Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Ludwigsfelde Erinnerung nach hundert Jahren
Lokales Teltow-Fläming Ludwigsfelde Erinnerung nach hundert Jahren
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
08:00 15.08.2018
Auf den Treppen vor Schloss Genshagen. Die Jugendlichen aus Deutschland, Polen und Frankreich spielen den Auftakt zu ihrem selbst geschriebenen Theaterstück gemeinsam. Quelle: Fotos: Jutta Brekeller (3)
Genshagen

Einhundert Jahre ist es jetzt her, dass der Erste Weltkrieg (1914-1918) beendet wurde. Zeitzeugen gibt es kaum mehr, auch wenige Geschichten darüber, die in den Familien weitererzählt werden. Schüler aus Frankreich, Polen und Deutschland haben sich deshalb auf Spurensuche gemacht und die Ergebnisse in einem Theaterprojekt festgehalten, das am Dienstagabend im Schloss Genshagen vor einem interessierten Publikum aufgeführt wurde.

Sechs Schüler aus Deutschland

Die deutsche Projektleiterin Charlotte Stolz von der Stiftung Genshagen hat ihre sechs Schüler aus Ludwigsfelde, Schwedt, Berlin und Kiel gründlich auf die Recherchen vorbereitet. Sie hat mit Fragen zum Nachdenken angeregt und Bücher empfohlen. Zum Beispiel „Im Westen nichts Neues“ von Erich Maria Remarque oder „Ballade vom Abendland“ von Eric Vuilland, die Geschehnisse im Ersten Weltkrieg zum Thema haben. Und sie hat die Jugendlichen ausdrücklich dazu ermuntert, in ihren Familien nachzuforschen.

Theaterprojekt von deutschen, französischen und polnischen Jugendlichen zur Erinnerung an den Ersten Weltkrieg Quelle: Jutta Brekeller

Leonie Kutzbach, die das Marie-Curie-Gymnasium in Ludwigsfelde besucht, hat eine Uroma, die wiederum von ihrer Oma wusste, dass deren zwölf Söhne in den Schlachten des Ersten Weltkrieges dabei waren. Zum Glück sind alle zurückgekehrt. Und die Französin Louise Dazin weiß, dass ihr Uropa als Neunjähriger ins Gefängnis musste, weil er Stöckchen in die Räder deutscher Militärautos gesteckt hatte. Mehr Familiengeschichten gibt es aber nicht. „Über den Krieg wird nicht gern geredet“, konstatiert Charlotte Stolz.

Erster Weltkrieg kaum im Geschichtsunterricht

Auch im Geschichtsunterricht spielt der Erste Weltkrieg offenbar eine Nebenrolle. „Das wurde nur ganz kurz nebenbei behandelt“, sagt Leonie Kutzbach. „Weil die Deutschen da keine große Schuld auf sich geladen haben.“ Louise Dazin kommentiert das erstaunt. Aus ihrem Geschichtsunterricht weiß sie, dass das Deutsche Kaiserreich den bis dahin größten Krieg der Weltgeschichte, der 17 Millionen Menschenleben kostete, von Anfang an tatkräftig unterstützt hat.

Theaterprojekt von deutschen, französischen und polnischen Jugendlichen zur Erinnerung an den Ersten Weltkrieg Quelle: Jutta Brekeller

Sowohl Leonie Kutzbach als auch Louise Dazin haben durch das Theaterprojekt viel Neues aus dieser Zeit erfahren. Zum Beispiel, dass Polen nach diesem Krieg ein unabhängiges Land wurde. „Von polnischer Geschichte wusste ich nichts“, bekennt Louise Dazin und auch Leonie Kutzbach sagt: „Wir reden im Unterricht mehr über deutsche Geschichte.“

Szenen in allen drei Sprachen

Beim Theaterspiel hat jede Gruppe ihren eigenen Teil – in ihrer Landessprache. Das macht das Verstehen etwas schwer. Dennoch berühren viele Szenen. So, als Bilder aus dem Krieg verteilt werden, junge Männer mitten aus einem Fest gerissen, Stahlhelme aufgesetzt bekommen. Oder als in einem französischen Postamt ein blutverschmierter Brief auftaucht. Eindrucksvoll ist die letzte Szene, in der bei einer formalen Gedenkrede zum 100-jährigen Kriegsende ein Toter aufersteht, der mit Fragen bedrängt wird, alle abwehrt und sich ein Mädchen zum Tanz holt.

Das Stück wurde bereits in Frankreich vorgestellt und wird am 18. August im polnischen Stettin aufgeführt.

Von Jutta Brekeller

Drei Wochen später als geplant sollen die Bauarbeiten auf der Autobahn zwischen Rangsdorf und Ludwigsfelde fertig sein. An den Verzögerungen ist das heiße Wetter schuld – aber nicht nur.

15.08.2018

Einige Jugendliche wollen sich jetzt selbst darum kümmern, dass der Müll an der SKaterbahn weggeräumt wird. Nun bekamen sie dafür Harken und Besen.

14.08.2018

Das Mobilfunkunternehmen Vodafone baut derzeit ein eigenes Netz für Maschinen auf. In Ludwigsfelde wurde es jetzt freigeschaltet. Genutzt wird es etwa von Stromzählern.

17.08.2018