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Ludwigsfelde Fazit einer Klubhaus-Analyse: zu teuer und zu wenig bekannt
Lokales Teltow-Fläming Ludwigsfelde Fazit einer Klubhaus-Analyse: zu teuer und zu wenig bekannt
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18:29 20.11.2019
Stephan Lübke vom Berliner Institut für Public Management. Quelle: Jutta Abromeit
Ludwigsfelde

Das Klubhaus von Ludwigsfelde ist zwar die größte Spielstätte ihrer Art in ganz Südbrandenburg, Besucher kommen aus der gesamten Region südlich der Bundeshauptstadt und Ludwigsfelde als größte und wirtschaftsstärkste Stadt im Kreis Teltow-Fläming kann vieles möglich machen. Doch Klubhaus-Veranstaltungen in der jetzigen Form sind nicht mehr zu halten, weder personell noch finanziell. Das ist das Fazit einer Analyse. Präsentiert wurde sie den Sozialausschuss-Mitgliedern am Dienstagabend im Rathaussaal. Vorgestellt hat sie Stephan Lübke vom Berliner Institut für Public Management.

Tragfähiges Konzept muss her

Das Institut hatte von der Stadt den Auftrag, ein Klubhaus-Konzept vorzulegen. Zu den Ergebnissen gehört, dass sich sowohl die Besucherzahlen als auch die Ausgaben verdoppelten: 2015 wurden 24.400 Gäste gezählt, 2018 waren es mehr als 51.000. Wenn es wie bisher weitergeht, so Lübke, dann käme die Stadt von 535.000 Euro Kosten 2016 im Jahre 2021 bei fast einer Million Euro an. Angesichts eines voraussichtlichen Defizits im kommenden Jahr von 4,7 Millionen Euro gehe das nicht.

Weiter wie bisher hieße: Mehr als 200 Veranstaltungen gab es 2018, das Haus war einschließlich der Musikschule und Vereinsaktivitäten 316 Tage belegt. „Das war ein Hoch, das ganz schön an den Kräften zehrte“, erklärte auch Fachbereichsleiter Paul Niepalla. Weil das so nicht weiter zu stemmen sei, sagt der Vize-Bürgermeister, solle jetzt in den Ausschüssen der Stadtverordnetenversammlung über die Details diskutiert werden, damit die Verwaltung im Januar einen Beschlussvorschlag vorlegen kann.

Viele Besucher aus dem Umland

Über allem stehe, so Lübke, dass dieses Haus die Ludwigsfelder ein Leben lang begleite. Und es habe mit seiner jetzigen Ausstattung für die gesamte Region im südlichen Berliner Umland eine hohe Relevanz, denn Besucher kämen auch aus Nachbarkreisen. Dazu trage auch die günstige Verkehrsanbindung bei.

Zu den Fakten nach einem einjährigen Untersuchungszeitraum von Dezember 2018 bis jetzt gehört nach seinen Worten allerdings, dass derzeit in Summe zwei Vollzeit-Stellen fehlen und deshalb viele Überstunden und hohe Honorarkosten anfallen. Damit das Personal nicht weiter überlastet wird und die Kosten für den Betrieb des Hauses nicht aus dem Ruder laufen, muss es mehr mit Fremdveranstaltern bespielt und besser vermarktet werden.

Image-Broschüre ist in Arbeit

„Marketing ist ein ganz starker Auftrag, daran arbeiten wir derzeit mit einer Image-Broschüre und die Handy-Nutzung junger Leute haben wir auch im Blick“, erklärte Kultur-Sachgebietsleiterin Nadja Hocke. Derzeit bauen sie und ihre Kollegen auch nachts Saal oder Räume um, damit am nächsten Morgen neue Veranstalter starten können. Ziel, so Hönicke, müssten drei Felder sein: die Tradition wahren mit etablierten und bürgernahen Veranstaltungen, Förderer und Partner finden für Theater- und Bildungsangebote und Kulturtreffs sowie mehr vermieten und Nischen Nischen erschließen.

Wer mehr über die zurückliegenden Jahrzehnte der Ludwigsfelder Kulturstätte wissen will: Am Donnerstag ab 18 Uhr wird in der Flamingo-Bar das druckfrische Buch „60 Jahre Klubhaus Ludwigsfelde“ vorgestellt. Anschließend steigt ab 19 Uhr am selben Ort die Premiere des Retro-Klubs, einer Veranstaltung der Stadt und DJ Patrick Hönicke mit Musik und alten Radios sowie Bildern und Gesprächen zur Klubhaus-Geschichte.

Von Jutta Abromeit

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