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Ludwigsfelde Junge Uferschwalben vor Zuschütten gerettet
Lokales Teltow-Fläming Ludwigsfelde Junge Uferschwalben vor Zuschütten gerettet
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19:29 09.07.2018
Uferschwalben bewohnen auch dieses Jahr wieder den Aushub von der Großbaustelle Ludwigsdorf, abgelagert direkt an der Landesstraße. Quelle: Foto: Abromeit
Ahrensdorf

Noch immer leben an der Großbaustelle Ludwigsdorf unter Schutz stehende Uferschwalben in Erdhügeln, die es gar nicht geben dürfte. Doch nicht nur das: Hätten Ahrensdorfer jetzt nicht beherzt eingegriffen, wären die noch flugunfähigen Jungtiere in ihren Bruthöhlen verschüttet worden.

Voriges Jahr hatten sich die Untere Naturschutzbehörde in Luckenwalde (UNB) und der Investor des gerade entstehenden Rousseau Parks so geeinigt: An dieser Stelle – der Hauptbaustellenzufahrt von der Landesstraße aus – kann weitergebaut werden, wenn die Tiere die Niststätten „nachweislich und natürlich“ verlassen haben.

Baufirma wusste nichts von den Schwalben

Den Uferschwalben gefallen diese Hügel aber offenbar so gut, dass sie wiederkamen und trotz des Baustellentrubels wieder brüteten.

Daniel Jonelat, im Umweltamt der Kreisverwaltung für Naturschutz zuständig, ist froh: „Die bauausführende Firma hätte – nach eigener Aussage ohne die brütenden Vögel bemerkt zu haben – frischen Erdaushub direkt an die Abbruchkante gepackt“, sagte er.

Die Erdhügel liegen seit zwei Jahren dort, erst wenn die Schwalben weg sind, können sie entfernt werden. Jetzt müssen für tausende Familien, die in der Ahrensdorfer Heide ihre Häuser bauen, Versorgungsleitungen fertiggestellt oder erweitert werden.

Ahrensdorferin rette die Jungvögel

Dazu gehören große gelbe Gasrohre. Einen Lagerplatz dafür richtete die Baufirma genau neben den Schwalbenhügeln ein. Die Bauarbeiten seien ihm am 29.Juni angezeigt worden, so Jonelat.

„Die Vorort-Kontrolle am selben Tag ergab, dass artenschutzrechtliche Verstöße gegen diese geschützte Vogelart und ihre Niststätten dank des beherzten Einschreitens einer Ahrensdorfer Bürgerin knapp verhindert werden konnten.“ Die Frau habe auf die geschützten Tiere hingewiesen. „Sie rettete den Uferschwalbenjungen somit das Leben. Auf diesem Wege noch mal vielen Dank an die Ahrensdorfer Schwalbenfreundin!“, sagt Jonelat.

Uferschwalben im Aushub der Großbaustelle Ludwigsdorf, dem neuen Stadtteil von Ludiwgsfelde - im Ludwigsfelder Ortsteil Ahrensdorf entsteht zurzeit der Bauabschnitt Rousseau Park Quelle: Jutta Abromeit

Und er erklärt: Der Lagerplatz an dieser Stelle sei nicht Bestandteil der Planunterlagen. Der Vorhabenträger sei über die artenschutzrechtlichen Fragen aufgeklärt worden und habe zugesichert, dass die Uferschwalben trotz der Arbeiten nicht weiter beeinträchtigt werden.

Auch der Ahrensdorfer Arno Löbe sorgte sich um die Uferschwalben. „Im April 2018 hatte jemand mit schwerem Gerät die Eingänge zu den Niströhren mit neuem Erdmaterial zugeschüttet. Allerdings stand das Hinweisschild noch“, berichtete Löbe.

Plötzlich war das Schild weg

Mit der Information an die UNB und der Auflage an den Investor, die Eingänge wieder freizulegen, seien die Vögel wiedergekommen. Doch am 22. Juni sei das Naturschutz-Schild mit dem Hinweis „Geschützte Niststätten/Bitte nicht stören“ plötzlich verschwunden gewesen.

Ein neues Schild wurde am 27. Juni aufgestellt, so Löbe. Wenige Tage später begannen die Arbeiten. „Ausgerechnet neben der Brutkolonie. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt“, sagte er. Nach seinen Worten erklärten die Bauarbeiter, vom Investor nicht auf die Brutstätte hingewiesen worden zu sein.

Unbekannter wollte Erdentsorgung sparen

Für Wolfgang Kleiner, den Chef des Investors Callidus GmbH, gibt es dagegen keine Probleme: „Wir waren voriges Jahr zu diesen Vöglein gekommen, weil jemand Erde brauchte und diese Kante abgestochen hatte.“

Jetzt habe keine der Baufirmen dort Erde abgeladen, sondern ein unbekannter Dritter, der sich die Entsorgungskosten sparen wollte. Das sei zum Glück verhindert worden und kein Tier sei zu Schaden gekommen, so Kleiner. „Wir sind mit der Naturschutzbehörde im Kontakt und wissen, dass wir diesen Erdwall nur im Winterhalbjahr entfernen können, wenn er unbewohnt ist.“

Von Jutta Abromeit

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