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Teltow-Fläming Ludwigsfelde gedenkt friedlicher Übergabe
Lokales Teltow-Fläming Ludwigsfelde gedenkt friedlicher Übergabe
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06:48 23.04.2015
Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft sowie Jugendliche von Mercedes und dem Curie-Gymnasium trafen sich am Mittwoch zum Gedenkmarsch durch Ludwigsfelde.
Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft sowie Jugendliche von Mercedes und dem Curie-Gymnasium trafen sich am Mittwoch zum Gedenkmarsch durch Ludwigsfelde. Quelle: Jutta Abromeit
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Ludwigsfelde

Ungewöhnlich wurden in Ludwigsfelde die Jubiläen „70Jahre Frieden“, „70Jahre kampflose Übergabe der Stadt an die Rote Armee“ begangen: Mit zwei Tagen voller Kommunikation zwischen Jung und Alt zu den Ereignissen vom 21. und 22. April 1945 in Ludwigsfelde, die sich nicht von der deutschen Geschichte trennen lassen.

Erstmals ein Gedenkmarsch: Am Mittwoch gingen Politiker, der russische Botschaftssekretär Alexey Komogortsev, Landrätin Kornelia Wehlan (Linke) und Schüler vom Theaterplatz zum Friedhof, um der KZ-Häftlinge und Zwangsarbeiter des Daimler-Flugmotorenwerkes zu gedenken und sich am Grab von Bürgermeister Wilhelm Timm (NSDAP) zu verneigen, der die kampflose Übergabe des Ortes mit weißen Fahnen anordnete.

Dieser Marsch, Zeitzeugenberichte und Gedenkworte rahmten sich um ein großes Projekt von Jugendlichen: Zehn Auszubildende des Mercedes-Benz-Werkes Ludwigsfelde (MBLU) waren eine Woche im KZ Ravensbrück. Sie konnten diese Tage einfach erleben oder davon berichten. Sie taten etwas ganz anderes. Sie kamen mit einer Multimedia-Präsentation zurück: Langsame Kamerafahrt übers Gedenkstättengelände, unterlegt mit dunklen Tönen. Azubi Caroline Klein sprach dazu live im Saal die grausam anschaulichen Worte einer politisch Gefangenen, die aus dem Ghetto Warschau nach Ravensbrück gekommen war, ihre Mutter verloren hatte, nach Begutachtung „wie Vieh“ fürs Daimler-Flugmotorenwerk ausgesucht worden war…

Die angehenden Industriemechaniker John Schauer und Martin Sterl sagten zu Jetzt-Bildern von Resten der Deutschland-Halle – als Halle 24 damals Unterkunft der KZ-Frauen – solche Sätze: „Kaum ein Betrieb nennenswerter Größe in Deutschland machte nicht von der Zwangsarbeit Gebrauch“ … Und sie lasen Beschreibungen der ungarischen Jüdin, Bildhauerin und Daimler-Zwangsarbeiterin Edith Kiss vor, die die zu ihren furchtbaren Bildern hinterlassen hatte.

Diese Präsentation wurde in zwei Foren im Klubhaus gezeigt, am Dienstagabend und Mittwochmittag. Vor Schülern, der Mercedes-Führungsriege, dem Geschichtsverein und vielen Gästen aus Politik, Wirtschaft und Kultur. Am Ende fragten die Jugendlichen: „Wie gehen wir in Zukunft mit diesem Thema um?“ Sie wollen weitermachen.

Die Geschichte zur friedlichen Übergabe der Stadt >>

Von Jutta Abromeit

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