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Ludwigsfelde Potsdamer Landgericht verhandelt versuchten Totschlag
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18:24 03.02.2020
Am Landgericht Potsdam wird der Angriff eines Ludwigsfelders auf eine junge Frau verhandelt. Quelle: Bernd Gartenschläger
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Potsdam/Ludwigsfelde

Es soll eine Date aus dem Internet gewesen sein, das vor acht Monaten in Ludwigsfelde fast mit einer getöteten Frau endete. Am 2. Juni 2019 gegen zwei Uhr nachts soll eine damals 36-jährige mit einem sechs Jahre jüngeren Mann in einer Ludwigsfelder Garage verabredet gewesen sein. Am Ende flüchtete sie stark blutend in eine Tankstelle. Sie musste anschließend notoperiert werden und überlebte.

Seit Anfang Januar verhandelt das Landgericht Potsdam gegen den Ludwigsfelder Frank Z. wegen des Vorwurfs des versuchten Totschlages. Ihm wird vorgeworfen, der Frau in einer Garage aus Verärgerung mit einem Cuttermesser mindestens zwei Schnitte in den Hals beigebracht und die stark blutende Geschädigte hinter sich her gezogen zu haben. Die Frau habe sich losreißen und zu der Tankstelle fliehen können. Nach sechs Verhandlungstagen könnte am 12. März ein Urteil gesprochen werden.

Tatverdächtiger hat sich nicht geäußert

Was in jener Sommernacht passiert ist, versuchen die Richter um den Vorsitzenden Theodor Horstkötter nun auszuleuchten. Der Angeklagte, der in Untersuchungshaft sitzt, hat sich bisher nicht zu dem Vorwurf eingelassen. Die Anklage beruht im Wesentlichen auf der Schilderung der Angeklagten, die bereits ausgesagt hat. Ihre Wunden am Hals sind inzwischen vernarbt.

Am Montag saß der Zossener Amtsrichter Wolfgang Böhm auf dem Zeugenstuhl in der Potsdamer Jägerallee. Böhm hatte im Rahmen der Prüfung von Z.s Haftbefehl auch dessen Schwester vernommen. Vor Gericht verweigerte sie als Familienmitglied die Aussage – so musste Richter Böhm sich erinnern. Unter anderem ging es um die Frage, ob Z. möglicherweise früher am Abend betrunken gewesen sei. Dabei soll er nicht betrunken gewesen sein, aber doch anhänglich, und getorkelt haben.

Z.s Schwester hatte noch sichergestellt, dass Z. an jenem Abend nicht das Auto nimmt, sondern mit dem Fahrrad nach Hause fährt, erinnerte sich Böhm. Seine Schwester habe ihn auch als nicht aggressiven Menschen beschrieben, als einen, der sich gern treffe, der gern mit anderen schreibe und der so Bestätigung suche.

Mögliche Vergewaltigung steht im Raum

Das Gericht versucht auch der Frage nachzugehen, ob es zwischen beiden Verabredeten zu sexuellen Handlungen kam – und ob das freiwillig passierte.

Als Zeugin sagte dabei jene Gynäkologin aus, die die Frau nach der Notoperation untersucht hatte. Dabei habe die Geschädigte bejaht, dass er sie mit einem Messer bedroht habe und es zuerst zu rektalem und dann zu vaginalem ungeschützten Geschlechtsverkehr kam. Über die gefundenen Spuren wollte die Ärztin keine verbindliche Aussage treffen. Auf Nachfrage von Z.s Strafverteidiger erinnerte sich die Ärztin, dass das Opfer nicht die Internetseite nennen wollte, über die sie sich mit Z. verabredet hatte. „Ich hatte das Gefühl, dass es ihr peinlich ist“, so die Ärztin.

Wegen der in Rede stehenden Vergewaltigung habe das Gericht den Hinweis gegeben, dass auch eine Verurteilung wegen versuchten Mordes in Betracht komme, so Rechtsanwalt Volker Warns, der die Nebenklägerin vor Gericht vertritt, am Rande der Verhandlung. Als Mordmerkmal käme das Verdecken einer Straftat in Betracht. Seine Mandantin gehe mit der Situation sehr gefasst um, sagte er. Der nächste Verhandlungstermin ist am 17. Februar.

Von Ingmar Höfgen

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