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Teltow-Fläming Zerstörungswut im Skaterpark
Lokales Teltow-Fläming Zerstörungswut im Skaterpark
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20:55 19.02.2019
Theodor (4 Jahre), Jaydean (9 Jahre) und Piet (11, von links) vergnügen sich mit ihren Scootern im Skaterpark von Ludwigsfelde.
Theodor (4 Jahre), Jaydean (9 Jahre) und Piet (11, von links) vergnügen sich mit ihren Scootern im Skaterpark von Ludwigsfelde. Quelle: Fotos: Jutta Abromeit (2)
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Ludwigsfelde

Immer wieder kaputte Metall-Papierkörbe, immer wieder Berge von Glasscherben, Papier und Müll, immer wieder abgehackte oder abgebrochene Bäume – das ist vor allem nach Wochenenden das Bild am Skaterpark in Ludwigsfelde.

Erweiterung steht bevor

Das sind jedoch nicht die Jugendlichen, die dort auf den Betonelementen herumsausen, die auf Scootern trainieren oder sich auf BMX-Rädern und Skateboards vergnügen oder sich auf den Metall-Sitzelementen treffen. Das wissen die Stadtverordneten von Ludwigsfelde. Sie entscheiden in den kommenden Tagen, wie berichtet, über eine Erweiterung des Skaterparks im Stadtzentrum.

So sieht’s an der Sitzecke im Skaterpark Ludwigsfelde oft aus. Quelle: Jutta Abromeit

Auch Bürgermeister Andreas Igel (SPD) schaltet sich immer wieder in diese Diskussion ein, er gab den Startschuss für einen W-Lan-Hotspots im Aktivpark und er begleitet das Jugendforum. Dort verständigen sich seit 2018 Jugendgruppen aus der Stadt mit Kommunalpolitikern und Verwaltungsangestellten.

Jüngst im Sozialausschuss bat Sozialarbeiter Patrick Walter aus dem City-Treff die Stadtverordneten: „Geben Sie den Jugendlichen bitte Zeit. Ich glaube, dass sie das allein nicht schaffen, gegen diese Zustände dort anzukommen.“

Skateboards, BMX-Fahren und Graffiti gehören in Ludwigsfelde zusammen, auch deshalb ist die Skate-Arena im Aktivpark meist gut besucht Quelle: Jutta Abromeit

Er würde sich freuen, so Walter, wenn die Stadt es möglich machen könnte, jemanden vom Ordnungsamt dort ab und zu vorbeizuschicken. Rathauschef Igel erklärte: „Ich finde es toll, wenn sich Jugendliche im Rahmen des Jugendforums dort engagieren. Man muss soziale Vorsorgen schaffen und darf sie dabei nicht allein lassen.“

Zerstörungswut ist stabil

Gleichzeitig bat er die Stadtverordneten dringend darum, zu differenzieren: „Es gibt die, die Bäume abhacken und Dreck hinschmeißen, und es gibt die, die sich Papierkörbe wünschen.“ Der Bürgermeister plädierte dafür, diesen Treffpunkt sehr deutlich sichtbar zu machen, umso weniger könne dort im Verborgenen geschehen.

Und er sagte: „Die Zerstörungswut in der Stadt ist stabil, das erleben wir auch nach den Wochenenden am Bahnhof. Aber man muss sehen, dass man die, die beschützt werden wollen, nicht allein lässt.“

Neue Sitze erst, wenn die Schäden beseitigt sind

Bau-Fachbereichsleiter Torsten Klaehn erklärte vor den Bauausschuss-Mitgliedern, die möglichen Sitz-Elemente würden wegen der Zerstörungswut noch nicht aufgestellt, erst mal müssten Vandalismus-Schäden beseitigt werden.

Die Erweiterung an sich befürwortet er jedoch: „Es wäre ein gutes Zeichen für die Jugendlichen, sie so fest in der Stadtmitte zu etablieren, wo sie ihr Können präsentieren können. Und das bringt auch der ganzen Anlage noch mal mehr Schwung.“

Video-Überwachung diskutiert

Zum Vorschlag der Stadtverordneten Cornelia Hafenmeyer (Linke/Filu), den Einsatz von Überwachungskameras zu erwägen, sagte Igel, das habe erfahrungsgemäß wenig Zweck, wenn Sicherheitspartner wie Polizei und Ordnungsamt aus Personalgründen nicht mitziehen könnten.

Von Jutta Abromeit