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Ludwigsfelde Streit um neue Schule in Ludwigsfelde
Lokales Teltow-Fläming Ludwigsfelde Streit um neue Schule in Ludwigsfelde
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20:35 01.11.2018
Bürgermeister Andreas Igel (SPD) Quelle: Jutta Abromeit
Ludwigsfelde

Es stand in den Medien und wurde im Kreis-Bildungsausschuss diskutiert, doch im Rathaus der betroffenen Stadt Ludwigsfelde weiß man nichts: Das Schulamt rät ab, im Norden des Kreises, speziell in Ludwigsfelde, eine neue Abitur-Möglichkeit zu schaffen. Deshalb trafen sich am Donnerstag Vertreter der Autowerkerstadt mit dem Projektverbund Kobra.net. Der berät Kommunen, die ihre Bildungslandschaft umgestalten wollen, bei Strategien und deren Umsetzung.

Wie berichtet hatte es in der rasant wachsenden Zuzugskommune Ludwigsfelde mehr als 800 Eltern-Unterschriften für eine Gesamtschule mit gymnasialer Oberstufe gegeben. Daher strebt die Stadt seit vorigem Jahr trotz Kritik aus Nachbarorten eine solche Schul-Neugründung vehement an. Allerdings klappt das nach Informationen von Bürgermeister Andreas Igel (SPD) im Sommer nicht für das nächste Schuljahr, sondern erst zum Schuljahr 2020/21.

Bürgermeister Igel: „Wir haben nichts auf dem Tisch“

Schulrat Christof Kürschner erklärte nun den Mitgliedern des Bildungsausschusses des Kreistags als Reaktion auf den politischen Druck aus Ludwigsfelde, die derzeitigen Schulstandorte im Kreis reichten für alle Schüler der Sekundarstufen I und II. Eine neue Schule sei überflüssig. Ein solcher Schritt könnte sowohl umliegende Schulstandorte als auch das berufliche Gymnasium am Oberstufenzentrum (OSZ) Ludwigsfelde gefährden, hatte Kürschner gewarnt. Das Marie-Curie-Gymnasium und das SZ deckten den Oberstufen-Bedarf.

Darüber ärgert sich Bürgermeister Igel doppelt: „Auch wenn es durch die Medien ging – wir haben nichts auf dem Tisch.“ Die Stadt halte sich an die eindeutige Aussage im Schulentwicklungsplan Teltow-Fläming: Der Kreis stimme einer solchen neuen Schule nur zu, wenn andere Standorte damit nicht gefährdet seien.

„Aus den uns vorliegenden Zahlen für Ludwigsfelde wäre die Einrichtung einer Sekundarstufe II am Standort der jetzigen Gottlieb-Daimler-Oberschule sowohl räumlich möglich als auch ohne Gefahr für andere Schulen“, sagte Andreas Igel. Das gelte ausdrücklich auch für die Daimler-Schule, sagte er auf MAZ-Nachfrage und erläutert: „Die würde quasi auslaufen, und parallel die neue Schule angemeldet, so dass sich für Schüler der 7. bis 10.Klassen gar nichts ändert“, so der Bürgermeister. Sie hätten aber ohne einen Ortswechsel die Möglichkeit das Abitur zu machen.

Mit diesem Flügel des Gebäudes der Gottlieb-Daimler-Oberschule in Ludwigsfelde ist nach den Worten von Bürgermeister Andreas Igel (SPD) Platz für die jetzt diskutierte Schul-Neugründung. Quelle: Jutta Abromeit

„Damit würde die Schullandschaft in der Region nur bereichert, ohne dass Potenziale an anderen Schulen abgezogen oder gefährdet würden“, so Igel. Offen sei einzig die Frage zur Gefährdung des Beruflichen Gymnasiums am OSZ in Ludwigsfelde. „Aber auch die kann bei unseren aktuell ständig steigenden Schülerzahlen verneint werden“, sagt der Bürgermeister.

Auf welcher Zahlengrundlage das Schulamt die angestrebte Schulneugründung in Ludwigsfelde ablehne, „das wird am Dienstag zur nächsten Sitzung unserer Lenkungsgruppe zu erörtern sein“, erklärt der Rathauschef. Doch egal, was jetzt entschieden werde, so Igel: „Wir bleiben bei unserem Zeitplan. Denn wir müssen doch jetzt die Rahmenbedingungen schaffen für die Schülerzahlen in fünf Jahren.“

Jüngst hatte er öffentlich erklärt, angesichts der vielen Neubürger, vor allem im neu entstehenden Stadtteil Ludwigsdorf, sei es nötig, in den kommenden zwei oder drei Jahren in der Stadt bis zu vier erste Klassen mehr als bisher einzuschulen.

Von Jutta Abromeit

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