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Luckenwalde Waldumbau statt Monokultur
Lokales Teltow-Fläming Luckenwalde Waldumbau statt Monokultur
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00:21 29.07.2018
Hartmut Hanack aus Gottow setzt sich dafür ein, dass Monokulturen, wie links im Bild, zu Mischwäldern (r.) werden. Quelle: Margrit Hahn
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Gottow

Hartmut Hanack setzt sich seit Jahren für den Waldumbau ein. „Wenn der Wald sich nicht mehr selbst helfen kann, muss der Mensch das wieder in Ordnung bringen, was falsch gemacht wurde“, lautet seine Devise. Seit 1996 wohnt der 64-Jährige wieder in Gottow und besitzt rund um den Pekenberg in Nettgendorf sowie in Gottsdorf am Torfsee insgesamt elf Hektar Wald. Sein großes Vorbild ist August Bier, der bereits vor mehr als 100 Jahren erkannte, dass etwas getan werden muss, um den Wald zu retten. Dass dieser nicht in Ordnung ist, wird nicht nur durch Klimawandel immer deutlicher.

Die Verantwortung bei sich suchen

„Schädlinge in Monokulturen im Wald und auf dem Acker, Waldbrände und immer länger werdende Trockenperioden in den überhitzten Kiefernwäldern zeigen uns, dass es fünf vor zwölf ist“, sagt Hanack. Gerade Waldränder und Hecken bieten Windschutz sowie Lebensraum für Niederwild, Vögel und Insekten. Für Hanack ist es wichtig, schonend mit der Natur und dem Waldbestand umzugehen. „Jeder muss bei sich selbst anfangen und nicht die Verantwortung bei anderen suchen“ , sagt er.

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Den Wald insgesamt sehen

Vor zehn Jahren kam er durch Ideen von August Bier, einem international bekannten Chirurgen und bedeutenden Forstmann, zum Waldumbau. August Bier baute vor mehr als 100 Jahren einen Kiefernwald in Sauen bei Bad Saarow in einen artenreichen Mischwald um. Sein Ziel war dabei, die zum Teil kümmernden und armen Kiefernbestände in ihrer Gesamtheit zu verbessern, sodass der Wald über seine rein wirtschaftliche Funktion hinaus, ökologische und soziale Aufgaben erfüllen kann.

So sieht der Mischwald von Hartmut Hanack aus. Quelle: Margrit Hahn

Ein Mischwald bietet mehr Tieren einen Lebensraum, ist widerstandsfähiger gegen Schädlinge und gilt als besserer Wasserspeicher. „Das Ergebnis des Waldumbaus vor Ort zu erleben ist für Naturliebhaber und Forstleute gleichermaßen eine Freude. Der Sauener Wald wurde zu einem der Leitbilder der modernen Brandenburger Forstwirtschaft“, berichtet Hanack.

Sichtbare Erfolge

 Ein wichtiger Aspekt neben dem altersgemischten Mischwald waren dabei der Waldrand und die Hecken. Genau das beherzigt Hartmut Hanack in seinen Wäldern. Er begann mit dem Waldumbau auf ähnlich schlechten Böden wie einst August Bier. Er hat den Kiefernwald in einen altersdurchmischten Mischwald umgewandelt und dafür Fördermittel des Landes Brandenburg und der EU genutzt. „Die Erfolge sind jetzt nach zehn Jahren sichtbar“, freut sich Hanack. Er ist froh, dass auch bei den ökologischen Bauern seit langem ein Umdenken erfolgt. „Ich kann mich glücklich schätzen, dass ich von zwei ökologischen Betrieben, der Obermühle und der Klinkenmühle in Gottsdorf umgeben bin“, erklärt Hanack. Beide Biobauern bewirtschaften ihren Acker nachhaltig und verzichten auf riesige Maisschläge, Spargelplantagen und Nitratentsorgungsflächen für die Massentierhaltung. Auch die Bienen in Hanacks Wald entwickeln sich prächtig, trotz der Varroa-Milbe.

Hartmut Hanack aus Gottow hat im Wald Infotafeln angebracht. Quelle: Margrit Hahn

Fördermittel erhalten

 Er appelliert an die Waldbesitzer, sich nach Beratung und Fördermittel zu erkundigen. Darauf weist auch mit Informationstafeln in seinem Wald hin. Sie erklären die Bodenverhältnisse, den Grund für Zäune und das Ziel der Durchmischung des Waldes. „Ich habe Fördermittel erhalten und gute Erfahrungen mit den zuständigen Fördermittelgebern gemacht“, sagt Hanack und regt Waldbesitzer dazu an, sich zu informieren.

Beratung der Forst Brandenburg unter Tel. 0 39 87/20 75 13.

Von Margrit Hahn