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Teltow-Fläming Anhalter Bahn kommt zu kurz
Lokales Teltow-Fläming Anhalter Bahn kommt zu kurz
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23:10 05.03.2019
Bahnhof der Pendler- und Autobauerstadt Ludwigsfelde (Landkreis Teltow-Fläming) Quelle: Jutta Abromeit
Ludwigsfelde

Warum wird beim Projekt „i2030“, mit dem die Bahn in Berlin und Brandenburg fit gemacht werden soll für die Zukunft, die Anhalter Bahn nicht betrachtet? Mit dieser Frage wenden sich die Bürgermeister von sechs Anrainer-Gemeinden, alle in der Pendler-Region südlich von Berlin und im Kreis Teltow, in einem Schreiben, das sie „Brandbrief“ nennen, an den Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg sowie an die Länder Berlin und Brandenburg als die zuständigen Projektpartner.

Die Unterzeichner sind Luckenwaldes Bürgermeisterin Elisabeth Herzog-von der Heide, Großbeerens Bürgermeister Tobias Borstel, Ludwigsfeldes Bürgermeister Andreas Igel (alle SPD), Trebbins Bürgermeister Thomas Berger (CDU), Jüterbogs Bürgermeister Arne Raue und Nuthe-Urstromtals Bürgermeister Stefan Scheddin (beide parteilos).

Bahnhof der Pendler- und Autobauerstadt Ludwigsfelde (Landkreis Teltow-Fläming) Quelle: Jutta Abromeit

Igel informierte die Stadtverordneten von Ludwigsfelde am Dienstagabend von diesem Schritt und erklärte: „Alle Strecken werden beleuchtet, aber die wichtigen Trassen nach Wustermark, nach Strausberg und die Anhalter Bahn nicht. Das geht nicht.“

Die Rathauschefs kritisieren, dass beim geplanten Ausbau der Anhalter Bahn die Interessen der Region völlig unzureichend berücksichtigt würden und machen ihrerseits Vorschläge. So sehen sie „dringenden Handlungsbedarf“ etwa deshalb, weil der Fahrzeugverkehr auf der B 101 von 35 000 auf 55 000 im Jahr 2030 steigen werde. Deshalb müsse der Verkehr auf die Bahn verlagert werden.

Ein ICE donnert morgens durch den Bahnhof Ludwigsfelde Quelle: Jutta Abromeit

Aber auch Züge wie der RE 3 seien mit einer Belegung von 118 Prozent überlastet. Zudem setze die Deutsche Bahn auf einen Ausbau des Fernverkehrs – das dürfe auf der Anhalter Bahn nicht zu Lasten des Regionalverkehrs geschehen.

Um diesen absehbaren Überlastungen entgegenzuwirken, haben die Bürgermeister einen Acht-Punkte-Plan formuliert. So sollten sogenannte Langsamfahrstellen beseitigt werden. Mit Seitengleisen sollten zusätzliche Überhol-Möglichkeiten an Haltepunkten geschaffen werden.

Denn bisher hatte Ministerin Schneider gerade den Pendler-Kommunen südlich Berlins immer wieder erklärt, mehr Regionalzüge seien deshalb nicht möglich, weil sie fahrplanmäßig nicht mehr zwischen ICE und Güterzüge passen würden, ohne den Fernverkehr zu beeinträchtigen. Sehr deutlich hatte sie das 2018 bei einem Forum mit Unternehmern und Lokalpolitikern in Großbeeren erklärt.

Die Bürgermeister von Ludwigsfelde, Andreas Igel, und Großbeeren, Tobias Borstel, unterhalten sich 2018 mit Infrastruktur-Ministerin Kathrin Lange (alle SPD), IPG-Vize-Chef Martin Heiland und Landtagsmitglied Helmuth Barthel über Verkehrsprobleme in der Pendler-Region südlich der Bundeshauptstadt.(SPD/v.l.nr.) Quelle: Jutta Abromeit

Es sollten bessere Umsteigemöglichkeiten von der Straße zur Bahn ermöglicht werden. Zudem sollte die Strecke abschnittsweise drei- bis viergleisig ausgebaut werden – „mit der Gewährleistung einer künftigen S-Bahn-Verlängerung bis Ludwigsfelde und darüber hinaus“.

Unübersehbar die Fahrrad-Reihen überall am Bahnhof der Pendler-Stadt Ludwigsfelde. Quelle: Jutta Abromeit

Abschließend machen sich die Bürgermeister auch für zusätzlichen Lärmschutz entlang der Anhalter Bahn stark. Auf diesem Wege solle bei betroffenen Bürgern und Unternehmen die Akzeptanz erhöht werden.

Mit diesen „konkreten Lösungsvorschlägen“, so die Bürgermeister, soll die Anhalter Bahn ihre geplante Leistungsfähigkeit erhalten. Ihre Städte könnten bei Berücksichtigung ihrer Vorschläge „noch stärker als bisher Nabel der regionalen Entwicklung“ der Hauptstadtregion werden.

Von Jutta Abromeit

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