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Ludwigsfelde Verein Kultur-Brennerei gegründet
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00:20 02.06.2019
Die alte Rohsprit-Brennerei Genshagen, gebaut 1884, ist heute ein denkmalgeschütztes Gemäuer. Gerettet hat sie ihr Besitzer, der Schwabe und Vereinsgründer Heinz Sostak. Quelle: Jutta Abromeit
Genshagen

In der denkmalgeschützten Hülle der Brennerei Genshagen gibt es nun nicht nur gelegentlich Veranstaltungen wie seit Jahren den Tanz in den Mai oder zuletzt das zweite Festival Meta Dada, eine 36-Stunden-Performance mit Tanz, Ausstellungen und Aktivitäten Jugendlicher. Seit wenigen Tagen gibt es den Verein Kultur-Brennerei, initiiert von Brennerei-Besitzer Heinz Sostak und weiteren Kultur-Begeisterten. Als Ziele des Vereins sind Kunst, Kultur und Bildung sowohl vor Ort als auch im europäischen Kontext festgeschrieben.

Christel Hartmann-Fritsch war bis 2017 geschäftsführendes Vorstandsmitglied der Stiftung Genshagen für den Bereich Kunst und Kultur. Sie wechselt mit dem Ehrenamt als Vorsitzende des neuen Vereins Kultur-Brennerei jetzt praktisch nur die Hofseite. Quelle: Jutta Abromeit

Eines der elf Gründungsmitglieder und Vorsitzende ist Christel Hartmann-Fritsch, in Genshagen keine Unbekannte. Sie leitete die Stiftung Genshagen im Schloss nebenan bis zum Oktober 20117 als geschäftsführendes Mitglied für den Bereich Kunst und Kultur. An ihrem Berufsende war sie von Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) verabschiedet worden und hatte vom Gesandten der polnischen Botschaft die Medaille „Gloria Artis“ bekommen, die höchste polnische Kultur-Ehrung.

Ermöglicher und Katalysator

Mit ihren internationalen Kultur-Erfahrungen und ihrer Begeisterung, unermüdlich auch den Ärmsten der Armen Kultur nahe zu bringen, für die zum Beispiel Straßenkinder in Lyon kein Geld haben, sieht sie in dem neuen Projekt jede Menge Möglichkeiten. Sie sagt, der neue Verein solle Ermöglicher und Katalysator sein von spannenden Projekten. Und sie erklärt: „Bei den Künsten sollen Kochkünste und Gartengelüste einbezogen sein.“

Relevant und zukunftsorientiert will man sein

Es gehe den Vereinsmitgliedern um die Frage. „Wie wollen wir leben?“. Dabei bewege die Gründer nicht nur das eigene Wohlbefinden, so Hartmann-Fritsch. „Wir meinen das auch im Sinne von gesellschaftlich relevant und zukunftsorientiert, also auch gesellschaftspolitisch.“

Zu einem ersten großen Event lädt der neu gegründete Verein am Himmelfahrts-Donnerstag ein: Für 14 Uhr ist eine Landart mit Performance angekündigt. Die renommierte Hamburger Künstlerin Rud Witt, die auf dem Guthof gerade ihren 80. Geburtstag feierte und dazu bildnerische und textile Werke mitgebracht hatte, wird dabei sein. „Das zeigt ihre tiefe Verbundenheit mit Brandenburg“, so Hartmann-Fritsch.

Meteorologen-Vater in Trebbin geboren

In ihrer Ansprache aus diesem Anlass hatte die neue Vorsitzende darauf verwiesen, dass Rud Witts Vater ein in Trebbin geborener Meteorologe war, „der seine Tochter lehrte in die Wolken zu gucken, den Schnee zu riechen, das Wasser auf der Haut zu spüren, und mit den Elementen zu spielen“.

Rud Witt habe aus den Elementen ihr Lebenselixier gemacht, so Hartmann-Fritsch: „Sie werden von ihr nach Lust und Laune festgehalten, und losgelassen, umspielt, und gehetzt, und geherzt… Und stets in ihre Kunst integriert.“

Eine neue, innige Beziehung

Und die Kultur-Frau Hartmann-Fritsch sieht das Zusammentreffen mit Rud Witt über den gemeinsamen Freund Heinz Sostak als Fügung. Sie sagte zum Jubiläum der Künstlerin, in der Lebensrückschau nähmen bei Rud Witt die Erinnerungen an ihren Vater ganz offenbar einen sehr wichtigen und dominierenden Platz ein – Brandenburg als „Vater-Land“, Trebbin vor 100 Jahren.

„Da ist eine innige Beziehung neu entstanden, hat sich eingenistet und Raum beansprucht.“ Dem sei im ausliegenden Buch nachzuspüren, in dem die Lebensstationen und Lebensfragmente des Astrologen Witt, geboren in Trebbin, eingewoben sind.

Theaterprojekt „Performing Genshagen

Für solche Begegnungen, für neue Ideen, für Inspirierendes und Experimentelles, so die Vereinsvorsitzende, biete der Gutshof Genshagen großzügig Platz; „im ganz realen, räumlichen Sinn, aber auch im übertragenen Sinn, als Metapher.“ Auch das Theaterprojekt „Performing Genshagen“ mit der Israelin Sharon On und der Österreicherin Laura Söllner war 2017 auf dem Gutshof gestartet. Und wie berichtet wird das überregional bekannte Brückenfest von Ludwigsfelde, immer veranstaltet am zweiten Wochenende im September, ab diesem Jahr als „Picknick der Kulturen“ auf den Gutshof verlegt.

Nun am Donnerstag sei jedermann herzlich willkommen. Vorbereitet sei am Rande einer Landart mit Performance – mit Seide, Musik und Tanz – ein Umtrunk und Butterbrezel, der neue Verein lädt ein zum Plausch über Ziele und Pläne. Zur Landart gehören eine Einführung zur Malerei von Harald Kother, Landart-Videos-Dokumentationen von Iris vom Stein und eine Tanzperformance von Alice Klüger.

Private Führung mit Künstlerin möglich

Wenn das Wetter es zulässt, wird sich vom Brennerei-Gebäude eine 60 Meter lange und sechs Meter hohe rote Tuch-Installation in Richtung Schloss entfalten. „Die Künstlerin ist anwesend und bietet private Führungen an“, so die Vereinsvorsitzende; Anmeldung seien unter Tel. 01 78/6 51 39 49 möglich.

Gutshof hat eine magnetische Kraft“

Und Hartmann-Fritsch, selbst verwundert, so schnell an ihre letzte berufliche Wirkungsstätte zurück gekehrt zu sein, sagt: „Der Gutshof hat eine magnetische Kraft, der wir noch nicht auf die Schliche gekommen sind, und das ist auch gut so!“

Die unter Denkmalschutz stehende ehemalige Brennerei Genshagen Quelle: Jutta Abromeit

Diese Kraft hänge jedenfalls auch mit Heinz Sostak zusammen, dem Spiritus Rektor des Areals: „Er prägt das Anwesen durch seine Großzügigkeit, seine schöpferische Umtriebigkeit, seine unternehmerische Kraft und menschliche Ausstrahlung.“ Als feinsinniger Humanist, Menschenfreund und dabei pragmatischer Unternehmer, der in die Zukunft denke und plane.

Von Jutta Abromeit

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