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Ludwigsfelde Erstmals Fridays for Future in der Industriestadt
Lokales Teltow-Fläming Ludwigsfelde Erstmals Fridays for Future in der Industriestadt
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11:36 29.11.2019
Die beiden 18-Jährigen Nuno Sobota (m. Mütze) und Fabian Richters starten am Freitag um 14 Uhr am Bahnhof die erste Friday-for-Future-Aktion in Ludwigsfelde Quelle: Jutta Abromeit
Ludwigsfelde

Zum ersten Mal gibt es jetzt eine Aktion der weltweiten Schüler-Bewegung Fridays for Future auch in Ludwigsfelde. Bisher waren die Schüler der Industriestadt im Süden Berlins zu Protesten gegen das Nichtstun beim Klimawandel in die Bundeshauptstadt oder nach Potsdam gefahren.

Die beiden 18 Jahre alten Abiturienten Nuno Sobota und Fabian Richters wollen nicht mehr nur mitmachen, sie wollen in ihrem Wohnort selbst etwas bewirken: Sie rufen zum Treffen am Freitag um 14 Uhr am Bahnhof Ludwigsfelde und zum gemeinsamen Müllsammeln auf.

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Hintergrund

Am 29. November gehen weltweit wieder Millionen Menschen auf die Straße, um für eine bessere Klimapolitik zu demonstrieren. Erstmals reiht sich Ludwigsfelde ein. Die geplante Route führt die Potsdamer Straße entlang zum Rathaus. Dort wird Müll aus der Innenstadt gesammelt.

 

Nach dem Vorbild der schwedischen Initiatorin Greta Thunberg sind in 513 deutschen Kommunen Klimademos und Aktionen geplant, so neben Ludwigsfelde auch in Jüterbog, Rangsdorf, Teltow, Potsdam und Berlin. Beim bisher letzten weltweiten Klimastreik am 20. September nahmen nach eigener Angabe der Fridays-for-Future-Bewegung 1,4 Millionen Menschen teil.

Die FfF-Ortsgruppe Ludwigsfelde ist auch bei Instagram aktiv: https://www.instagram.com/fridaysforfuture.lu/?igshid=1etnxaio8zbi6.

Kompostierbare Müllsäcke gekauft

Angemeldet haben die beiden Abiturienten bei der Polizei eine Demo zum Rathaus. Und sie haben vereinbart, dass der örtliche Kommunalservice die gefüllten Müllsäcke hinterher abholt. Wer mitmachen will, der sollte Gartenhandschuhe und eine Müllzange mitbringen, bitten die jungen Männer. Kompostierbare Müllsäcke aus Recycling-Material haben sie auf eigene Rechnung gekauft.

Skate- und Aktivpark werden gereinigt

Außerdem haben sie sich ein Megafon besorgt, damit sie alle „hoffentlich zahlreichen Mitmacher“, wie sie sagen, auch akustisch gut erreichen. Am Rathaus wollen sie den Teilnehmern erklären, wie es weitergehen soll: „Wir werden uns dann in verschiedene Bereiche aufteilen und sammeln gehen. „Wir haben zum Beispiel gesehen, dass im Wäldchen hinter dem Aktivpark oder im Wald am Skatepark immer ganz viel rumliegt“, sagt Nuno Sobota. Ebenfalls sollen rund ums Rathaus und am Klubhaus Dosen und Tüten, Kaffeebecher und leere Flaschen oder schlimmer noch Glasscherben gesammelt werden.

Selbst aktiv werden besser als nur mitzugehen

Die beiden ehemaligen Curie-Gymnasiasten waren bisher etwa zehnmal in Berlin oder Potsdam bei Friday-for-Future-Demos. „Aber schon nach dem zweiten oder dritten Mal wussten wir, dass wir selbst hier vor Ort was tun wollen und müssen, wenn wir Leute in unserem Umfeld erreichen und zum Mitmachen bewegen wollen“, sagt Fabian Richters. Er studiert inzwischen Wirtschaftsinformatik.

Sein Freund ergänzt: „Inzwischen sind wir auch eine Ortsgruppe und verständigen uns Whats-app.“ So konnten Gleichgesinnte beim Besorgen der Plakate helfen, die in Ludwigsfelde im Rathaus, in Apotheken, Supermärkten oder den Ludwig-Arkaden hängen. Die Grundgestaltung kommt aus der Bundesorganisation Fridays for Future. Außerdem haben die beiden Klima-Aktivisten die Förderschule, das Gymnasium und die Daimler-Oberschule informiert sowie ihre Premiere auf Socail-Media-Kanälen ausgespielt.

„Überlege vor jedem Kauf, ob er nötig ist“

Die beiden Ludwigsfelder wissen, dass sie einen langen Atem brauchen, sie sprechen mit Eltern und Gleichaltrigen. Einen Satz haben sie fast gleichzeitig auf den Lippen: „Was nützt es, für die Zukunft zu lernen, wenn es diese Zukunft nicht mehr gibt?“ Fabian Richters erklärt dazu: „Ich bin deshalb Vegetarier geworden und wäge bei allem, was ich kaufen will, genau ab, ob ich das jetzt wirklich brauche.“ Und sein Freund erklärt: „Wir probieren, so viele Wege wie möglich mit dem Fahrrad zu fahren. Das geht ja in Ludwigsfelde gut, ob zum Fußball-Training, zu kleinen Einkäufen, zum Bahnhof oder zu Treffs mit Freunden.“

Klimamanager der Stadt kommt mit

Mit dabei sein wird auf jeden Fall Stefan Seewald, der Klimaschutzbeauftragte der Stadt. Er sagt: „Die Auswirkungen des Klimawandels sind bereits weltweit zu spüren und machen auch nicht vor Ludwigsfelde halt. Wenn wir als Gesellschaft unsere Bemühungen zum Klimaschutz nicht intensivieren, werden in den nächsten Jahren Starkregenereignisse und langanhaltende Trockenperioden zunehmen. Auch in Ludwigsfelde.“ Vor diesem Hintergrund freue er sich über alle Aktivitäten, die zum Klimaschutz beitragen.

Von Jutta Abromeit

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