Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Ludwigsfelde Gibt es ein Mobbing- und Gewaltproblem an Ludwigsfeldes Grundschulen?
Lokales Teltow-Fläming Ludwigsfelde Gibt es ein Mobbing- und Gewaltproblem an Ludwigsfeldes Grundschulen?
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:15 11.06.2019
Die Kinder einer Ludwigsfelderin sind Schüler an der Theodor Fontane Grundschule. Aufgrund von anhaltender Gewalt und Mobbing habe sie nun entschieden, einen ihrer Söhne von der Schule zu nehmen. Quelle: Karen Grunow
Ludwigsfelde

Der Facebook-Beitrag einer Ludwigsfelderin sowie eine Petition, die sie gestartet hat, sorgen derzeit nicht nur im Internet, sondern auch in der Stadt selbst für Diskussionen. In beiden erhebt die dreifache Mutter Vorwürfe gegen zwei Grundschulen. So existieren ihrer Meinung nach Gewalt- und Mobbingprobleme an Kleeblatt- und Theodor Fontane Grundschule.

Auf Facebook berichtet die Ludwigsfelderin in einer geschlossenen Gruppe von „sich würgenden Erstklässlern“ und Schülern, die den Kopf von Mitschülern gewaltsam ins Klo steckten und sich gegenseitig die Zähne ausschlugen.

Ludwigsfelderin startet Petition gegen Mobbing und Gewalt an Grundschulen

Dabei seien ihre beiden Kinder an der Theodor-Fontane-Schule Opfer von Mobbing und Gewalt geworden. Um auf die mutmaßlichen Missstände hinzuweisen, hat sie sich am 28. Mai auf Facebook und am 29. Mai mit einer Petition an die Öffentlichkeit gewandt, um mit Eltern ins Gespräch zu kommen, deren Kinder an Ludwigsfelder Grundschulen ebenfalls Opfer von Gewalt und Mobbing wurden.

Mehr zum Thema

Schulsozialarbeiter in Ludwigsfelde: Streitschlichter auf dem Pausenhof

Mobbing an Brandenburger Schulen: „Schon Erstklässler mobben sich untereinander“

Teltow: Schulen lassen Anti-Mobbing-Mann nicht rein

Gleichzeitig sei es ihr Anliegen, dass sich an der Kleeblatt- und Theodor Fontane Grundschule für aktuelle und künftige Schüler etwas ändert.

Rund eine Woche nach dem Veröffentlichen ihrer Vorwürfe auf Facebook hat der Beitrag der Ludwigsfelderin hundert Kommentare, ihre Petition haben bereits 131 Menschen unterschrieben. Mehrere Kommentatoren berichten aus Elternsicht von ähnlichen Erfahrungen, die ihre Kinder an Ludwigsfelder Grundschulen gemacht hätten.

So reagiert der Schulleiter der Kleeblatt-Grundschule auf die Vorwürfe

Zu den Schulleitern beider Grundschulen sind die Vorwürfe der dreifachen Mutter längst durchgedrungen – und sorgen für Unverständnis, vor allem bei Dennis Lindemann, dem Schulleiter der Kleeblatt-Grundschule: „Keines ihrer Kinder geht auf unsere Schule. Gleichzeitig ist ihre Petition voller Fehler und schlampig recherchiert“, sagt der 44-Jährige.

Dabei leugne er nicht, dass Kinder gemein sein können und es vereinzelte Probleme gebe. Diese seien aber nicht so, wie die Ludwigsfelderin es darstelle. Zumal zum Beispiel ein Sozialarbeiter mit allen Schulklassen der Kleeblatt-Grundschule diverse Projekte erarbeite, die sich explizit mit dem gewaltfreien Lösen von Konflikten beschäftigen.

Schulleiterin der Fontane-Grundschule: „Das ist nicht wahr“

Ähnlich argumentiert Andrea Ludwig, Schulleiterin der Theodor Fontane Grundschule. „Wie an allen Schulen kommt es auch an unserer zu Konflikten, aber das, was die Frau behauptet, ist nicht wahr, grenzt an eine Verleumdungskampagne.“

Dabei betonte sie, dass es Anti-Gewalt und Mobbing-Projekte ab der ersten Klasse gebe und auch eine Schulsozialarbeiterin vor Ort sei, um zwischen Schülern, Lehrern und Eltern zu vermitteln. Gleichzeitig versichert sie: „Niemand schaut weg.“

Welche Fragen offen bleiben

Warum die Ludwigsfelderin auch Vorwürfe gegen die Kleeblatt-Grundschule erhoben hat, obwohl keines ihrer Kinder die Schule besucht, bleibt unklar. Ebenso offen ist, warum sie durch die Beiträge auf Facebook und die Petition eine Besserung herbeiführen möchte, statt das direkte Gespräch mit den Verantwortlichen der Schulen zu suchen.

Trotz mehrerer Kontaktversuche wollte sich die dreifache Mutter bis Mittwochabend nicht gegenüber der MAZ äußern. Am 3. Juni gründete sie eine Facebook-Gruppe mit dem Titel „Zusammen gegen Gewalt an Ludwigsfelder Schulen“, der bis Mittwoch 57 Menschen beigetreten waren.

„Wir haben mit ihr und ihren Kindern eng zusammengearbeitet. Offenbar haben ihr unsere Hilfsangebote nicht ausgereicht“, vermutet Schulleiterin Andrea Ludwig. Ein Satz, den die Ludwigsfelderin auf Facebook schrieb, deutet eine Antwort auf das Warum an: „Ich kämpfe seit Jahren um das Wohl meines Kindes, es ändert sich nichts.“

Die Ludwigsfelderin hat nach eigenen Angaben das zuständige Schulamt in Brandenburg an der Havel über die Vorfälle an den Ludwigsfelder Grundschulen informiert. Auch von dort lag der MAZ bis Mittwochabend keine Stellungnahme vor.

Von Fabian Lamster

Ludwigsfelde Millioneninvestition in Ludwigsfelde - Woidke eröffnet neues MTU-Logistikzentrum

Die MTU Maintenance Berlin-Brandenburg hat 30 Millionen Euro in das Werk in Ludwigsfelde investiert. 11,5 Mio Euro davon allein für eine neue Logistikhalle. Sie wurde am Mittwoch feierlich eingeweiht.

08.06.2019

Die MTU Maintenance hat in Ludwigsfelde am Mittwoch ein neues Logistikzentrum in Betrieb genommen. 11,5 Millionen Euro wurden dafür investiert.

05.06.2019

Mit der Rousseau-Allee ist eine wichtige Zufahrtsstraße für den Ludwigsfelder Stadtteil Ludwigsdorf für den Straßenverkehr freigegeben worden.

04.06.2019