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Ludwigsfelde Sozialkaufhaus vor der Wahl: umziehen oder dicht machen
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01:16 24.05.2019
Solbra-Vereinsvorsitzender Henri Vogel (r.) erklärt, warum in der reichen Stadt Ludwigsfelde das Sozialkaufhaus "Haus der kleinen Preise" nötig bleibt Quelle: Jutta Abromeit
Ludwigsfelde

Ob das Sozialkaufhaus Ludwigsfelde, der Ausländertreff „Esperanca“ und die Lebensmittelausgabe im Waldhaus in der Autobauerstadt bleiben, das entscheidet sich womöglich in dieser Woche: Stimmen die Stadtverordneten am Donnerstag einem Zuschuss von jährlich 34.400 Euro zu, kann der Trägerverein Sozialmanagement im Land Brandenburg (Solbra) aus seiner maroden Baracke an der Ernst-Thälmann-Straße ausziehen und an anderer Stelle in der Stadt weitermachen. Zuletzt kamen 44.000 Euro im Jahr von der Stadt.

Ohne Zuschuss droht Weggang aus Ludwigsfelde

Werde diese Zustimmung nicht gegeben, so Solbra-Chef Henri Vogel auf Nachfrage der Stadtverordneten Angelika Wodtke (Linke/Filu) im Sozialausschuss, „dann müssten wir unsere Aktivitäten in Ludwigsfelde einstellen“. Man habe sich im Vereinsvorstand noch einmal zusammengesetzt und so entschieden, erklärte Vogel.

Und er sagte: „Wir hatten zwei Fahrzeuge und relativ große Investitionen mit Eigenmitteln realisiert und müssten dorthin gehen, wo wir uns finanzieren können.“ In Wünsdorf wäre das sofort möglich, erklärte der Vereinsvorsitzende; „wir stehen hier wirklich vor der Frage umziehen oder dicht machen“.

Vereinsspitze lehnt Verantwortung jetzt ab

Wie berichtet hatte Vogel wegen des undichten Daches oder der zuletzt im Winter ausgefallenen Heizung Alarm schlagen müssen. In beiden Fällen hatten Gewerbetreibende der Stadt kurzfristig helfen können.

Henri Vogel, Vorsitzender des Vereins Solbra Ludwigsfelde Quelle: Jutta Abromeit

Doch insgesamt ist bei dem ungedämmten Flachbau aus den 1960er Jahren jetzt ein Punkt erreicht, an dem der Solbra-Vorstand die Verantwortung für den Weiterbetrieb des Gebäudes über dieses Jahr hinaus ablehnt.

Dass Sozialkaufhaus und Lebensmittelausgabe trotz des riesigen Fachkräftemangels, des leer gefegten Arbeitsmarktes und des relativen Reichtums der Kommune Ludwigsfelde noch immer dringend nötig sind, das hatte Vogel im März angesichts von ständig 1000 bis 1500 Hartz-IV-Empfängern in Ludwigsfelde öffentlich erklärt.

Seit Einführung der Solbra-Card im September 2016 gelten mehr als 360 Haushalte als bedürftig; das heißt, mehr als 400 Erwachsene und mehr als 200 Kinder sind auf die Hilfe dieser ehrenamtlichen Einrichtungen angewiesen.

Alternative: der frühere Plus-Markt

Nun gibt es in Ludwigsfelde eine auf zunächst fünf Jahre begrenzte Zwischenlösung zu den jetzigen 1000 Quadratmetern mit der großen Freifläche: den ehemaligen Plus-Markt neben dem Hochhaus im Durchgang zur Weinert-Straße.

Dafür stehe eine lukrativer Mietvertrag in Aussicht, erklärte Vogel den Sozialausschuss-Mitgliedern. Der MAZ sagte er: „Auch wenn wir uns mit dann 594 Quadratmetern und fast ohne Stellfläche vom Platz her deutlich verschlechtern, würden wir natürlich gern in der Stadt bleiben, hier haben wir ein Netzwerk an sozialen Kontakten und ehrenamtlichen Helfern.“

Zwei Gremien signalisieren Zustimmung

Eine Lanze für den Verein und sein Engagement in Ludwigsfelde hatte Fachbereichsleiter Paul Niepalla gebrochen. Er sagte, die Verwaltung helfe, eine Alternative in der Stadt zu finden und schlage vor, den nötigen Restbetrag zuzuschießen.

Dem folgte der Ausschuss bei zwei Stimmenthaltungen, ebenso der Hauptausschuss bei einer Enthaltung. Jetzt haben die Stadtverordneten auf ihrer letzten Sitzung dieser Legislaturperiode am Donnerstag ab 18 Uhr das letzte Wort.

Von Jutta Abromeit

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