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19:34 18.02.2019
Das frühere Dorfgemeinschaftshaus in Ahrensdorf soll wieder Mittelpunkt für die Interessen der Ortsteil-Bewohner  werden.
Das frühere Dorfgemeinschaftshaus in Ahrensdorf soll wieder Mittelpunkt für die Interessen der Ortsteil-Bewohner werden. Quelle: Foto: Jutta Abromeit
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Ahrensdorf

Der Ortsbeirat Ahrensdorf will es und alle drei Fachausschüsse in Ludwigsfelde befürworten den Wunsch: Das alte Dorfgemeinschaftshaus (DGH) im Ortsteil Ahrensdorf soll nicht verkauft und wieder das neue werden. Eine Entscheidung über den viel genutzten Klinkerbau an der Hauptstraße treffen die Stadtverordneten Anfang März.

Der Ludwigsfelder Sozialausschuss (SSKS) sieht sich das frühere Dorfgemeinschaftshaus (DGH) im Ortsteil Ahrensdorf an Quelle: Jutta Abromeit

Wie berichtet hatte die Stadt das Haus seit 2013 verkaufen wollen, denn an der Feuerwache war unter Bürgermeister Frank Gerhard auch mit Blick auf Ortsbeiratssitzungen ein Mehrzweckraum gebaut worden. Doch das alte DGH gegenüber der Bäckerei wollte niemand haben, trotz viermaliger Ausschreibung. Streit zwischen altem Ortsbeirat und Feuerwehrleuten hatte die 775-Jahr-Feier vor zwei Jahren platzen lassen, der Ortsbeirat trat zurück. Inzwischen versuchen der neue Ortsvorsteher Jens Wylegalla und seine Mitstreiter Jana Beilstein und Gerhard Krause für das 1000 Einwohner zählende Dorf lnformationen zu beschaffen, sie zeitnah weiterzugeben und Entscheidungen transparent vorzubereiten.

Der Ludwigsfelder Sozialausschuss (SSKS) sieht sich das frühere Dorfgemeinschaftshaus (DGH) im Ortsteil Ahrensdorf an Quelle: Jutta Abromeit

Jetzt geht es um genügend Räume für die vielfältigen Interessen im Ort: Chor, Krabbelgruppe, eine Seniorensport- und eine Seniorenspielgruppe, eine Malgruppe unter künstlerischer Anleitung, die Jagdgenossenschaft und weitere Gruppen wie die Iron Mums, eine Bastelgruppe oder Bürger, die sich Verpackungen verwerten, teilen sich bisher die Räume. Im Nutzungskonzept für die Vision „lebendiges Dorf“ stehen außerdem Wünsche wie ein Kinderchor, eine Schreibwerkstatt Dorfgeschichte, Basare für Kindersachen, Ausstellungen, ein Literaturkreis, ein Töpferzirkel oder ein Lesecafé.

Bemerkenswert ist, dass das alles im Gegensatz zu früheren Diskussionen nicht vordergründig am Geld hängt: Laut Stellungnahme von Stadtkämmerer Frank Teschner seien sowohl der Umbau als auch die Ausstattung und die jährliche Unterhaltung des Zweigeschossers darstellbar. Laut Beschluss-Entwurf würde der Umbau einschließlich behindertengerechtem Zugang und Toilette 188.000 Euro kosten, 8000 Euro sind für Tische, Stühle, Geschirr, Musikanlage sowie Geschirr- und Kaffeemaschine veranschlagt; der jährliche Aufwand für die Unterhaltung des Gebäudes soll 11.000 Euro kosten.

Die ehemalige Ortsvorsteherin Marianne Such im Gespräch mit dem Ausschussvorsitzenden Frank Priefert (SPD) und der Stadtverordneten Angelika Wodtke (Die Linke/Filu) im alten Klinkerbau. Quelle: Jutta Abromeit

Diese bei Befürwortung anfallenden Gesamtkosten sieht man im Rathaus auch vor dem Hintergrund, dass der Bedarf solcher Räume für Neubürger von Ludwigsdorf ohnehin in den kommenden zwei Jahren noch sprunghaft steigt.

Eine aufkommende Neid-Debatte gegenüber anderen Ortsteilen ließen einige Stadtverordnete nicht zu, jeder Ortsteil habe seine spezifischen Gegebenheiten. So erklärte Fraktionschef Hans-Erwin Baltrusch (Vereinte-Freie): „Wir sollten berücksichtigen, dass wir in Ahrensdorf so viele Interessengruppen haben wie sonst in keinem anderen Ortsteil.“ Der Ortsbeirat sieht drei Bewirtschaftungsmöglichkeiten fürs künftige DGH: die Stadt, den Ortsbeirat oder die Nutzer gründen einen Dachverein. Er befürwortet letzteres.

Von Jutta Abromeit