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Luckenwalde „Land Grabbing“: Kreis weist Kritik zurück
Lokales Teltow-Fläming Luckenwalde „Land Grabbing“: Kreis weist Kritik zurück
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18:55 30.08.2019
Fünf Hektar Ackerland bei Frankenfelde sollen verkauft werden. Quelle: Ralf Hirschberger/dpa
Frankenfelde

Die Kritik am möglichen Verkauf einer Ackerfläche bei Luckenwalde an die Tochtergesellschaft eines internationalen Agrar-Konzerns weist der Landkreis Teltow-Fläming von sich.Anfang der Woche hatte der Fall landesweit für Schlagzeilen gesorgt. Die Kreisverwaltung soll demnach die 5,5 Hektar Ackerland lieber in der Hand einer „Heuschrecke“ sehen wollen als bei einem Unternehmer aus Trebbin. Das Verfahren sei keineswegs abgeschlossen, heißt es nun aus dem Kreishaus.

Kreis stützt sich auf Bundesgesetz

„Der Landkreis Teltow-Fläming hat keinen Bewerber unzulässigerweise begünstigt oder vorgeschlagen, wie die Äußerungen des Bauernbundes den Eindruck erwecken“, heißt es in einer Stellungnahme aus dem Landwirtschaftsamt.

Dort verweist man auf die Vorschriften: Laut eines Bundesgesetzes über den Verkauf von Ackerflächen habe der Landkreis den aktuellen Bewirtschafter informieren müssen – die Tier- und Pflanzenproduktion Felgentreu GmbH ist Teil der Steinhoff-Gruppe, die international in verschiedenen Branchen aktiv ist und deutschlandweit über knapp 20.000 Hektar Land verfügt. Der Pächter habe ein Vorkaufsrecht, so das Amt, denn der potenzielle neue Käufer sei möglicherweise ein Nichtlandwirt. Wie die MAZ bereits berichtete, wollte ein Tiefbau- und Gartenbauunternehmer aus Trebbin die Fläche kaufen, um dort eventuell eine Baumschule zu betreiben.

Bauernbund und Bauernverband weiter uneins

Das Landwirtschaftsamt TF erklärt in der Stellungnahme auch, dass es die Entscheidung nicht allein im eigenen Hause fällt. Man leite die Informationen über die Kaufinteressenten an die landwirtschaftliche Berufsvertretung weiter. Hier sind das namentlich der Bauernbund und der Kreisbauernverband. Beide seien sich uneins darüber, wie die Tier- und Pflanzenproduktion Felgentreu GmbH nun einzustufen sei, heißt es.

Abgeschlossen ist der gesamte Prozess tatsächlich noch lange nicht. Bis Mitte September läuft ein Interessenbekundungsverfahren für die besagten 5,5 Hektar bei Frankenfelde. Dieses sei mit dem zuständigen Landesministerium abgestimmt, heißt es aus dem Kreis, und endet erst am 11. September. vb

Von Victoria Barnack

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