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Ludwigsfelde Entscheidung über neue Gesamtschule vertagt
Lokales Teltow-Fläming Ludwigsfelde Entscheidung über neue Gesamtschule vertagt
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08:01 18.05.2019
In das Gebäude der Gottlieb-Daimler-Oberschule in Ludwigsfelde soll ab 2021 eine neue Gesamtschule einziehen. Quelle: Jutta Abromeit
Luckenwalde/Ludwigsfelde

Es ist der wohl wichtigste Schritt auf dem Weg zur neuen Gesamtschule in Ludwigsfelde: Eigentlich sollte der Bildungsausschuss des Landkreises am Donnerstag festlegen, ob die Schulentwicklungsplanung kurzfristig geändert wird.

Denn nur wenn in dem mehrjährigen Konzept eine Gesamtschule für Ludwigsfelde vorgesehen ist, darf die Stadt auch offiziell den Antrag bei Brandenburgs Bildungsministerium stellen.

Entscheidung auf September vertagt

Zwischen Pro- und Kontra-Argumenten entschieden sich die Abgeordneten dann aber doch für etwas ganz anderes: Erst der neue Kreistag soll im September die wichtige Änderung beschließen oder ablehnen.

Ludwigsfeldes Bürgermeister Andreas Igel (SPD) ist für die neue Gesamtschule in seiner Stadt. Quelle: Jutta Abromeit

Trotz Vertagung: Für- und Gegensprecher tauschten am Donnerstag im Kreishaus noch einmal ihre besten Argumente aus. Ludwigsfeldes Bürgermeister Andreas Igel (SPD) plädiert seit mehreren Monaten für die neue Schulform in der Zuzugs-Stadt.

Mehr als 800 Einwohner hatten sich in einer Unterschriften-Aktion dafür stark gemacht. „Obwohl die Prognosen der Schülerzahlen vor einigen Jahren anders waren, haben wir in Ludwigsfelde jetzt das Potenzial, mehrere Schulformen parallel laufen zu lassen“, sagte Igel.

Trebbin, Großbeeren und Zossen sind gegen die Gesamtschule

Anders sehen das die Nachbarkommunen. In Trebbin sorgt man sich um den Erhalt der Goethe-Oberschule. In Großbeeren sieht man den Erweiterungsbau der eigenen Preußler-Oberschule gefährdet und kritisiert, dass die Gesamtschule in Teltow (Potsdam-Mittelmark) nicht bei der Planung berücksichtigt wurde.

Die Zossener Bürgermeisterin Michaela Schreiber (Plan B) ist gegen die neue Gesamtschule in Ludwigsfelde. Quelle: Stadt Zossen

Die lautesten Gegenstimmen kommen aus Zossen. Dort sieht Bürgermeisterin Michaela Schreiber (Plan B) zwar keine Gefahr für die weiterführenden Schulen in Wünsdorf und Dabendorf.

„Aber auch Zossener Kinder gehen gern an das OSZ und das Gymnasium in Ludwigsfelde“, sagte sie. Ihre Sorge: Wenn die neue Gesamtschule diesen Schulen die Schüler klaut, würde auch das Bildungsangebot für die Zossener Jugendlichen eingeschränkt.

Kreisverwaltung spricht sich nach Analyse für Gesamtschule aus

Die Kreisverwaltung kann diese Sorge nur wenig nachvollziehen. Auf knapp 40 Seiten wurden bestehende Schulangebote, Erreichbarkeiten, Präferenzen der Eltern und Auswirkungen auf die Nachbarkommunen analysiert.

Das Fazit: „Auch für uns ist die Entscheidung eine Gratwanderung“, sagte Karsten Dornquast, Leiter des Amtes für Bildung und Kultur, „die Zahlen sprechen aber gegen eine Ablehnung der neuen Oberschule.“

Für fast 30 Klassen könnte das Gebäude Platz bieten, wenn es von der Ober- zur Gesamtschule umgewandelt wird. Quelle: Jutta Abromeit

Nicht zuletzt durften auch die umliegenden Kommunen und Schulleiter ihr Votum über die neue Ludwigsfelder Gesamtschule abgeben – jedoch eher symbolisch als wirklich ernsthaft.

Mit allen betroffenen umliegenden Schulträgern sei das Benehmen hergestellt worden, heißt es in der Vorlage der Kreisverwaltung. Tatsächlich sollen sich aber mehrere Schulleitungen gegen die neue Schulform im Kreisnorden ausgesprochen haben.

Abgeordnete wollen Stellungnahmen lesen

Die Mitglieder im Ausschuss für Bildung, Kultur und Sport wollen ihr eigenes Urteil über ein Für oder Dagegen ebenfalls nicht abgeben, ohne die Stellungnahmen der Kommunen und Schulen gelesen zu haben.

Einstimmig beschlossen sie deshalb über die Teiländerung der Schulentwicklungsplanung im Landkreis erst nach den Kommunalwahlen abzustimmen. Der Bildungsausschuss tagt wieder im September. Danach soll die Entscheidung in den Kreistag gehen.

Von Victoria Barnack

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