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Ludwigsfelde Das Fass „Gemarkungsgrenze“ ist aufgemacht
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01:15 18.02.2019
Täglich werden in Ludwigsdorf, dem neuen Stadtteil von Ludwigsfelde, Bodenplatten gegossen, Richtfeste gefeiert oder Schlüssel übergeben. Auf 220 Hektar entstehen insgesamt mehr als 2000 Wohnungen in Ein- und Zweifamilienhäusern. Die Stadt wird mit diesen rund 5000 Neubürgern absehbar die Einwohnerzahl von 30000 überschreiten (Stand Ende Dez. 2018 genau 26321). Quelle: Jutta Abromeit
Ludwigsfelde

Neben allen Bau- und Kitaproblemem haben die Stadtverordneten der ZuzugstadtLudwigsfelde jetzt eine weitere Entscheidung zu treffen: Soll der Bürgermeister die Neuabgrenzung des Ortsteils Ahrensdorf und der Kernstadt prüfen?

Hintergrund dieses Verwaltungsvorschlags ist, dass die bisherige Gemarkungsgrenze zwischen Ludwigsfelde und dem Ortsteil Ahrensdorf früher irgendwo auf dem Acker war, nun jedoch mitten im neu entstehenden Stadtteil Ludwigsdorf liegt. Damit wohnen Nachbarn einer neuen Straße künftig in verschiedenen Siedlungsgebieten. Die einen sind Ludwigsfelder, die anderen Ahrensdorfer, die einen Ortsbeirat wählen.

Täglich werden in Ludwigsdorf, dem neuen Stadtteil von Ludwigsfelde, Bodenplatten gegossen, Richtfeste gefeiert oder Schlüssel übergeben. Auf 220 Hektar entstehen insgesamt mehr als 2000 Wohnungen in Ein- und Zweifamilienhäusern. Die Stadt wird mit diesen rund 5000 Neubürgern absehbar die Einwohnerzahl von 30000 überschreiten (Stand Ende Dez. 2018 genau 26321). Quelle: Jutta Abromeit

An solchen Gemarkungsgrenzen hängt auch die Einwohnerzahl eines Ortsteils und damit die Höhe des Ortsteil-Budgets. Das stellt die Stadt Ludwigsfelde jedem Ortsteil zur eigenen Verfügung, dabei geht es exakt nach Einwohnerzahl.

Zum ersten Mal stand das Thema am Donnerstagabend im Ludwigsfelder Hauptausschuss auf der Tagesordnung. Das Gremium ist einhellig dafür, dass über eine Neuabgrenzung zwischen dem Riesenbaugebiet Ludwigsdorf mit der Waldsiedlung und dem Rousseau Park in der Kernstadt einerseits und dem Ortsteil Ahrensdorf andererseits nachgedacht wird. Der Ortsbeirat von Ahrensdorf wird sich am 25. Februar mit dem Thema befassen.

Wasser-Ängste im Altdorf ausgeräumt

Wie berichtet hatte sich der Ortsbeirat in den zurückliegenden beiden Jahren intensiv mit dem Problem von Wasserbewegungen und Fließrichtungen im künftigen Wohngebiet Rousseau Park befasst.

Die Ahrensdorfer haben Angst vor Regenwasser aus dem neuen Stadtteil Ludwigsdorf, darauf macht Ortsvorsteher Jens Wylegalla aufmerksam Quelle: Jutta Abromeit

Es gab die große Angst, dass bei bis zu 5000 neuen Bewohnern des künftigen Stadtteils und der neu geregelten Entwässerung wegen der Lehm-Linsen im Boden bei Starkregen Wasserströme in Ahrensdorfer Kellern ankommen.

Dazu und zur befürchteten Überfrachtung der Ahrensdorfer Infrastruktur hatte es im Dorfgasthaus zwei große Einwohnerversammlungen gegeben. Im Ergebnis wurden „wasserdichte“ Lösungen gefunden.

Jeden Tag sieht es anders aus: Immer neue Heime im Rousseau Park. Quelle: Jutta Abromeit

Ortsvorsteher Jens Wylegalla sprach am Donnerstag vor dem Hauptausschuss für die knapp 1000 Ahrensdorfer: „Sie, Herr Bürgermeister, hatten voriges Jahr bei großer Versammlung Verhandlungen auf Augenhöhe versprochen. Das, was jetzt passiert, ist die Sicht der Stadt.“ Es gehe um 600, vielleicht 1000 Leute, so Wylegalla; deren Identität würde mit neuen Gemarkungsgrenzen nicht gestärkt.

Bürgermeister Andreas Igel (SPD) erklärte, es gehe in diesem offenen, demokratischen Verfahren auf Augenhöhe genau darum herauszufinden, was gewollt ist. Gemarkungsgrenzen wurden nach früheren Siedlungsgebieten gezogen.

„Nun will die Stadt herausfinden und passgerecht machen, wie Identität in einem neuen zusammenhängenden Siedlungsgebiets gestiftet werden kann.“ Sei eine Gemarkungsgrenzen-Änderung gewünscht, koste das sehr viel Geld, so Igel; diese Regelung greife erst nach Rechtskraft des jetzigen B-Plans.

Von Jutta Abromeit

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