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Ludwigsfelde Gewerbesteuer-Einnahmen von Ludwigsfelde sinken
Lokales Teltow-Fläming Ludwigsfelde Gewerbesteuer-Einnahmen von Ludwigsfelde sinken
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06:04 15.08.2019
Der Ludwigsfelder Bürgermeister Andreas Igel (SPD) bei der Freigabe der Hauptzufahrt für das Industriegebiet Eichspitze Nord. Quelle: Jutta Abromeit
Ludwigsfelde

Ludwigsfelde, das industrielle Zugpferd im Kreis Teltow-Fläming, bekommt in diesem Jahr deutlich weniger Gewerbesteuern als in den zurückliegenden Jahren. Darüber informierte Bürgermeister Andreas Igel (SPD) bei einem MAZ-Gespräch.

Kontinuierliche Steigerung seit 2008

Seit der Finanzkrise im Jahre 2008 waren die Einnahmen der Stadt aus dieser Steuer kontinuierlich gestiegen, zuletzt waren das Einnahmen in der Größenordnung um die 20 Millionen Euro. Im Stadt-Etat war vorsichtshalber mit 17 Millionen Euro Gewerbesteuern geplant worden. „Mit diesem nicht kalkulierten Plus konnten wir bisher Defizite ausgleichen“, so Igel. Nun sei das Ende dieses stetig steigenden Geldflusses absehbar, erklärt der Rathauschef. Weil die Stadt mit ihren Ansiedlungen sehr auf Logistik und Autoproduktion fokussiert sei, würden Schwankungen in der Weltwirtschaft für Ludwigsfelde unmittelbar durchschlagen.

Igel: Schattenseite der Cluster-Bildung

„Erstmals seit 2008 werden wir unsere Erwartungen bei den Gewerbesteuern wohl deutlich nach unten korrigieren müssen“, so der Rathauschef. Bisher lägen in diesem Jahr die Gewerbesteuer-Einnahmen bereits um eine Million hinter den Vorjahren zurück. „Diese Situation zeigt uns sehr deutlich, dass die Cluster-Bildung mit der Konzentration auf einzelne Branchen ihre Schattenseiten hat. Denn wenn, dann trifft es alle im Ort“, sagt Igel – denn die Konsumenten-Bereiche laufe dem Rest der Wirtschaft hinterher. Deshalb, so der ehemalige Mercedes-Manager, müsse die Stadt bei den Ansiedlungen für einen guten Branchen-Mix sorgen.

Ansiedlung für den Branchen-Mix

Mit der Ansiedlung von DHL und Chefs Culinar sei ein guter Schritt in diese Richtung gelungen. Der Paketdienstleister baut in der Eichspitze Nord zurzeit auf etwa 16 Hektar eines seiner drei größten deutschen Paketzentren; dort mit dem direkten Anschluss an B 101 und den Berliner Autobahn-Südring sollen künftig mehr als 50.000 Sendungen pro Stunde abgefertigt werden können. Nebenan baut der Lebensmittel- und Gastro-Großhändler Chefs Culinar sein Produktionszentrum Berlin-Brandenburg.

Schulzentrum Kleeblattschule wird überprüft

Mit Blick auf die Ludwigsfelder Haushaltsplanung für 2019 erklärt Igel, erste Zahlen wiesen bereits ein Defizit in Millionen-Höhe aus. „Gleichzeitig steht uns aber wegen des ungebrochenen Zuzugs ein Investitionsprogramm bei Kitas und Schulen in zweistelliger Millionen-Höhe bevor, so der Bürgermeister. Wie berichtet ist nach der Sanierung der Theodor-Fontane-Grundschule jetzt der Umbau der Kleeblatt-Grundschule zu einem großen Schulkomplex geplant. Nach Vorstellung der Machbarkeitsstudie ist inzwischen die Rede von einer Investition zwischen 28 und 35 Millionen Euro, je nach dem, was alles umgesetzt wird. Am Anton-Saefkow-Ring lernen nicht nur die Kinder des bevölkerungsreichsten Stadtteils Nord, vor allem sollen dort auch die Schüler aus dem neu entstehenden Stadtteil Ludwigsdorf hingehen.

Wegen dieser finanziellen, sozialen und baulichen Zwänge ist die Stadt an entscheidenden Stellen zum Umdenken gezwungen. Igel beschreibt das so: „Wir werden nicht umhin kommen, unsere Prioritäten neu zu sortieren.“ Es gehe um die Fragen, was am Kleeblatt-Komplex realisiert werden könne. „Wir werden dieses Vorhaben in Jahresscheiben aufteilen und mit dem Konzept einzeln prüfen müssen, welcher Aufwand für welchen Gebäudeteil geleistet werden kann“, erklärt Igel

Von Jutta Abromeit

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