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Ludwigsfelde Warum die Blutspende im Sommer so wichtig ist
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01:16 14.06.2019
Christine Döge (li.) und Hannelore Billig (re.) engagieren sich ehrenamtlich und schätzen vor allem das Zwischenmenschliche - unter den Ehrenämtlern, aber auch den Spendern. Quelle: Fabian Lamster
Ludwigsfelde

Am Dienstag schaut es in den Räumen des Ortsverbands des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) von Ludwigsfelde im „Haus der Familie“ noch alles wie gewohnt aus, obwohl die Vorbereitungen für den Mittwochnachmittag schon in vollem Gange sind.

Dann, wenn in dem Gebäude in der Geschwister-Scholl-Straße ab 14 Uhr das letzte Mal vor den Sommerferien im Land Brandenburg eine öffentliche Blutspende ansteht.

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„In der Ferienzeit, in der viele verreisen, passieren auch mit die meisten Unfälle, für die jeder Blutstropfen gebraucht wird“, sagt Hannelore Billig, die im DRK Kreisverband Fläming-Spreewald im Vorstand sitzt.

Blutspende kann Leben retten

Umso wichtiger ist es der 73-Jährigen, darauf hinzuweisen, dass grundsätzlich jeder Mensch Blut spenden kann. Und der halbe Liter Blut, den Frauen und Männer zwischen 18 und 65 Jahren maximal vier (Frauen) bzw. sechs Mal (Männer) im Jahr spenden können, äußerst wichtig sein kann. „Das Blut kommt bei Operationen, beim Behandeln von Unfallpatienten und bei der Krebstherapie zum Einsatz – und rettet Leben“, weiß Hannelore Billig.

Die Blutspenden finden immer im sogenannten "Haus der Familie" in der Geschwister-Scholl-Straße statt. In den Räumen, in denen jetzt die Blutspender Platz nehmen, ist vor Jahren eine Kinderkrippe drin gewesen. Quelle: Fabian Lamster

Leben retten, etwas Gutes tun: Das war auch der Grund, warum sich Christine Döge 2017 dafür entschieden hat, bei den Blutspendeterminen des DRK mitzumachen.

Denn auch, wenn die 68-Jährige selbst nicht mehr Blut spenden kann, weil sie es zu spät für sich entdeckt hat, heißt das nicht, dass sie nicht trotzdem helfen möchte. „Neben dem Arzt und den Krankenschwestern, die die Spender betreuen, passen wir auf, dass es ihnen gut geht und sich jeder wohlfühlt“, sagt die Seniorin.

Qualität bei Blutspende steigt, die Spenderzahl nicht

Meist zwei Mal im Monat veranstaltet der DRK Termine zum Blutspenden. Der Kreisverband Fläming-Spreewald hat seit zehn Jahren eine Arbeitsgruppe, die sich stetig darum bemüht, das Blutspenden noch angenehmer zu gestalten.

Neueste „Errungenschaft“: Immer freitags gibt es eine Kindbetreuung für die Eltern, die ihren Nachwuchs zur Spende mitbringen.

„Das kommt richtig gut an und wir bekommen immer wieder Lob dafür, wie sich die Blutspende hier entwickelt hat“, erzählt Christine Döge.

Pro Blutspendenachmittag kommen meist zwischen 28 und 48 Spender vorbei. "45 müssten kommen, um im Soll zu sein, um so viel Blut zu haben, wie durchschnittlich gebraucht wird", sagt Hannelore Billig vom DRK-Kreisverband Fläming-Dahmeland. Quelle: Fabian Lamster

Trotzdem sei die Zahl der Spender rückläufig. Woran das liegt, lässt sich nur vermuten. Bei den meisten sei es wohl vor allem die Zeit, die ihnen fehle, um die Blutspendetermine in Ludwigsfelde wahrzunehmen.

Blutspende auch bei sommerlichen Temperaturen kein Problem

Manche entscheiden sich erst dafür, ihr Blut zu spenden, wenn sie direkt betroffen sind. Hannelore Billig erinnert sich an einen verunglückten Bergsteiger, der 47 Blutkonserven, also 23,5 Liter Blut benötigte – und überlebte.

Dabei schätzt sie insbesondere das Zwischenmenschliche an ihrem Ehrenamt: „Es macht mir Spaß, mit den Kollegen die Spenden zu organisieren und zu betreuen, auch mit den Spendern ins Gespräch zu kommen. Hier sind schon einige Freundschaften entstanden“, erzählt Christine Döge.

Dass der Wetterbericht für den Mittwochnachmittag sommerliche 30 Grad angekündigt hat, stört sie weniger. Es sei zwar warm, aber das habe keinen größeren Einfluss auf die Blutspende.

Wie bei jeder Spende sei es Voraussetzung, vorher genug zu trinken, zu essen und sich gesund zu fühlen. Gleichzeitig erwartet alle Spender ein Obst- und Gemüsebüfett mit Melone, Kirschen, Paprikas und Erdbeeren.

Weniger Erstspender als Personen, die nicht spenden dürfen

„Erstspender nehmen wir an die Hand und begleiten sie bei allen Schritten: von der Anmeldung über die ärztliche Untersuchung bis zur Spende selbst“, sagt die 68-Jährige.

Pro Spendetermin in Ludwigsfelde sei meist auch ein Erstspender dabei, während oft Frauen nicht spenden dürfen, obwohl sie wollen. Manchmal bringen sie keine 50 Kilogramm auf die Waage, ein andermal haben sie einen Eisenmangel.

Das passiere oft vier bis fünf Mal, wie Hannelore Billig vom DRK-Kreisverband schätzt. „Wir hätten lieber mehr Erstspender und weniger Menschen, die kein Blut spenden dürfen, obwohl sie wollen“, sagt die 73-Jährige.

Denen rechne sie ihr Erscheinen dennoch hoch an, da es leider nicht selbstverständlich sei, Blut zu spenden, aber ihrer Meinung nach das Normalste der Welt sein sollte: „Wir können Blut nicht anders herstellen. Die Blutspende ist die einzige Möglichkeit. Wenn ich selbst einmal verletzt bin, möchte ich doch auch, dass Blut da ist, um mich am Leben zu halten.“

Von Fabian Lamster

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