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Ludwigsfelde Ludwigsfelder Ehrenbürger Horst Becke gestorben
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00:23 18.05.2019
Medizinalrat Dr. Horst Becke machte in der DDR Neuraltherapie und Akupunktur salonfähig, seit mehr als 20 Jahren war er erster und einziger Ehrenbürger der Stadt Ludwigsfelde. Quelle: Mike Jentsch
Ludwigsfelde

Medizinalrat Horst Becke, der erste und bislang einzige Ehrenbürger von Ludwigsfelde, ist tot. Er starb am Montag im Alter von 88 Jahren. Seine Beisetzung auf dem Friedhof Ludwigsfelde hat die Familie für den 14. Juni um 13.30 Uhr angemeldet.

Bürgermeister Andreas Igel (SPD) sagt: „Die Stadt verliert mit ihrem einzigen Ehrenbürger einen namhaften Mediziner und Wissenschaftler, dessen Leistungen in der Neuraltherapie allgemein Anerkennung finden.“ Die Stadt drücke den Angehörigen ihr ausdrückliches Beileid und Mitgefühl aus.

Ehrenbürger seit 1998

1998 war der promovierte Gynäkologe Horst Becke mit einstimmigem Beschluss der Stadtverordneten zum Ehrenbürger ernannt worden. Damals hatte er sich gewünscht, mit dieser Anerkennung seines Lebenswerkes nicht lange allein zu bleiben. Er blieb es, bis heute wurde diese Ehre niemandem weiter zuerkannt.

27 Jahre arbeitete der Gynäkologe und Katholik in der Ludwigsfelder Klinik des Kreiskrankenhauses Zossen, in dieser Zeit half der mehr als 10 000 Kindern auf die Welt. Später leitete er als Chefarzt die damals staatliche Klinik.

Vorkämpfer für Neuraltherapie und Akupunktur in der DDR

Internationale Anerkennung erwarb sich der Ludwigsfelder mit seiner wissenschaftlichen Arbeit auf den Gebieten der Neuraltherapie und Akupunktur; für diese Sparten war Horst Becke in der DDR Vorkämpfer und machte sie dort überhaupt erst salonfähig. Als Würdigung seiner wissenschaftlichen Leistungen wurde ihm 1997 das Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen.

Doch bevor es dazu kam, war sein Wirken seit Anfang der 1970er Jahre stets mit Argusaugen beobachtet worden. Er hatte sich Akupunktur und Neuraltherapie autodidaktisch erschlossen und wollte sie in die Alltagsmedizin integrieren. Überzeugt hatte ihn dabei der ganzheitliche Ansatz der Behandlungsmethode, er hielt die damalige medizinische Praxis für zu einseitig, zu fokussiert auf Schul- oder Alternativmedizin.

Hilfe aus der Sowjetunion

Leichter wurde es erst dann für ihn, als er den Parteisekretär im DDR-Gesundheitsministerium von seinem ganzheitlichen Ansatz überzeugen konnte, auch wenn er und die Mitglieder seiner Arbeitsgruppe ertragen mussten, Sektierer genannt zu werden. Hilfe kam von unerwarteter Seite, vom „großen Bruder” — die Nadelreflextherapie war in der UdSSR ein wichtiges Thema. Der Meinungsumschwung zu seiner Art zu heilen kam Ende der 1980er Jahre.

Präsident der Deutschen Gesellschaft für Akupunktur und Neuraltherapie

Und mit dem Ende der DDR endete auch der politische Gegenwind, Horst Becke konnte problemlos um die Welt reisen, seine Erfahrungen mit Akupunktur und Neuraltherapie bei Kongressen und Seminaren weitergeben. Allerdings hatte man ihn, seine Arbeitsgruppe und sein Fachwissen nach dem Mauerfall vereinnahmen wollen. Das ließ der Arzt nicht mit sich machen, für ihn gab es nur ein Begegnen auf Augenhöhe. So war er schließlich lange Jahre als Präsident der Deutschen Gesellschaft für Akupunktur und Neuraltherapie aktiv. Als deren Ehrenpräsident genoss der Ludwigsfelder hohes Ansehen in der Fachwelt.

Von Jutta Abromeit

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