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Ludwigsfelde So ordnen Stadtverwaltung und Schulamt die Vorwürfe einer Ludwigsfelderin ein
Lokales Teltow-Fläming Ludwigsfelde So ordnen Stadtverwaltung und Schulamt die Vorwürfe einer Ludwigsfelderin ein
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00:24 15.06.2019
Neben der Theodor-Fontane-Grundschule erhebt die Ludwigsfelderin auch gegen die Kleeblatt-Grundschule Vorwürfe. Einer ihrer Söhne sei dort zur Schule gegangen und habe Gewalt und Mobbing erlebt. Quelle: Jutta Abromeit
Ludwigsfelde

 Nur wenige Stunden war der MAZ-Beitrag zu den Mobbing- und Gewaltvorwürfen einer dreifachen Mutter an Ludwigsfelder Grundschulen im Internet veröffentlicht, als im sozialen Netzwerk Facebook die Diskussionen neu entfachten: Gibt es tatsächlich ein Mobbing- und Gewaltproblem an Fontane- und Kleeblatt-Grundschule? Am Dienstag haben bereits 138 Menschen die Petition der Ludwigsfelderin unterzeichnet, die davon überzeugt ist und daran etwas ändern möchte.

Warum, erklärt sie in der von ihr selbst erstellten Facebook-Gruppe mit dem Titel „Zusammen gegen Gewalt an Ludwigsfelder Schulen“: „Lehrer, Kinder und Eltern müssen gemeinsame Wege finden um allen Kindern einen normalen Schulalltag zu ermöglichen. Ich möchte den Austausch fördern, denn oft fühlt man sich allein gelassen.“

Stadtverwaltung Ludwigsfelde bezieht Stellung zu Vorwürfen

Sie erzählt davon, wie einer ihrer Söhne, der die sechste Klasse auf der Theodor Fontane Grundschule besucht, Gewalt, Beleidigungen, Ausgrenzung und Belästigungen auf der Toilette durchgemacht habe.

Nun sei allerdings ein Punkt erreicht, an dem sie etwas ändern wolle: „Ich fühle mich so oft machtlos und habe viel zu lange den Mund gehalten in der Angst, die Kinder müssen es ausbaden“, sagt die Ludwigsfelderin.

Die Diskussionen auf Facebook haben auch das Ludwigsfelder Rathaus erreicht – und zu einer Stellungnahme bewegt: „Wir nehmen Mobbing und Gewalt nicht auf die leichte Schulter und müssen das Gespräch mit den Eltern, aber auch mit den Schülern suchen, um die Probleme zu lösen“, sagte Paul Niepalla, Fachbereichsleiter für Soziales, Familie, Sport und Kultur.

„Wir schauen nicht weg“

Gleichzeitig verwies er darauf, dass die Stadt Ludwigsfelde schon seit Jahren Maßnahmen gegen Gewalt und Mobbing an Schulen fördere.

„Diese Art der Prävention ist vor zehn Jahren noch keine Pflicht gewesen. Dennoch haben wir es bereits damals als äußerst wichtig angesehen, diese Angebote in den Schulen zu schaffen“, sagte Niepalla und betonte: „Wir schauen nicht weg.“

Wie das Schulamt die Mobbing- und Gewaltvorwürfe einordnet

Auch dem zuständigen Schulamt in Brandenburg an der Havel sind die Gewalt- und Mobbingvorwürfe der Ludwigsfelderin bekannt. „Es ist die erste Petition dieser Art im Landkreis Teltow-Fläming überhaupt und diese sind auch landesweit nicht üblich“, sagte Schulrätin Corinna Spikermann.

Sie vermutet, dass die aktuelle Situation für die Ludwigsfelderin eine besondere Herausforderung darstelle und sie sich nicht anders zu helfen wisse.

Gleichzeitig weist sie darauf hin, dass die Theodor-Fontane-Schule Versuche unternommen habe, um ihrem betroffenen Sohn zu helfen.

„Die Schule kann Fördermaßnahmen nachweisen, wobei sich der Sohn jedoch diesen häufig verweigert. Mehrere Unterstützungsangebote verliefen durch fehlende Fortsetzung und Unterstützung des Elternhauses ohne verbindliche Ergebnisse“, legt die Schulrätin dar.

Welche Aspekte die Ludwigsfelderin überraschen

Um das Problem anzugehen, sei nun ein Gespräch angesetzt, in dem die Schulleitung der Fontane-Grundschule zusammen mit Schulrätin Corinna Spikermann der dreifachen Mutter die Unterstützungsmöglichkeiten erneut aufzuzeigen wollen. Auch Paul Niepalla hat die Ludwigsfelderin zusammen mit allen Beteiligten auf ein Gespräch ins Ludwigsfelder Rathaus eingeladen.

Sie selbst legt der MAZ dar, dass sie vor allem zwei Dinge seit dem Start ihrer Petition überrascht hätten: „Warum muss ich erst an die Öffentlichkeit gehen, damit etwas passiert? Ich hätte auch nicht erwartet, dass so viele Eltern meine Sicht bestätigen.“

Sie betonte, dass deutlich werden müsse, dass sie nicht die Einzige wäre, die mit der Situation an den Grundschulen in Ludwigsfelde unzufrieden sei. Auch Projekte gegen Mobbing, die in manchen Klassen derzeit stattfinden, würden für sie an einem Punkt nichts ändern: „Dass man im Ernstfall keinen Ansprechpartner findet.“

Von Fabian Lamster

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