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Teltow-Fläming Dörthe Dräger gründet Verlag „Ansichtssache“
Lokales Teltow-Fläming Dörthe Dräger gründet Verlag „Ansichtssache“
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16:53 19.04.2019
Grafik-Designerin Dörthe Dräger ist nun auch Verlegerin, hier auf ihrem Lieblingsplatz im neuen Büro „Ansichtssache“; an der Wand eine ihrer mehr als 200 Augenblick-Darstellungen. Quelle: Abromeit
Ludwigsfelde

Sie ist fix, fröhlich und sie hat ständig jede Menge frische Ideen. Ihre jüngste: Sie ist Verlegerin. Als Chefin der Agentur Ansichtssache kennt man Dörthe Dräger inzwischen über Ludwigsfelde hinaus. Zum Beispiel deshalb, weil Durchfahrende wissen wollen, von wem der leuchtende Spatz an der Hochhaus-Fassade stammt oder wer die Leucht-Installation auf dem Rathausplatz zur Nacht für Neugierige kreiert.

Nun also auch Bücher. Die entstehen im Kopf der Grafik-Designerin nach ganz unterschiedlichen Mustern: Mal findet sie im Internet jede Menge tolle Bilder von Ludwigsfelde, sucht die Autoren und gestaltet daraus ein Buch – „Ludwigsfelde auf den zweiten Blick“. Das Buch, das jetzt der Anlass war, den gleich namigen Verlag Ansichtssache zu gründen, war ein Weihnachtsgeschenk.

Große Gefühle und zarte Emotionen

Für die Familie und Freunde sammelte sie 40 Fotos; von Blumen, Ästen oder Frisuren, von Steinen, Nadelbaumzapfen oder Eisstückchen. Eines nach dem anderen versah sie mit zarten Strichen. „Erst danach kam immer die Kurzgeschichte“, erzählt sie. Diese Zeilen sollen die ganz besonderen Kombinationen aus Foto und Zeichnung ergänzen.

Die kurzen Texte lassen Emotionen anklingen, ob die ganz großen, bedeutsamen Gefühle oder kleine, zarte Empfindungen. „Wenn dieser Dreiklang den Leser überrascht, wenn er schmunzeln kann oder weiter träumen, dann ist mein Ziel erreicht“, meint die zweifache Mutter.

Vom Besucher zum Verleger

Ihre Absicht ging mit dem Bändchen „Siehst du, was ich sehe?“so gut auf, dass sie gedrängt wurde, an diesem Ergebnis mehr Leute teilhaben zu lassen. Das tat sie, und gründete zu Jahresbeginn ihr zweites Standbein. Nur logisch war es für sie, im Frühjahr zur Buchmesse nach Leipzig nicht mehr wie bisher als Besucherin, sondern als Verlegerin zu fahren.

Grafik-Fotos aus dem Buch "Siehst du, was ich sehe?" Quelle: Dörthe Dräger

„Aber sich mit einem einzigen Buch auf so eine Messe zu stellen, fand’ ich ein bisschen albern.“ Dörthe Dräger gab Gas. Neben Familie und Agentur, Gewerbe-Veranstaltungen und dem Leiten einer Schul-Theater AG entstand zwischen Weihnachten und März ihr nächstes Buch: „Von A bis Z“. Sie nennt es „ein Buch für erwachsene Kinder, die sich über kuriose Bilder und Texte kribbelig lachen können“, im Untertitel heißt es „Von albernen Abbildungen bis zahlreichen Zeitzeugen“.

Jeder Buchstabe wird darin mit Collagen bedacht und Sätzen, deren Worte alle, wirklich alle mit dem betreffenden Buchstaben beginnen. Kostprobe: „Auf allen Autodächern achten argwöhnisch abwartende Aasgeier auf Ankömmlinge. Anständigerweise agieren aber acht Apachen als Abwehr.“

Sie hat bisher schon kleine Bücher gemacht

Kleine Bücher und Broschüren gehörten auch bisher schon zu ihren Werken, meist als Kundenaufträge. Alle ihre neuen Ausgaben haben ISBN-Kennungen, also eine Internationale Standard-Buch-Nummer. Die ist so etwas wie der Ritterschlag in der Branche, denn viele geben heute Bücher im Eigenverlag beziehungsweise über das Internet „on demand“ heraus, also auf Abruf. Das heißt, jemand lässt ein Buch nur drucken, wenn es bestellt ist. Dörthe Drägers Werke erscheinen in Auflagen.

Buchhändlerin nicht überrascht

Brunnen-Buchhändlerin Sabine Marx überrascht dieser Schritt der agilen Unternehmerin nicht. Sie sagt: „Ich kenne viele in der Stadt, die auch Bücher machen oder machen wollen, aber keinen Verleger finden.“ Manche geben dann mit großem Kraftakt ein Erstlingswerk heraus, das sie den Nachkommen hinterlassen. Mit ihren Jahrzehnten Erfahrung in der Branche sagt die Buch-Frau Marx: „So was wie Bücher verlegen kann nur ein Profi.“ Dörthe Dräger ist für sie einer, bisher der erste in der Stadt, von der sie weiß. Und Sabine Marx erklärt: „Sie schafft das, da bin ich mir sicher.“

Detail der Innenraum-Gestaltung in Dörthe Draegers neuem Büro der Agentur "Ansichtssache" und Sitz ihres gleichnamigen Verlages im Preußenpark Ludwigsfelde. Quelle: Jutta Abromeit

Wer sich einen Eindruck von ihren veröffentlichten Strich-Fotos machen will, findet bei Instragram Gelegenheit. Dort gibt es zuerst das Originalbild, der Betrachter kann überlegen, was er für Strich-Figuren darauf setzen würde. Beim weiterstreichen sieht er dann, was die Autorin draus macht. Mehr als 4100 Leute verfolgen diese Bildergeschichten. Und sie geben der Urheberin natürlich ein Feedback.

Von Hand geschaffene Illustrationen

Auch diese Reaktionen machten der Ludwigsfelderin Mut, sich ins Verlagsgeschäft zu wagen. Ideen für weitere Bücher habe sie „ohne Ende“. Schließlich sind da noch die mehr als 200 Darstellungen eines Auges. „Alles von Hand geschaffene Illustrationen“, erklärt sie und zeigt mit einem rückwärts laufenden Puste-Video, dass das Konfetti-Auge tatsächlich aus echten Papierschnipseln gelegt ist.

Von Jutta Abromeit

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