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Ludwigsfelde So verlief der Wochenstart ohne Regionalzüge in Ludwigsfelde und Teltow
Lokales Teltow-Fläming Ludwigsfelde So verlief der Wochenstart ohne Regionalzüge in Ludwigsfelde und Teltow
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00:22 23.05.2019
Schienenersatzverkehr wegen Bahn-Bauarbeiten zwischen Ludwigsfelde und Berlin-Südkreuz Quelle: Jutta Abromeit
Ludwigsfelde/Teltow

Ohne erkennbare Probleme startete die Deutsche Bahn am Montagfrüh in eine dreiwöchige Bauphase ohne Regionalzüge zwischen Ludwigsfelde und Berlin-Südkreuz. Menschentrauben bildeten sich am Bahnhofsvorplatz Ludwigsfelde alle halbe Stunde dort, wo sonst Kurzparkplätze sind, jetzt aber die Busse zum Schienenersatzverkehr (SEV) starten. Wegen Weichen-Bauarbeiten in Teltow und der Errichtung von Lärmschutzwänden auf dem Stadtgebiet von Berlin fährt bis zum 8. Juni 1 Uhr morgens kein Zug auf diesem Abschnitt der Anhalter Bahn. Alles sei gut angelaufen, es habe keine massiven Beschwerden gegeben, sagte am Nachmittag auch Bahnsprecher Burkhardt Ahlert. Natürlich müssten die Fahrgäste erstmal alle Wege finden und es müsse sich alles einspielen. „Wir sind zufrieden mit dem ersten Tag“, so Ahlert.

Geduld brauchen Berufspendler wegen der Bauarbeiten auf der Bahntrasse zwischen Ludwigsfelde und Berlin-Südkreuz –Schienenersatzverkehr von und nach Ludwigsfelde und Teltow. Hier optische Eindrücke des ersten Morgens.

Die meisten Pendler sind informiert

Zwischen 5 und 8 Uhr ist an den Pendlerbahnhöfen Ludwigsfelde und Teltow Spannung bei Fahrgästen, Busfahrern und DB-Beschäftigten erkennbar, wie der erste Morgen dieser bevorstehenden drei Wochen klappt. Suchende Blicke und fragende Leute, doch keine wütenden Menschen. Lediglich ein junger Mann weiß von den auf allen Kanälen angekündigten Änderungen nichts, er kommt gegen 5.30 Uhr völlig überrascht am DB-Kiosk an.

Informationen lagen seit mehr als einer Woche aus

Zwischen Kaffee- und Fahrkartenverkauf lächelt DB-Service-Frau Jacqueline Knuth. „Information ist alles“, sagt sie und erklärt, dass sie und ihre Kollegen seit wenigstens drei Wochen auf diese gravierende Änderung im morgendlichen Berufsverkehr aufmerksam gemacht haben. „Und seit anderthalb Wochen sind die Flyer beider Bahngesellschaften DB und ODEG mit den konkreten Infos da.“

Etliche Pendler früher auf den Beinen

Etliche Berufspendler sind noch früher auf den Beinen als sonst, um herauszufinden wie viel länger sie für ihren Arbeitsweg brauchen. Zum Beispiel die Ludwigsfelderin Ellen Ziemen und einige Kollegen aus dem Südkreis. Sie fahren sonst mit dem Zug 6.26 Uhr nach Berlin Südkreuz. Am Montag steigen sie um 6.10 Uhr in einen der drei Gelenkbusse. Ellen Ziemen sagt: „Die Busse brauchen ja auch länger als der Zug. Mal seh’n, ob’s reicht.“

Eine Pendler-Kollegin muss um 7.30 Uhr an ihrem Arbeitsplatz einer Versandproduktion in Alt-Marienfelde sein. Auch sie fährt sonst von Ludwigsfelde um 6.26 Uhr bis Lichterfelde Ost und dann mit der S-Bahn weiter. Sie erklärt: „Ich teste das. Wenn’s nicht klappt, dann fahre ich morgen mit dem Linienbus bis Teltow und dann mit der S-Bahn weiter.“ Sie erklärt, zu spät zu kommen, das gehe höchstens ein mal. „Dann gibt’s bestimmt Ärger. Der Regio ist ja üblicherweise schneller, deshalb hoffe ich, dass es mit dem Ersatzverkehr klappt.“

