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Ludwigsfelde Mercedes trennt sich von 400 Leiharbeitern
Lokales Teltow-Fläming Ludwigsfelde Mercedes trennt sich von 400 Leiharbeitern
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01:16 29.06.2019
fertige Sprinter verlassen das Mercedes-Benz-Werk im Industriepark Ludwigsfelde Quelle: Jutta Abromeit
Ludwigsfelde

 Der Autobauer Mercedes fährt in seinem Sprinter-Werk Ludwigsfelde die dritte Schicht zurück: Die für 15. Juli bis 2. August geplanten Betriebsferien werden um eine Woche verlängert und der größte Teil Leiharbeiter von Zeitarbeitsfirmen werden nach dieser Pause nicht weiter beschäftigt. Das hatte die Geschäftsführung zur jüngsten Belegschaftsversammlung bekannt gegeben.

400 Zeitarbeiter betroffen

Betroffen sind von dieser Reduzierung insgesamt knapp 400 Beschäftigte von den Zeitarbeitsfirmen ZAA und Randstad. Eine Massenentlassung, wie es gerüchteweise in Ludwigsfelde heißt, sei das jedoch nicht, so Randstad-Pressereferentin Helene Schmidt in Eschborn (Hessen). Sie erklärt: „Wir haben bei Mercedes Ludwigsfelde aktuell 300 Mitarbeiter im Einsatz, die meisten davon in der Montage.“ Schmidt spricht von 250 Fachhelfern, des weiteren gehören Mechaniker, Schweißer und Lackierer zu den Leiharbeitern, etliche von ihnen sind Polen.

Zeitarbeitsfirmen bemühen sich um Folgeaufträge

„Wir bedauern diese Entwicklung und bemühen uns selbstverständlich, so schnell wie möglich Folgeeinsätze für alle unsere Mitarbeiter zu finden“, so Schmidt. Das gehe natürlich nicht von heut auf morgen, so die Sprecherin. Was jeder dann mit dem Angebot mache, und ob jemand einem solchen Angebot eine Kündigung unter Umständen vorziehe, das entscheide jeder für sich, so Schmidt. Und sie sagt: „Aber wir hoffen sehr, möglichst viele Kollegen an Bord zu behalten.“

Ludwigsfelde baut offene Sprinter

In Ludwigsfelde werden die offenen Muster des Sprinters gefertigt; in den zurückliegenden Jahren hatte es bei den Stückzahlen eine Rekordmeldung nach der nächsten gegeben. Zuletzt hatten die mehr als 2000 Beschäftigten 2018 nach Unternehmensangaben knapp 54000 Sprinter gefertigt von weltweit 206000 Exemplaren.

Mercedes: Leiharbeiter waren für Produktionsstart des neuen Modells eingesetzt

Mercedes-Sprecherin Silke Walters erklärt auf die MAZ-Frage, seit März 2018 laufe in Ludwigsfelde der neue Sprinter vom Band. „Um diesem Anlauf des neuen Modells und den Marktanforderungen gerecht zu werden, sind in Ludwigsfelde Zeitarbeitskräfte eingesetzt“, so Walters. Dieses Instrument werde konzernweit genutzt, um mit notwendiger Flexibilität schnell auf Nachfrageschwankungen und solche besonderen Ereignisse wie einen Neuanlauf reagieren zu können, sagt sie.

Anpassung an die Nachfrage

Und erklärt: „In Ludwigsfelde werden nur Fahrzeuge im Kundenauftrag gebaut. Es findet keine Produktion auf Vorrat statt.“ Nun würde die Produktion der aktuellen Nachfrage nach dem offenen Sprinter-Modell angepasst, so reagiere man auf marktübliche Schwankungen. „Wir haben aufgrund des erfolgreich abgeschlossenen Anlaufs des neuen Sprinters und des aktuellen Produktionsprogramms einen geringeren Personalbedarf und werden deshalb einen Großteil der Arbeitnehmerüberlassungen nicht weiter beschäftigen“, so die Sprecherin wörtlich.

IG Metall: Haben um dritte Schicht gekämpft

Der hiesige IG-Metall-Chef Tobias Kunzmann sagt zu den Ankündigungen des Autobauers, man habe zwar lange um den Erhalt der dritten Schicht gekämpft, doch die Entwicklung der Stückzahlen gebe es nicht anders her. „Aber dass bei einer anderen Auftragslage nächstes Jahr genau diese guten Fachkräfte wieder bei Mercedes anfangen, das ist sicher eine Illusion. Fachkräften muss man inzwischen was bieten, wenn man sie halten will.“

Von Jutta Abromeit

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