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Teltow-Fläming Luckenwalder schenkt Museum Fotos und Kataloge
Lokales Teltow-Fläming Luckenwalder schenkt Museum Fotos und Kataloge
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00:26 03.03.2018
Ein solcher Gefachautomat stand in der Bahnhofshalle in Luckenwalde. Roman Schmidt zeigt einen Produktkatolog mit Fotos. Quelle: Margrit Hahn (2)
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Luckenwalde

Viele ältere Luckenwalder erinnern sich bestimmt noch an den Automaten, der früher in der Bahnhofshalle stand. Eine Mark wurde in den Schlitz geschoben, dann öffnete sich das gewünschte Fach mit belegten Brötchen, Süßigkeiten oder einem Stück Torte. Die Automaten, hergestellt vom einstigen Luckenwalder Unternehmen Lumet waren zu DDR-Zeiten überall in Deutschland zu finden. Nicht nur auf Bahnhöfen, sondern auch in Kantinen, Krankenhäuser sowie auf den Schiffen der Weißen Flotte gab es die sogenannten Gefachautomaten oder Einzelsäulen.

Geiz sorgt für Chaos

Da die Automaten rund um die Uhr und auch an Sonn- und Feiertagen zusätzliche Einnahmen brachten, konnten dadurch im Schnitt zwei volle Verkaufsmonate mehr verbucht werden. Im Luckenwalder Heimatmuseum steht seit Jahren ein Gefach-Automat, der allerdings nicht mit Lebensmittel, sondern mit Postkarten von Luckenwalde sowie mit Souvenirs aus dem Heimatmuseum gefüllt ist. „Es war nicht einfach den Automaten von DDR-Mark auf Euro-Münzen umrüsten zu lassen“, sagt Museumsleiter Roman Schmidt. Die Luckenwalder Firma Schneider tüftelte so lange, bis alles passte. Wenn jetzt allerdings jemand versucht, den Automaten zu überlisten und nur 50 Cent anstelle einem Euro einwirft, verklemmt das Fach und es muss ein Fachmann gerufen werden.

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Geschenk für das Museum

Vor kurzem erhielt Roman Schmidt von einem Luckenwalder Bürger Werks- sowie Messekataloge geschenkt. Darin befinden sich alle Automaten, die einst von Lumet hergestellt wurden. Das Luckenwalder Unternehmen befand sich früher in der Willi-Scholz-Straße 3 (heute: Schützenstraße). „Der Katalog sowie die Fotos und Unterlagen sind in ausgezeichnetem Zustand“, sagt Roman Schmidt und freut sich über das Geschenk.

An Hand der Unterlagen ist zu sehen, dass die Automaten seinerzeit sowohl einzeln aufgestellt als auch in die Wand eingebaut wurden. Das Ausstellungsstück im Museum ist vom Typ Ge 48 und wiegt 172 Kilogramm.

Von Margrit Hahn