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Ludwigsfelde Batteriehersteller Microvast baut Europazentrale in Ludwigsfelde
Lokales Teltow-Fläming Ludwigsfelde Batteriehersteller Microvast baut Europazentrale in Ludwigsfelde
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18:49 19.11.2019
Vorerst 43 Millionen Euro investiert Microvast im Industriepark Eichspitze: Geschäftsführer Sascha Kelterborn (l.) und Bürgermeister Andreas Igel (SPD).     Quelle: Jutta Abromeit
Ludwigsfelde

„Wir wollen hier in Ludwigsfelde unsere Europa-Zentrale aufbauen“, sagte Sascha Kelterborn, Vizepräsident der Microvast-Gruppe und Geschäftsführer der deutschen Tochter des US-amerikanischen Batterie-Herstellers für Nutzfahrzeuge und Busse. Seine Pläne stellte das Unternehmen mit der Potsdamer Firma IPG, der Landesregierung, der Stadt und dem Landkreis am Dienstag im Rathaus Ludwigsfelde vor.

Partnerschaft mit Forschungsverband CNHI unterschrieben

Seinen zweiten großen Standort hat der 2006 gegründete Globalplayer Microvast seit 2011 im chinesischen Shanghai, nun will er das Europa-Geschäft mit eigener Produktionsstätte in Ludwigsfelde aufbauen. Die erste Batterie, so Kelterborn, soll im Januar 2021 vom Band laufen. „Spätestens ab Mai 2021 wollen wir einen großen Lkw-Hersteller beliefern.“ Welcher das ist, sei noch nicht spruchreif, erklärt der Manager. Was er jedoch sofort nach einem Blick aufs Handy erklärt: „Soeben wurde die Partnerschaft mit CNHI unterschrieben, einem Forschungsverband für Nutzfahrzeugtechnik.“

In Ludwigsfelde sollen in einem ersten Schritt 100 Mitarbeiter in mehreren Schichten beschäftigt sein, dann bestehe die Chance für weitere vier Produktionslinien, erklärt Kelterborn. Das seien weitere 200 bis 250 Beschäftigte. Microvast baut auf 4,5 Hektar Betriebsfläche im Nordzipfel des Industrieparks. „Das werden wie in unseren anderen Betrieben sehr viele internationale Mitarbeiter sein“, so der Geschäftsführer.

Minister: „Festwochen für Brandenburg

Auf die Frage, wo angesichts des Fach- und Arbeitskräftemangels in der Region diese neuen Mitarbeiter herkommen sollen, sagt Kelterborn: „Batterie-Technik ist sehr ingenieurs- und chemielastig. Deshalb versprechen wir uns von der Kooperation mit den vielen Universitäten hier in der Region, dass viele Absolventen den Weg zu uns finden.“ Er sei fest überzeugt, dass Microvast Fachkräfte bekommt und sie langfristig ans Unternehmen binden kann.

Der US-amerikanische Hersteller Microvast fertig Batterien für Busse und Lkw.     Quelle: Jutta Abromeit

Brandenburgs Wirtschaftsminister Jörg Steinbach (SPD) ergänzt, diese Branche liege im Interessentrend junger Leute. „Wenn Microvast sich hier ansiedelt, bedeutet das für Brandenburg Einflussbereiche weit über das Land hinaus und junge Leute aus anderen Bundesländern werden sich entscheiden, hier herzukommen.“ Für Steinbach sind diese Aussichten nach der Ankündigung der Tesla-Ansiedlung in Grünheide „Festwochen für Brandenburg“.

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Steinbach seiht „Mobilitätswende“

Er erinnerte an den vor Jahren geprägten Spruch zu Beginn des E-Mobilitätszeitalters, die Deutschen könnten Autos bauen, die Chinesen die Batterien dafür. Steinbach sieht Brandenburg mit seine vielen Windrädern, Erneuerbare-Energien-Projekten und nun mit Tesla und Microvast als „Musterländle für die Energiewende“. Doch nicht nur das: „Wir sind hier am Beginn einer ganz großen Entwicklung, am Beginn einer Mobilitätswende.“ Für den Regionalen Wachstumskern Ludwigsfelde seien die Batterie-Forschung und -Produktion von Microvast ein entscheidender weiterer Mosaikstein, so der Minister an seinem letzten Arbeitstag der alten Legislaturperiode.

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Bürgermeister Andreas Igel (SPD) sieht die Microvast-Ansiedlung als ganz wichtigen Schritt für das Ziel, nicht von einigen wenigen großen Unternehmen abhängig zu sein: „Wir brauchen den global aktiven, Export orientierten Mittelstand. Deshalb ist die Firma Microvast, die sich für uns und nicht für Frankfurt am Main entschied, ein Meilenstein.“ Insgesamt werden in der Eichspitze mit den Nachbar-Ansiedlungen DHL und Chefs Culinar 1000 bis 1200 neue Arbeitskräfte geschaffen sein, so Igel.

Microvast-Batterien bisher ohne Feuer-Unfall

IPG-Geschäftsführer Rüdiger Hage, der das Industriegebiet im Auftrag der Kommune entwickelt, antwortet auf eine MAZ-Frage, die Ansiedlung des Elektrofahrzeug-Herstellers Tesla in Ludwigsfelde habe nur deshalb nicht zur Diskussion gestanden, weil es keine 300 Hektar Fläche Bauland gibt: „Sonst wäre das ganz sicher eine Option gewesen.“

Microvast baut auf deutsches Ingenieurwissen und ist nach eigenen Angaben europaweit führend beim Elektrifizieren von Bus-Systemen, hat Projekte in den Benelux-Staaten und Skandinavien. Sehr stolz sei man, so Kelterborn, dass man bisher noch keinen einzigen Feuer-Unfall mit Batterie-Systemen hatte.

Von Jutta Abromeit

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