckenwalder Boulevard, die der Steuerzahler mitfinanziert“, sagt der 56-Jährige, „also hat er auch ein Recht darauf, Näheres über die Funde zu erfahren.“

Bilder von Fundstücken aus der Region. Quelle: Elinor Wenke

Andere Ausgrabungen können von der Öffentlichkeit nicht hautnah wahrgenommen werden, weil Baustellen-Fahrzeuge den Fundort blockieren, wie auf der B 102 in Jüterbog. „Dort sind dann keine Grabungsführungen möglich“, erklärte Pratsch. In kurzweiligen Vorträgen berichteten die Fachleute von ihren jüngsten Ausgrabungen. Zu Pratschs Favoriten gehörten die Neufunde der Bronzezeit in Dabendorf und die Skelettfunde in Jüterbog.

Bilder von Fundstücken. Quelle: Elinor Wenke

Beim Bau eines neuen Schulcampus in Dabendorf wurden Gruben und Keramikstücke aus der späten Bronzezeit freigelegt. Michael Walter berichtete unter anderem von zwei massiven bronzenen Armreifen. Ein Armreif ist glatt, der andere geriffelt und verziert und die Experten wissen nicht, warum die Stücke etwa 1000 Jahre vor Christi in diese Grube verbracht wurden.

Skelett-Funde in Jüterbog. Quelle: Elinor Wenke

Spannend auch die Ausgrabungen an der B 102 in Jüterbog, über die Katharina Rothe berichtete. Am Heilig-Geist-Platz befanden sich früher eine Kapelle, ein Hospital und ein Friedhof. Dort wurden Skelette geborgen, die weiter untersucht werden sollen. Auch augenscheinlich eine bestattete Mutter mit Kind wurden gefunden. „Wir wissen bisher so viel: Bei den Bestatteten war kein gesunder Mensch dabei“, sagte Katharina Rothe.

Weitere Ausführungen gab es über Funde bei Groß Machnow, über Grabungen in der Rosengasse in Zossen, über Bauhölzer am Luckenwalder Boulevard und Tonpfeifen in der Mittelmark.

Interesse herrschte auch an den Bücherständen. Quelle: Elinor Wenke

Die Besucher hatten die Gelegenheit, Fragen zu stellen und Hinweise zu geben. „Ich bin jedes Jahr beim Archäologentag dabei“, sagte Sieglinde Schulze aus Paplitz. Sie ist Ortschronistin und bot eine mögliche Begründung, warum ein Skelett abseits der anderen gefunden wurde: „Selbstmörder oder Angehörige anderer Nationen wurden früher hinter der Friedhofsmauer beerdigt.“ Neben den Vorträgen gab es auch Bücherstände und einen Erfahrungsaustausch ehrenamtlicher Denkmalpfleger.

Von Elinor Wenke

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