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Ludwigsfelde SPD-Ortsvereinsvorsitzende: „Wir nehmen die Herausforderung an“
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00:24 30.05.2019
Rathaus Ludwigsfelde
Rathaus Ludwigsfelde Quelle: Klaus Schlage
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Ludwigsfelde

In ihrer traditionellen Hochburg Ludwigsfelde hat die SPD deutlich verloren, sie bleibt jedoch mit 25,4 Prozent stärkste Kraft. 2014 war sie noch 43 Prozent der Wählerstimmen gekommen. Damit besetzen die Genossen in dem auf 30 Sitze aufgestockten Stadtrat (bisher 28) nur noch acht statt bisher zwölf Mandate.

Moll: Freuen uns, stärkste Kraft zu sein

Ortsverbandsvorsitzende Odette Moll sagt zu diesem Ergebnis, man freue sich, wieder stärkste Kraft geworden zu sein, sei aber natürlich nicht so erfolgreich wie 2014. „Allerdings muss man berücksichtigen“, so Moll, „dass mit 90 Kandidaten viel mehr angetreten sind. Das zeigt aber, dass wir ganz offensichtlich eine Politik-begeisterte Stadt sind.“

Zur bevorstehenden Arbeit erklärt sie: „Wir nehmen diese Herausforderung an und werden uns gemeinsam mit anderen Stadtverordneten für unsere Stadt einsetzen, vor allem für die Themen Schule und Bildung.“ Gewählt wurden außerdem Hans-Dieter Kühlewind, Marcel Penquitt, Bettina Lugk, Iven Kühlewind, Frank Priefert, Karin Marquard und Sven Thielicke.

Wahlgewinner AfD und Grüne

Wahlgewinner in Ludwigsfelde sind die AfD und die Grünen, beide waren bisher nicht im Stadtrat vertreten. Die AfD kommt auf 14,2 Prozent und erhält vier Sitze: Eberhard Grünert, Marco Jung, Heiko Müller und Michael Decker.

AfD-Spitzenkopf Eberhard Grünert sagt zu dem Ergebnis: „Von null auf hundert – darüber sind wir recht erfreut. Und das Ergebnis zeigt, dass die Bürger sehr genau differenzieren können.“ Grünert meint die Brandenburger Spitzen-Platzierung der AfD bei der Europa-Wahl, auf kommunaler Ebene jedoch sei man lediglich drittstärkste Kraft geworden.

AfD will sich um Parkplätze und Garagen kümmern

Als Schwerpunkt der bevorstehenden Arbeit in Ludwigsfelde sehe man ganz klar, etwas zu tun gegen die Tendenz Parkplatz-Flächen zu beschneiden, Garagen-Probleme zu lösen und Senioren-unfreundliche Ampel-Regelungen zu beseitigen.

Peter Dunkel (Linke) nicht zufrieden

Auf Platz zwei liegt die Linke, sie erreicht 17,5 Prozent und hat künftig fünf Mandate. Auch sie hat deutlich verloren, 2014 kam sie noch auf 24,2 Prozent und hatte sieben Sitze im Stadtrat. Wie inzwischen fast traditionell ist Linke-Frontmann Peter Dunkel derjenige in der Stadt, der die mit Abstand meisten Stimmen auf sich vereint. Der bisherige Fraktionschef sagt, das Ergebnis mache ihn nicht zufrieden. „Aber wir haben wegen der vielen Kandidaten damit rechnen müssen.“ Und die Genossen seien zufrieden, nach der SPD wieder zweitstärkste Kraft geworden zu sein. „Wir werden mit allen demokratischen Kräften zusammenarbeiten. Und als solche waren uns bei einem Mitternachtsgespräch auf der Wahlparty im Klubhaus einig, dass wir für die Stadt weiter zusammenrücken.“

Grüne und Vereinte legen zu

Die Grünen erreichen 8,8 Prozent und drei Mandate: Daniela Felsch, Michael Fritzsch und David Felsch. Die CDU hält ihr Ergebnis von 2014, sie kommt wie vor fünf Jahren auf 14,9 Prozent und vier Sitze: Detlef Helgert, Marino Persky, Gregor Lutz und Bodo Zühlke.

Steigern konnte sich die Wählervereinigung Vereinte/Wir für Lu, sie erreicht 8,9 Prozent gegenüber den 7,1 Prozent von 2014. Sie stellt künftig drei statt bisher zwei Stadtverordnete: Hans-Erwin Baltrusch, Niels Laag und Silvana Gericke.

Jeweils ein Sitz entfällt auf Die Partei (3,6 Prozent/Rudolph Nagel), Frauen in Ludwigsfelde Filu (2,4 Prozent/Aneglika Wodtke) und Evolu (4,1 Prozent/Jens Wylegalla).

Die Wahlbeteiligung lag in Ludwigsfelde bei 55,5 Prozent. Konstituieren wird sich die neue Stadtverordnetenversammlung zur ersten Sitzung am Dienstag, dem 25. Juni, ab 18 Uhr.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version des Textes hieß es, das dritte grünen Mandat gehe an Lars Wendtland. Das stimmt jedoch nicht, der dritte Grünen-Stadtverordnete ist David Felsch. Dies wurde berichtigt. Wir bitten, den Irrtum zu entschuldigen.

Von Jutta Abromeit