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Ludwigsfelde Ifa-Platte: Bürgermeister lud ins Rathaus
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17:17 07.06.2019
Steht seit Jahren leer: Das alte IFA-Kombinatsgebäude im Industriegebiet Ludwigsfelde Quelle: Jutta Abromeit
Ludwigsfelde

Was wird aus dem alten Ifa-Kombinatsgebäude am Industriepark in Ludwigsfelde? Bürgermeister Andreas Igel (SPD) lud alle Bürger per Amtsblatt für die Stadt Ludwigsfelde in den großen Sitzungssaal des Rathauses ein. Von den 24.179 Einwohnern sind gerade mal drei Bürger erschienen. Sie setzten sich in eine Tischreihe gegenüber vom Bürgermeister, der mit vier Personen erschienen war: Mitarbeiter aus der Stabsstelle Bauplanung sowie einer Fachanwältin für Verwaltungsrecht. Anlass: Eine öffentliche Bekanntmachung und die Beteiligung der Öffentlichkeit an der Bauleitplanung gemäß § 3 Abs. 1 BauGB zum Bebauungsplan Nr. 44 „Teilfläche 1 im Industriepark Ost“ der Stadt Ludwigsfelde. Es geht um eine Fläche von 21 Hektar, das entspricht etwa der Größe von 30 Fußballfeldern. In diesem Gebiet liegt auch das alte Ifa-Kombinatsgebäude, weswegen Eigentümer City Best seit Jahren mit der Stadt im Clinch liegt.

Hotel, Bordell und Wohnheim bislang verboten

Rückblick und Hintergrund: Seit mehr als sechs Jahren steht das alte DDR-Verwaltungsgebäude des Lkw-Bauers Ifa in Ludwigsfelde leer. Die Immobilienfirma City Best kaufte 2016 das Objekt. Inhaber Frank Blaschke wollte das Gebäude umbauen lassen. Erst zum Hotel, dann zum Bordell, dann zum Wohnheim für Monteure – doch das alles lehnte die Stadt ab. Grund dafür: Die Immobilie liegt im Industriepark und soll weiterhin als gewerbliche Baufläche genutzt werden. Der Eigentümer sah das nicht ein und klagte gegen die Stadt vorm Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg (OVG). Und die entschieden schnell, gaben der Stadt recht und lehnten eine Revision ab.

Und nun? Ist die Stadt aktiv geworden. Für die Fläche wurde eine Veränderungssperre als Sicherungselement verhängt. Das heißt soviel wie, dass das Gebiet erstmal ruhig gestellt wurde, damit es nicht im Widerspruch zu dem steht, was die Stadt Ludwigsfelde und der Landkreis planen. Und was ist genau geplant? Bürgermeister Andreas Igel: „Mit der Aufstellung des Bebauungsplans werden übergeordnete stadtentwicklungspolitische Ziele umgesetzt. Er dient vorrangig dem Ziel, das bisher erlangte Profil Ludwigsfeldes als Wirtschaftsstandort insbesondere für Industrie und produzierendes Gewerbe weiter zu stärken.“ Ein Bürger möchte wissen: „Was darf dort denn überhaupt gebaut werden?“ Andreas Igel: „Bauanträge können Auflagen geben. Erst müssen schutzrelevante Aspekte abgewartet werden, dann gibt es Rahmen. Das wird sich im Verfahren zeigen.“ Mit dem Verfahren meint er die Auswertung von vier in Auftrag gegebenen Gutachten für das Gebiet. Die Fachanwältin für Verwaltungsrecht Reni Maltschew: „Geprüft werden Lärm, Verkehr, Umwelt (Artenschutz) und Altlasten (Bodengutachten). Was dann dort aber zuletzt wirklich gebaut werden darf, entscheidet die Stadtverordnetenversammlung.“

Die Stadtverordnetenversammlung entscheidet

City Best möchte die Immobilie jedenfalls so schnell wie möglich loswerden. Drei Verfahren gegen die Stadt Ludwigsfelde laufen noch. Fest steht nur, was nicht gebaut werden darf: Handelsbetriebe, Betriebe des Handels- und Gaststättengewerbes, Bordelle, Geschäfts-, Büro- und Verwaltungsgebäude soweit sie nicht betriebsbezogen und untergeordnet sind sowie öffentliche Tankstellen. Öffentliche Betriebe können nur ausnahmsweise zugelassen werden. Eigentlich alles, was der Eigentümer bisher plante, ist damit ausgeschlossen. Andreas Igel: „Ich kann verstehen, dass es für den Eigentümer nicht ideal ist, aber wir haben hier eine Ausnahmesituation.“ Ein Ludwigsfelder will wissen: „Und wenn Mercedes Benz von nebenan einfach die Immobilie kaufen würde?“ Reni Maltschew: „Das wäre eine Möglichkeit. Letztendlich entscheidet aber die Stadtverordnetenversammlung darüber.“

Darum wurden die Bürger ins Rathaus geladen: Um sich über den aktuellen Stand zu informieren. Und, um eine Gelegenheit zu haben, sich per Formblatt mit schriftlicher Stellungnahme zum jeweiligen konkreten Planverfahren zu äußern. Ein Ludwigsfelder: „Ich weiß ja gar nicht, was nun gebaut werden darf. Nur, was nicht gebaut werden darf.“

Das Rätselraten um die Zukunft des Geländes geht also weiter.

Von Marlene Schmidt

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