VTF-Bereichsleiter wünscht sich bessere Informationen von der Bahn

Diese Ersatzbusse für die Regio-Züge der Linien 3 und 4 kommen von überall her. Einen Großteil stellt die Verkehrsgesellschaft Teltow-Fläming (VTF). Ihr Bereichsleiter für Verkehrsplanung und Quzalitätsmanagement Dirk Müller weiß am Vormittag von keinen Störungen, er sagt: „Wir beobachten die Sachlage. Aus unserer Sicht ist die Fahrgast-Information der Bahn verbesserungswürdig, hier hätte man mehr machen müssen.“

Konkret meint er, die Informationen hätten mit Aushängen an mehr Haltestellen, über Zeitungen oder über die Kanäle des Verkehrsverbundes Berlin-Brandenburg noch mehr verbreitet werden können. „Außerdem haben wir wie andere beteiligte Verkehrsunternehmen erst ganz wenige Tage vorher die konkreten Informationen bekommen.“

Busse sollen in Teltow erst wenden

Auch jede Menge Busse privater Anbieter sind für den SEV unterwegs. So wurde Rentner Friedemann Schneider von der Firma Tempelhofer aktiviert. Er fährt einen der längsten Busse, ein 18-Meter-Gelenkfahrzeug. Der 67-Jährige kennt sich in der Region nicht aus, er fährt nach Navi.

Auf seiner ersten Tour 6.10 Uhr ab Bahnhof Ludwigsfelde hält er in Teltow am S-Bahnhof gleich an der Straße, darum hatten ihn Fahrgäste gebeten. Alle drei SEV-Schlenkis hintereinander füllen den Haltestellenbereich. Dann sucht Schneider die Straßen zum Wenden, leer fährt er nach Ludwigsfelde zurück.

Busahrer müssen freie Sicht haben

Er und seine Kollegen zählen die Zahl der zugelassenen Fahrgäste im Moment ebenso wenig wie irgend jemand anderes. Doch trotz der vollen Busse achten alle Busfahrer darauf, dass die Einstiegsbereiche frei bleiben. „Das kostet mich sonst 120 Euro und einen Punkt in Flensburg“, erklärt einer der Fahrer. Und obwohl er deswegen beim allerersten Bus am Montag um 3.10 Uhr ab Ludwigsfelde fünf junge Männer hatte bitten müssen auszusteigen, gab es keinen Ärger, wie er sagt.

Und der Mann aus Oberhavel, der im Auftrag von BEX Schienenersatzverkehr fährt, erklärt: „Dass wir auch auf der B101 nicht schneller als 60 km/h fahren, obwohl wir das locker könnten, ist einfach die Sicherheit: Wenn nicht alle Fahrgäste einen Sitzplatz haben, dürfen wir nicht Gas geben.“

Reisebusse blieben am Bahnhof Großbeeren stecken

Hier passen nicht alle Busse und LKWs durch die Brücke. Quelle: J. Abromeit

Lachend erzählt er, dass er bei seiner ersten Tour fälschlich zum Bahnhof Großbeeren abgebogen sei statt gleich zur Haltestelle Märkische Allee im GVZ.

„Wir kennen uns ja nicht alle hier aus“, sagt er fast entschuldigend. Mitfühlend denkt er an fremde Kollegen, die mit großen Reisebussen zum SEV-Einsatz kommen: „Wenn die auch zum Bahnhof wollen, haben sie dort ein Problem...“ Der Fahrer meint die Durchfahrtshöhe –die ist dort 3,50 Meter unter den Gleisen der Anhalter Bahn.

Gleise voll – nur Güterzüge und IECs über Schönefeld

Gegen 7.30 Uhr kommt die Information an alle Busfahrer: Unbedingt erst wenden und die Fahrgäste dann raus lassen. Die Stadt Teltow habe das Halten der SEV-Busse auf den regulären Haltestellen-Plätzen untersagt, um Schul- und Linienbusse nicht zu behindern.

Fahrgäste hatten auf ihre Frage, warum die Regio-Züge nicht ebenso wie der Güterverkehr und ICEs über Schönefeld umgeleitet werden können, zur Antwort bekommen: Das geht nicht, die Gleise sind voll.

Von Jutta Abromeit

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