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Ludwigsfelde MTU baut in Ludwigsfelde neue Logistikhalle
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19:45 20.07.2018
Staatssekretär Hendrik Fischer (l.) und MTU-Geschäftsführer André Sinanian versenkten diese Kapsel mit den Namen aller 803 MTU-Mitarbeiter im Fundament der künftigen Logistikhalle.
Staatssekretär Hendrik Fischer (l.) und MTU-Geschäftsführer André Sinanian versenkten diese Kapsel mit den Namen aller 803 MTU-Mitarbeiter im Fundament der künftigen Logistikhalle. Quelle: Fotos: Abromeit (3)
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Ludwigsfelde

Der Triebwerksinstandhalter MTU startete am Freitag im Industriepark Ludwigsfelde offiziell den Bau eines neuen Logistikzentrums. Als einer der größten Arbeitgeber in der Region investiert MTU wie angekündigt weitere 30 Millionen Euro in seinen Standort.

Kernstück ist dabei eine 11,5 Millionen teure, 100 Meter lange, 50 Meter breite und bis 16 Meter hohe Logistikhalle. Damit will der Servicedienstleister für Luftfahrtantriebe und Industriegasturbinen (IGT) vor allem seine Lagerkapazität erhöhen. Denn Platz für Ersatzteile und zum Instandhalten und Warten von Aggregaten ist weltweit knapp.

Allein bei der MTU in Ludwigsfelde stehen derzeit 24 IGT, so viele wie noch nie. Das Wachstum der Triebwerksbranche weltweit liegt bei acht bis zehn Prozent jährlich, da will MTU konkurrenzfähig bleiben.

„Die neue Halle bringt einen Betriebsflächen-Zuwachs von 6500 Quadratmetern, ein Plus von 20 Prozent“, sagt André Sinanian, Geschäftsführer und Werksleiter der MTU Berlin-Brandenburg. Parallel dazu würden 70 Prozent der bisherigen Betriebsfläche umgebaut. Mit diesen Maßnahmen, erklärt Sinanian im MAZ-Gespräch, sollen Ineffizienzen abgebaut werden.

Offizieller Baustart bei MTU in Ludwigsfelde am Freitagmittag für sein neues Logistikzentrum; am Rednerpult Staatssekretär Hendrik Fischer. Quelle: Jutta Abromeit

„In Zukunft können logistische Zwischenschritte wie das Umstapeln oder Umsortieren, die wir im Moment wegen des Platzmangels noch gehen müssen, dann entfallen.“ Außerdem brauche man dann eine 1600 Quadratmeter große externe Lagerfläche nicht mehr, so Sinanian.

Er bedankte sich bei den Mitarbeitern operativer Bereiche. „Sie haben neben ihrer Arbeit den Umbau mit zu erledigen oder auszuhalten, egal, ob neben ihnen ein Fundament für das 3-D-Druckzentrum ausgebaggert wird, Maschinen umgezogen werden oder sie übergangsweise in einem Container arbeiten müssen“, sagte der Geschäftsführer. Er sei sich sicher, dass dieses neue Logistikzentrum den Alltag erleichtern werde.

Neuer Rekord bei Beschäftigtenzahl

„Und es wird dafür sorgen, dass auch wir besser werden. Unser Supply Chain Management (Prozessketten-Management, d.Red.) wird sich hier optimal aufstellen“, so Sinanian. Gefördert wird der Hallenneubau mit 1,6 Millionen Euro.

Außerdem nannte der Firmenchef aktuelle Mitarbeiterzahlen: 2017 seien 112 neue Kollegen eingestellt worden, in diesem Jahr bisher weitere 96. Damit steigt die Gesamtmitarbeiterzahl auf 803, ein neuer Rekord für das Werk. Ihre Namen stehen alle auf einer Liste, die in eine Schatulle – eine „Zeitkapsel“, wie sie der Werksleiter nennt – eingeschlossen und dort versenkt wurde, wo der künftige Haupteingang ist.

Des Weiteren liegt ein Bauteil symbolisch für das MTU-Geschäft in der Zeitkapsel und „eine Übersicht zu unseren gemeinsamen Werten“, wie der Werksleiter betont. Die Kapsel bewahre so für alle Zeit „wer wir sind, was wir machen und wie wir es machen“.

Land förderte MTU bisher mit 30 Millionen Euro

Hendrik Fischer, Staatssekretär im Brandenburger Wirtschaftsministerium, würdigte ausdrücklich, dass sich MTU hier so lange und erfolgreich engagiert. Bei ihm hatte sich das Industrieunternehmen vor genau einem Jahr mit den Ausbauplänen gemeldet. Seit 1991, so Fischer, unterstützte das Land MTU mit rund 30 Millionen Euro Fördermitteln.

Hauptgeschäftsfeld der MTU in Ludwigsfelde ist die Wartung von CF-34-Triebwerken, sie macht die Hälfte des Umsatzes aus. Die Inbetriebnahme des neuen Logistikzentrums ist für Juni 2019 geplant, dann erfolgen die Umzüge auf frei gewordene Flächen. „Anfang 2020 wollen wir mit dem Gesamtprojekt fertig sein“, erklärte der Geschäftsführer. Dann sollen 105 MTU-Beschäftigte in der neuen Halle arbeiten.

Von Jutta Abromeit